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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Die Perle der Hakenstraße
Zwischenüberschrift:
Im Haus Gruner befand sich ehemals das Bischöfliche Knabenkonvikt
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Völlig verändert hat sich die Bebauung an der Hakenstraße 8a. Bis zum Zweiten Weltkrieg stand hier das Haus Gruner mit dem Bischöflichen Knabenkonvikt. An seiner Stelle befindet sich nun ein eingezäunter Platz für Ballsport.
Das Mansardenhaus war eine architektonische Kostbarkeit, die um 1780 errichtet worden war. Das Osnabrücker Tageblatt beschrieb es 1911 als " Perle der Hakenstraße". Bauherr war ein guter Freund Justus Mösers: Dr. Christian Gruner, Vizekanzleidirektor und Vorsitzender des evangelischen Konsistoriums (gest. 1787).
Das Haus lag etwa 15 Meter von der Straße zurückgesetzt. Der rechteckige Bau zog sich weit in das Grundstück hinein und war vollständig unterkellert. Das war damals eine Besonderheit, denn der Grundwasserstand war wegen der Stadtgräben und einer mangelnden Entwässerung hoch. Entsprechend aufwendig war es, Baugrund trockenzulegen.
Eine geschwungene, zweiläufige Treppe führte in das Gebäude hinein, dessen Zimmer mit Stuck verziert waren. Im Erdgeschoss befanden sich acht Wohnräume und ein Gartensaal, von dem eine ebenfalls geschwungene Treppe hinausführte. Die ausgebaute Mansarde enthielt Schlaf- und Gesindezimmer sowie einen weiteren Gartensaal, der über die gesamte Breite des Rokokohauses verlief.
Das Grundstück der Familie Gruner, die hier mit zwölf Kindern lebte, streckte sich an der Rolandsmauer entlang. Im hinteren Teil der Gartenanlage befanden sich Turngeräte, 1895 wurde eine Kegelbahn und 1911 ein kleiner Neubau errichtet.
Zu seinem Freund Möser (1720–1794) hatte Gruner es nicht weit: Das Anwesen des Juristen, Publizisten und Historikers befand sich gegenüber, an der Hakenstraße 10. Dies mag Gruner auch zur Wahl des Grundstücks veranlasst haben. Die beiden Männer waren so eng befreundet, dass Justus Möser die Patenschaft für Karl Justus übernommen hatte, das fünfte Kind der Familie Gruner. Als der Junge zehn Jahre alt war, verstarb sein Vater, so dass der spätere Kriminal- und Verwaltungsjurist maßgeblich von seinem Paten geprägt wurde.
Nach den Gruners bewohnte Landdrost Von dem Bussche das Rokokogebäude. 1878 wurde es vom Provinzial-Schulkollegium als Bischöfliches Knabenkonvikt übernommen: Hier lebten externe Schüler des Gymnasiums Carolinum. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Haus zerstört.
Heute befindet sich auf dem Grundstück ein umzäunter Platz für Ballsport. / Bildtext: Ein Rokokohaus mit zweiläufiger Treppe stand einst an der Hakenstraße 8a. Hier lebte die Familie des Vizekanzleidirektors Dr. Christian Gruner. Später zog das Bischöfliche Knabenkonvikt ein. Das Foto entstand nach 1930. Das Bild stammt aus dem Buch Alt-Osnabrück, erschienen im Verlag H. Th. Wenner / Ein eingezäunter Platz für Ballsport steht heute dort, wo sich einst das Haus Gruner befand. Der Fotograf wählte eine andere Perspektive. Foto: Michael Hehmann
Autor:
Marie-Luise Braun


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