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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Libeskind spaltet den Rat
Zwischenüberschrift:
Keine Mehrheit für Glasanbau am Nussbaum-Haus
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Der Libeskind-Plan für das Nussbaum-Haus steht vor dem Aus. Nach dem Nein der CDU deutet sich im Stadtrat ein Unentschieden an. Der Vier-Millionen-Entwurf wäre damit vom Tisch.
hin Osnabrück. Der Rat soll am 1. April entscheiden. So ist das aktuelle Meinungsbild: Die FDP steht an der Seite der Union. Die beiden Fraktionen verfügen im Rat zusammen über 24 Stimmen. Auch die Einzelkämpfer Wulf-Siegmar Mierke (UWG) und Christopher Cheeseman (Linke) erteilten dem gläsernen Anbau gestern eine Absage. Das ergibt 26 Nein-Stimmen exakt die Hälfte des Rates. Oberbürgermeister Boris Pistorius (SPD), die Grünen und die SPD bringen es auch auf 26 Stimmen.
Die Sachlage
Das Felix-Nussbaum-Haus von Stararchitekt Daniel Libeskind offenbart Schwächen. Es fehlt an vielem, was ein Museumsbesucher selbstverständlich erwartet, wie eine Cafeteria, Ruhezonen, angemessene Garderoben und Toiletten. Es gibt keinen Platz, Gruppen zu empfangen und zu bewirten. Das Büro Libeskind schlägt einen gläserneren Anbau vor, der vier Millionen Euro kosten würde. Jährliche Folgekosten: 224 000 Euro. Die CDU lehnt den Entwurf als zu teuer ab.
SPD: Ja, aber . . .
SPD-Fraktionschef Ulrich Hus zeigte sich gestern " überrascht und enttäuscht", dass die CDU zu diesem Zeitpunkt aussteigt. Es sei vereinbart worden, die Beratungen im Kulturausschuss und das Gespräch mit einer Mitarbeiterin von Libeskind abzuwarten. Der Schnellschuss der CDU sei unnötig, sagte Hus. Die Stadt könne jederzeit aus dem Projekt aussteigen. Die hohen Kosten sind auch in der SPD ein heißes Thema. Hus verhehlte nicht, dass die Meinungen in der Fraktion weit auseinandergehen. Kulturexpertin Karin Jabs-Kiesler tritt vehement für den Ausbau ein. " Aber es gibt auch andere Stimmen", sagte Hus. Die Entscheidung fällt während der nächsten Fraktionssitzung in zwei Wochen. Hus: " Der Abstimmungsprozess wird nicht einfach sein." Dass etwas am Nussbaum-Haus geschehen muss, bezweifelt Hus nicht.
Grüne: Ja, aber . . .
Die Grünen schauen sorgenvoll auf die Kosten, kritisieren die CDU aber für einen " Ausstieg zur Unzeit". Die CDU habe erst vor drei Wochen im Verwaltungsausschuss zugestimmt, das Büro Libeskind mit der weiteren Planung zu beauftragen (Kosten: 79 000 Euro). Der plötzliche Rückzug sei unverständlich, erklärten Michael Hagedorn und der kulturpolitische Sprecher Jens Meier. Eine endgültige Entscheidung werde erst fällig, wenn die Planungen abgeschlossen und die Fördermittel zugesagt seien. Die Stadt dürfe die Chance, über zwei Millionen Euro an EU-Zuschüssen einzuwerben, nicht aus der Hand geben. Das Museum zu erweitern ist nach Meinung der Grünen " absolut wünschenswert". Das Nussbaum-Haus sei " unverzichtbarer Bestandteil und Ausdruck unseres Selbstverständnisses als Friedensstadt".
FDP: Nein
" Das ist in dieser Form nicht tragfähig und finanzierbar." So beurteilt FDP-Fraktionschef Thomas Thiele den Libeskind-Entwurf. Auf der einen Seite das Spargebot, auf der anderen neue jährliche Kosten von über 220 000 Euro: " Das ist den Bürgern nicht zu vermitteln", sagte Thiele.
UWG: Nein
Wulf-Siegmar Mierke steht in der Nussbaum-Frage " voll und ganz bei der CDU". Er könnte sich eine billigere Variante vorstellen, etwa den Umbau der Villa Schlikker. Positiv beurteilt Mierke die detaillierte Kostenanalyse: " Das ist eine Basis, auf der man entscheiden kann."
Linke: Nein
Die Planung ist nach Meinung von ChristopherCheeseman " nicht übel". Aber die Folgekosten sind ihm zu hoch. Sie könnten " unmöglich" allein aus dem Kulturetat aufgebracht werden. Er befürchtet, dass im Streit ums Geld diejenigen mit der schwächsten Lobby auf der Strecke bleiben – " und das ist die freie Kulturszene". / Bildtext: Daniel Libeskind steht an der Stelle, an der der Anbau entstehen soll. Das Foto entstand kurz nach Eröffnung des Hauses.
Autor:
hin


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