User Online: 1 | Timeout: 20:28Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Belastungsprobe für den Konsens
Zwischenüberschrift:
Anbau für das Nussbaum-Haus: Nach heftiger Ausschussdebatte kommt nun ein Workshop
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Kommt er? Oder kommt er nicht? Über den Anbau für das Felix-Nussbaum-Haus debattierte der Kulturausschuss leidenschaftlich und berief einen Workshop ein.
Daniel Libeskind gab zu all dem schon einmal seinen Segen. Zwar meldete sich der Architekt des 1998 eröffneten Museums nicht per Videobotschaft zu Wort, verlieh einer zeitweise hektischen Diskussion jedoch mit einem einzigen, wohlformulierten Satz eine balsamische Duftnote. Mit dem geplanten Anbau wachse die Hoffnung, die der 1944 ermordete Nussbaum einst hegte, in die Stadt hinein, unterlegte er dem schlichten Glaskubus, der künftig Funktionsbereiche und einen Vortragsraum aufnehmen soll, wie seinen anderen Bauten flugs wieder schillernde Bedeutsamkeit.
Es dürfe nicht der Eindruck entstehen, hier werde schlicht eine millionenteure Cafeteria errichtet, ernüchterte jedoch Ausschussmitglied Jens Meier (Die Grünen) die Gesprächsatmosphäre, während Kulturdezernent Reinhard Sliwka schon einmal vorsorglich mahnte, bei diesem bereits wieder heiß umkämpften Vorhaben das Verhältnis von Aufwand und Ertrag gründlich zu bedenken. Es gehe nun darum, sich über Prioritäten in der Kulturpolitik wirklich klar zu werden, sagte Sliwka und stellte klar: " Ohne die Mittel der EU ist das ohnehin nicht zu machen."
Der alle Parteien übergreifende Konsens in Sachen Nussbaum-Haus, den die Ausschussvorsitzende Brigitte Neumann (CDU) zu Beginn der Aussprache beschwor, hielt ohnehin nicht übermäßig lange. Nach einer Beratungsdauer von satten zwei Stunden war die Trennlinie jedenfalls hinreichend klar gezogen. Karin Jabs-Kiesler (SPD) appellierte an das Verantwortungsgefühl " für das in Osnabrück Aufgebaute". Osnabrück werde durch den Anbau künftig mehr wahrgenommen. Das Projekt habe hohe Qualität. " Der Entwurf leuchtet mir ein", bilanzierte sie. Ähnlich deutlich sprach sich auch Jens Meier für den gläsernen Baukörper des Büros Libeskind aus. Der Entwurf nehme Form und Inhalt des Museums überzeugend auf. Mit dem Bau des Nussbaum-Hauses sei bereits vor zehn Jahren ein Schwerpunkt in der städtischen Kulturszene geschaffen worden. Dies gelte es nun fortzusetzen.
Die Vertreter der CDU-Fraktion wehrten sich ihrerseits gegen den Eindruck, mit Bedenken gegen den geplanten Anbau alte Kontroversen um den Museumsbau selbst wieder erneuern zu wollen. Nikolaus Demann (CDU) verlangte hingegen energisch, auch andere Alternativen in die Debatte mit einzubeziehen. Und Katrin Trost (CDU) forderte dazu auf, sich über die Modalitäten der Vergabe von EU-Mitteln ebenso klar zu werden wie über den Kostenrahmen des Projekts.
Für das Büro Libeskind plädierten Barbara Holzer und Stefan Blach nachdrücklich für den Glaskubus als einzig machbare Variante. Andere Möglichkeiten Umwidmung der Räume im Museum und Errichtung eines Gebäudesatelliten seien gründlich erwogen, dann aber wieder verworfen worden. Das Fazit der beiden Architekten: Nur der gläserne Anbau eröffne die Möglichkeit, die interne Struktur des Nussbaum-Hauses beizubehalten und gleichzeitig die Mängel in der Funktionalität zu beheben. Die Kommunalpolitiker kamen überein, für Mitte März einen Workshop anzusetzen, bei dem der Entwurf noch einmal diskutiert werden soll. Der Stadtrat entscheidet in seiner Sitzung am 1. April, ob der Entwurf realisiert werden wird. Diese Aussicht ist nun zumindest nicht gewisser geworden.
Autor:
Stefan Lüddemann


Anfang der Liste Ende der Liste