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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Vom Denkmal zum Hindernis
Zwischenüberschrift:
Die Germania und das Kriegerdenkmal am Neumarkt
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Die Germania auf hoher Säule ein Denkmal für gefallene Soldaten dominiert die historische Aufnahme unserer heutigen Zeitreise. Bei dem Bild handelt es sich um eine Feldpostkarte, die ein Osnabrücker 1915 an einen Freund geschickt hat.
Das Monument war 1880 auf dem Neumarkt aufgestellt worden. Die Germania sollte an die Soldaten erinnern, die im Deutsch-Französischen Krieg der Jahre 1870/ 71 gefallenen waren. Stadtbaumeister Hackländer hatte die korinthische Säule auf einem Postament aus Sandstein entworfen.
Das Fundament steht heute zusammen mit der Säule auf dem Straßburger Platz. 1928 war es passenderweise in das Viertel am Westerberg verlegt worden, dessen Straßennamen die Generäle des Krieges von 1870/ 71 und ihre Schlachtfelder benennen, wie von Moltke, Blumenthal oder Weißenburg und Sedan. Die bronzene Germania hingegen wanderte im Zweiten Weltkrieg in den Schmelzofen.
2003 hatten 20 Schülerinnen eines Kunst-Leistungskurses des Ratsgymnasiums Entwürfe für das Denkmal erarbeitet, mit denen es in die Gegenwart geholt werden sollte: Ein Symbol für Freundschaft sollte die Säule zieren.
Die historische Aufnahme muss vor 1906 entstanden sein, da im Kopfsteinpflaster noch keine Schienen für die Straßenbahn zu erkennen sind. Mit dem Bau der Straßenbahn wurde der Neumarkt zum Zentrum des städtischen Verkehrs. Über den Neumarkt gelangten die Osnabrücker Bürger mit der Linie 2 vom Schölerberg nach Haste. Die Linie 3 kreuzte hier vom Martiniplatz nach Schinkel.
Dieser Wandel machte nicht nur die Verlegung der Germania notwendig. Auch der Wochenmarkt, der seit 1866 vor dem Landgericht stattgefunden hatte, wurde verlegt: Seit 1913 stellen die Marktbeschicker am Ledenhof ihre Buden auf. Und 1936 ging am Neumarkt die erste Ampel der Stadt Osnabrück in Betrieb.
Aufgenommen wurde das Bild mit dem Rücken zum Kollegienwall. Der Westen des Platzes wurde damals noch von einer Häuserzeile begrenzt. Aus dieser Perspektive zeigte sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts hinter der Germania das große Haus mit den Türmchen, in dem sich das Geschäft für Hutmoden von Hermann Dierkes befand. Bis weit nach dem Zweiten Weltkrieg betrieb die Firma hier ihr Geschäft. Das Gebäude allerdings war zerstört worden, wie auch alle anderen Häuser, die auf dieser Seite des Neumarktes gestanden hatten. / Bildtexte: Die Germania stand um 1915 noch auf dem Neumarkt. Das Denkmal sollte an die Osnabrücker Soldaten erinnern, die im Deutsch-Französischen Krieg 1870/ 71 gefallen waren. Im Hintergrund zeigt sich der Turm der Katharinenkirche. Die Ansichtskarte stammt von unserer Leserin Gisela Klöcker / Ein Hindernis wäre das Denkmal heutzutage für den lebhaften Verkehr, der über den Neumarkt läuft. Foto: Klaus Lindemann
Autor:
Marie-Luise Braun


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