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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Einsamer Wolf auf der Flucht
Zwischenüberschrift:
Entlaufenes Tier hält Zoomitarbeiter und Polizei aut Trab
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Wer heute Morgen in Osnabrück oder Georgsmarienhütte seinen Augen nicht traut, weil er meint, einen Wolf gesehen zu haben, könnte recht haben. Die Chance ist groß, dass es sich um den Wolf handelt, der gestern Nachmittag aus dem Osnabrücker Zoo entlaufen ist.
Gefahr durch das scheue Tier bestehe aber nicht, sagte gestern Abend Zoodirektorin Dr. Susanne Klomburg: " Er greift nur an, wenn er in die Enge getrieben wird." Wer das Tier sieht, kann sich an die Telefonnummer 01 79/ 3 45 09 98 wenden.
Einen praktischen Tipp gab Zooinspektor Hans-Jürgen Schröder. Die Chance sei groß, dass der Wolf in eine offene Garage flüchte: " Wenn dann jemand das Garagentor zumacht, legt sich der Wolf einfach in die Ecke."
Den ganzen Nachmittag über hatten neun Streifenwagenbesatzungen und etliche Mitarbeiter des Zoos den Wolf kreuz und quer durch Nahne und Georgsmarienhütte gejagt. Letztlich war nur der Fotograf unserer Zeitung erfolgreich. Er konnte das Tier in der Nähe der Spiegelburg mit dem Teleobjektiv " abschießen", nachdem ein Rundfunkreporter den Wolf auf einer nahen Wiese entdeckt hatte.
Bei Anbruch der Dunkelheit, mittlerweile hatte sich die Jagdgesellschafft bis auf das Rittergut Osthoff in Harderberg vorgearbeitet, wurde die Jagd eingestellt. " Jetzt ist das Büchsenlicht weg. Die Suche macht keinen Sinn mehr", sagte Hans-Jürgen Schröder. Die Hoffnung, dass Tier am heutigen Mittwoch möglichst lebend wieder einzufangen, wollte der Tierexperte nicht aufgeben: " Den kriegen wir bestimmt."
Um das Leben des Wolfes fürchtet auch Zoodirektorin Klomburg: " Ich hoffe nicht, dass er einem Jäger vor die Flinte läuft." Die Chance dürfte nicht eben klein sein. Zumindest ein Jäger, der der Gefahr gewahr wurde, stand schon am Nachmittag bewaffnet Wache an seinem Damwildgehege.
Vom Einsatz einer tödlichen Waffe wollte Zoodirektorin Klomburg nichts wissen. Sie hatte ein Betäubungsgewehr dabei. Die anderen Helfer wollten den Flüchtling mit Netzen, Keschern oder Schlingen fassen. Die Polizei verzichtete auf den Einsatz von Hunden. Die Gefahr sei groß, dass sich die Tiere ineinander verbissen, so ein Hundeführer.
Wie aber konnte der Wolf überhaupt in die Freiheit gelangen? Gegen 14 Uhr nutzte der Wolfsrüde Reparaturarbeiten an seinem Gehegezaun zur Flucht. " Nur für zwei Sekunden" sei der Elektrozaun ausgeschaltet worden, so Schröder: " Die riechen das förmlich, wenn kein Strom mehr fließt. Dumm sind die nicht." Die übrigen fünf Wölfe konnten den stromlosen Zustand nicht zur Flucht nutzen.
Eventuell handelt es sich laut Schröder bei dem Wolf um das Tier, das vor einem Jahr ein von Orkan Kyrill verursachtes Loch im Zaun zur Flucht nutzte und später wieder eingefangen wurde.
Der Naturschutzbund NABU appellierte am Abend, den frei laufenden Wolf als " Neubürger" zu betrachten und als " natürlichen Bestandteil unseres Ökosystems zu akzeptieren." / Bildtexte: Das ist der Flüchtige: Auf einer Wiese in der Nähe der Spiegelburg tauchte der Wolf kurzzeitig auf. Zu kurz für die Jäger. Am Abend wurde die Suche zunächst unterbrochen. Fotos: Gert Westdörp / Heia Safari: Mit einem Allradfahrzeug durchkämmten Zoomitarbeiter und Polizei die Gegend.
Autor:
Sven Lampe


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