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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Wirte klagen: Umsatz löst sich in Rauch auf
Zwischenüberschrift:
Weniger Einnahmen und Gäste in Osnabrück – Bilanz nach 100 Tagen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
mac Osnabrück. In Osnabrück müssen Kneipen und Bistros Umsatzeinbußen hinnehmen. Vor allem dort, wo sich Ein-Raum-Kneipen ballen. Das sagte gestern Dieter Westerkamp, Bezirksvorsitzender des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) für Osnabrück-Emsland, im Gespräch mit unserer Zeitung.
Gut 100 Tage sind seit dem 1. November vergangen. Während sich der Großteil der Gäste offenbar an das nun geltende Rauchergesetz gewöhnt hat, haben einige Gastwirte damit zu kämpfen. So sah sich das Balou im November zum Handeln gezwungen: " Aus Verzweiflung haben wir einen Nebenraum zum Raucherraum gemacht. Die ersten drei Monate waren so furchtbar", berichtet Marion Schüttpelz, die als Aushilfe in dem Betrieb ihrer Schwester Jutta Dreher arbeitet.
Eine neue Wand aus Glas hat das Riva am Nikolaiort vor einer Woche einbauen lassen. Jetzt gibt es einen abgetrennten Raucherbereich. Betreiberin Dagmar Kösters wollte die " erheblichen Umsatzeinbußen" in ihrem Bistro nicht hinnehmen. Bislang mussten die Raucher draußen zum Glimmstängel greifen. Eine Markise mit integriertem Wärmestrahler für 12 500 Euro sollte die Gäste vor Wind und Wetter schützen. Doch bei Minusgraden, Sturm und Regen setzte sich keiner nach draußen, erzählt sie. 13 000 Euro hat nun noch einmal die neue Glaswand verschlungen inklusive Bauarbeiten.
Die schlechten Erfahrungen der beiden Betriebe bestätigt eine landesweite Umfrage des Dehoga: Demnach sind bei 80 Prozent der niedersächsischen Speise- und Getränkebetriebe die Zahl der Gäste sowie die Höhe der Einnahmen zurückgegangen. Bei einigen Betrieben, vor allem Ein-Raum-Kneipen und Gaststätten in der Nähe zum benachbarten Nordrhein-Westfalen und Holland, gebe es gar Umsatzeinbußen von mehr als 20 Prozent, sagte Westerkamp. Diese erste Umfrage sei noch nicht repräsentativ, jedoch werde in Kürze eine weitere veröffentlicht, die dann die Lage gesichert wiedergebe.
Nach dem " Vertrauensbruch" der Landes-CDU gegenüber dem Dehoga so bezeichnete Westerkamp die Absage der Fraktion zu einer Überarbeitung des Gesetzes zum jetzigen Zeitpunkt betrachte er die Entwicklung in Rheinland-Pfalz mit Zuversicht: " Das ist zu 100 Prozent unsere Rechtsauffassung", sagte Dieter Westerkamp.
" Vom rein Wirtschaftlichen her war es vorher besser", bestätigt Pascal Rupp, Wirt des Grünen Jägers, die Tendenz der Dehoga-Umfrage. In seiner Kneipe gab es vor der Gesetzeseinführung bereits einen großen Extra-Raum, den Rupp zur Raucherzone gemacht hat., Investitionen blieben ihm erspart. " Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen", räumt der Gastronom ein. Bildtext: Eine Glaswand teilt das große Ein-Raum-Bistro Riva seit einer Woche in zwe Räume auf. Diese zwei Raucher freuten sich, als sie zufällig die Raucherlounge im Riva entdeckten. Von den nicht rauchenden Gästen habe sich noch keiner beschwert, sagt die Wirtin.
Foto:
Michael Hehmann

Endlich aufatmen

Osnabrück atmet auf. Das Rauchverbot lässt nur noch die Köpfe der Gastwirte rauchen. Bei den Gästen ist das Thema längst vom Tisch. Das Rauch-Verbot ist einfach kein Thema mehr. Im Restaurant hat sich von jeher kaum jemand am Rauchverbot gestört. Und was die Kneipen anbelangt, diskutiert der Großteil der Gäste schon lange nicht mehr. Die meisten haben sich mit der Situation angefreundet. Schließlich gibt es viele Vorteile: Die Klamotten stinken nicht mehr, die Augen tränen nicht mehr, kein kalter Rauch erinnert an den abendlichen Kneipenbesuch. Viele entdecken ganz neue Seiten des Alltags: In der Diskothek wundern sich die Party-Gänger darüber, dass es auf der Tanzfläche nicht nach Rauch, sondern nach Schweiß riecht. Und auch Raucher begrüßen das neue Verbot, greifen sie doch seltener zum Tabak. Die Diskussion ist zu Ende. Das Gesetz ist an den Tresen angekommen. Die wenigen Widerstände werden in kurzer Zeit verglimmen wie eine Zigarette nach dem letzten Zug.

Dehoga-Aktionen
In etwa zwei Wochen plant der Dehoga Niedersachsen eine Demonstration gegen das heutige Nichtraucherschutzgesetz in Hannover. Ende Februar soll eine repräsentative, bundesweite Umfrage unter den Gastronomen veröffentlicht werden. Sie soll Aufschluss darüber geben, inwieweit Gäste ausbleiben und Umsätze zurückgehen. Die Unterschriftenaktion hat bislang etwa 30 000 Unterstützer gefunden. Zudem hat der Verband Verfassungsklage eingereicht.
Autor:
Cathrin Mahns


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