User Online: 1 | Timeout: 08:55Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
"200 Euro würden schon was bringen"
Zwischenüberschrift:
Busfahrer geben sich kampfbereit: Reallöhne müssen steigen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Ein Bus blockiert die Ausfahrt vom Betriebshof. Es ist neun Uhr morgens. Etwa 100 Menschen mit weiß-roten ver.di-Leibchen aus Plastikfolie stehen vor dem Tor zur Alten Poststraße. Sie wärmen ihre Hände an Kaffeebechern aus Pappe und unterhalten sich. Die Stimmung ist gut.
Seit 4 Uhr nachts stehen die ersten Stadtwerke-Mitarbeiter vor dem Tor. Um die Zeit hätte sonst die Schicht für die ersten Busfahrer begonnen. " Wir wollen tollen Nahverkehr machen, aber wir wollen auch gut bezahlt werden", sagt Clemens Haardiek, Betriebsratsvorsitzender bei den Stadtwerken.
Zwar leben die Fahrer nicht an der Armutsgrenze. Dirk Stein etwa, seit 17 Jahren dabei, verdient etwa 1 450 Euro netto. Er lebt allein. Und doch macht der 42-Jährige Abstriche. " Ich kaufe weniger persönliche Sachen." 700 Euro zahlt er an Miete. " Die Nebenkosten fressen einen auf. Im Vergleich zu den Kosten vor fünf Jahren zahle ich 20 Prozent mehr. Und die habe ich durch den Verdienst nicht wieder reingeholt", sagt Stein. Im Gegenteil würden die Reallöhne ständig sinken.
" Die Lohnsteigerung wurde immer wieder von den steigenden Kosten aufgehoben", meint auch Metallbaumeister Rudolf Hofmann. Er arbeitet für den Gebäudeservice der Stadtwerke. Der 47-Jährige hat zwei Töchter und verdient als Familienvater etwas mehr als Dirk Stein. Generell seien die Lebenskosten gestiegen, die offiziell errechneten zwei Prozent seien da nur eine statistische Größe, meint Hofmann. " Die Möglichkeit, mir einen Puffer anzulegen, habe ich nicht." Und das sei nicht nur bei ihm so. " Sie merken das daran, dass die Bereitschaft, auf die Straße zu gehen, zunimmt."
" Wir verzichten seit Jahren auf Urlaub. Anders geht es gar nicht. Und auf gute Lebensmittel", sagt Busfahrer Klaus Holzapfel. Drei Kinder hat er zu Hause, die Älteste ist 22 Jahre alt und studiert das allein schon ist ein hoher Kostenfaktor. " Wir leben nicht spartanisch, aber müssen eben sparen. 200 Euro würden da schon was bringen", meint der 52-Jährige. Holzapfel hält eine Lohnerhöhung mit einer festen Geldsumme für gerechter als die Abrechnung nach Prozent. Betriebsrat Clemens Haardiek wäre mit 5 Prozent zufrieden. " Aber eine gleichzeitige Erhöhung der Arbeitszeit ist dann nicht mehr drin."/ Bildtexte: Dirk Stein, Busfahrer, allein lebend. / Klaus Holzapfel, Busfahrer, Familienvater. / Rudolf Hoffmann, Metallbaumeister, Familienvater.
Autor:
mac


Anfang der Liste Ende der Liste