User Online: 2 | Timeout: 10:24Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Umweltvereine fordern Kurswechsel
Zwischenüberschrift:
Investition in Kohle stößt auf Kritik
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Der Solarenergieverein Osnabrück (SEV) bedauert die Entscheidung der Stadtwerke, in das RWE-Kohlekraftwerk bei Hamm zu investieren. Da das 1600-Megawatt-Kraftwerk ohne Kraft-Wärme-Kopplung geplant sei, werde es über die Hälfte seiner verbrauchten Energie als Abwärme nutzlos in die Luft blasen, argumentiert der Verein in einer Pressemitteilung. Damit hätten sich die Stadtwerke laut SEV im Wesentlichen vom Klimaschutz verabschiedet.
Der Vorsitzende des Umweltforums Osnabrücker Land, Andreas Peters, äußert sich ähnlich: " Jetzt ist es offiziell: Klimaschutz ist in Osnabrück nicht gewollt!" Peters kritisiert, dass sämtliche positiven Ansätze der vergangenen Jahre, auf regenerative Energien zu setzen, mit einem Federstrich über Bord geworfen und zur Farce geworden seien. Er spricht von " Lippenbekenntnissen" seitens des Stadtrates und der Stadtwerke.
Auch Greenpeace verurteilt die Beteiligung der Stadtwerke an dem neuen Werk. " Die Mitfinanzierung eines Kohlekraftwerkes ist ökologisch, ökonomisch, sozial und regionalpolitisch falsch. Sie steht gegen alle Grundsätze der nachhaltigen Entwicklung", heißt es in der Pressemitteilung der Ortsgruppe Osnabrück.
SEV-Vorsitzender Klaus Kuhnke sieht mit dem 1600-Megawatt-Kraftwerk Investitionen in die Stromerzeugung mit Erneuerbaren Energien und den Einstieg in die Nutzung der Abwärme von Kraftwerken (Kraft-Wärme-Kopplung) gefährdet: " Wenn die Stadtwerke bereits 20 Megawatt (MW) von einem Gaskraftwerk und nun 30 MW Kohlekraft unter Vertrag haben und in weitere 58 MW Kohlekraft investieren wollen, wird in Zukunft über lange Jahre praktisch die ganze Stromversorgung Osnabrücks aus Kohle und etwas Gas gespeist.
Einige Kilowatt aus Blockheizkraftwerken, 1, 5 Megawatt aus Photovoltaikanlagen sowie die 4 Megawatt aus den geplanten neuen Piesberg-Windrädern nähmen sich gegen die mehr als 100 fossilen Megawatt wie kosmetisches Beiwerk aus, argumentiert Kuhnke vom SEV weiter. Hier zeige sich die wahre energiepolitische Stoßrichtung der Stadtwerke.
Während Andreas Peters vom Umweltforum den Bürgern rät, den Stromanbieter schnellstmöglich zu wechseln, ruft Tobias Demircioglu, Sprecher der Greenpeace-Gruppe, zum Energiesparen auf. " Das würde nicht nur bedeuten, dass wir erheblich weniger Energie produzieren müssten; es würde zu mehr Beschäftigung in der Region, zu Wertschöpfung, Kaufkraft und Konsumnachfrage, zu Werterhaltung vorhandener Bestände, aber auch zur Reduktion von Treibhausgasen, zur Verminderung der Abhängigkeit von Energielieferanten und zum Klimaschutz beitragen."


Anfang der Liste Ende der Liste