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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
"Natürlich wollen Osnabrücker Ökostrom"
Artikel:
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Originaltext:
Zum Artikel " Keiner will den Ökostrom Osnabrücker Stadtwerke denken über neue Beteiligungsform für Kunden nach" (Ausgabe vom 7. Februar) gab es ein großes Leser- echo:
" Lehrbuch- oder Lehrlingslösung? Der Artikel hat bei mir nur Kopfschütteln ausgelöst. Die Osnabrücker sind Grünstrom-Muffel.′ Was für eine Frechheit! Das Tilsogenannte Öko-Angebot′ der Stadtwerke lautet übersetzt: Zahlt mir mehr, damit ich mir eine neue Anlage kaufen kann, um euch dann wieder mein Produkt zu verkaufen, diesmal aber noch subventioniert, was am Verbrauchpreis natürlich nichts ändert. Ökonomen nennen das Abschöpfen der Konsumentenrente′. Bedenkt man weiterhin, dass Ökostrom durch Preissubventionen (zum Beispiel ca. 7 Cent pro Kilowattstunde Subventionszahlung) gefördert wird, wundert es doch wenig, dass sich kaum jemand so veräppeln lassen möchte. Energieanbieter müssen selbst entsprechende Investitionen tätigen, um wettbewerbsfähig zu bleiben oder sogar bei Ölpreisschocks Wettbewerbsvorteile zu erzielen. Man muss Kunden einen klaren Anreiz bieten, damit sie ein Produkt kaufen. Eine Rendite wie bei Greenpeace erfüllt diesen Zweck, dort waren wohl Volkswirte beteiligt. Die Stadtwerke-Lösung scheint aus der Feder eines Lehrlings im Kramerladen zu stammen."

Tillmann Steinberger, Am Bergkamp 25, Bissendorf

Birnen mit Äpfeln verglichen

" Natürlich wollen Osnabrücker Ökostrom! So vermute ich jedenfalls. Aber diejenigen, die Wert auf Strom aus 100 Prozent erneuerbaren Energien legen, bleiben nicht bei den Stadtwerken, sondern wechseln zu reinen ökostromanbietern wie Lichtblick, EWS, Greenpeace Energy oder Naturstrom! Ich selbst überlege seit Monaten, wohin ich wechsele. Ich würde gerne bei den Stadtwerken bleiben, denn ich lege großen Wert auf Regionalität und möchte auch die Stadtwerke unterstützen, solange sie noch nicht von den großen Anbietern aufgekauft sind. Aber das Angebot der Stadtwerke reicht mir nicht. Die 2 Cent Zuschlag für Öko-Strom werden in Erneuerbare Energien investiert, aber das wird gesetzmäßig nach EEG sowieso ein gewisser Prozentsatz jedes Stromkunden. [...] Wichtiger erscheint mir da, welcher Strom grundsätzlich geliefert wird. Das ist für jeden Kunden der Stadtwerke auf der Rückseite der Stromrechnung nachzulesen: 15, 2 Prozent Erneuerbare Energien, 56, 2 Prozent fossile und andere Brennstoffe und 28, 6 Prozent Atomstrom. Da bin ich in einem echten Dilemma, denn Atom- oder Kohlestrom will ich nicht! Was tun? Die Idee der Genussscheine finde ich gut, aber auch das ändert nichts an dem Strom-Mix der Stadtwerke. So ähnlich geht es sicherlich auch anderen Kunden der Stadtwerke. So ist die Frage nicht, wie viele den Ökostrom-Zuschlag bezahlen, sondern wie viele von den Stadtwerken zu Öko-Stromanbietern gewechselt sind. Erst diese Statistik würde zeigen, ob Osnabrücker Ökostrom wollen!"

Hilla Annette Siebel, Krelingstraße 16, Osnabrück

Kilowattstunde plus zwei Cent

" Bei den Stadtwerken gibt es kein echten Ökostrom! Laut gelacht habe ich [...], als ich den Artikel las: " Keiner will Ökostrom." Wir wollten Ökostrom, erfuhren jedoch auf Anfrage vor ca. einem Jahr, dass die Stadtwerke diesen nicht anbieten würden: Alternativ könnten wir jedoch unseren Normal-Strom-Tarif insoweit wechseln, dass wir - wie eben auch in der Berichterstattung der Neuen OZ beschrieben - , zu jeder Kilowattstunde 2 Cent hinzuzahlen'. Mit diesem zusätzlichen Geldbetrag werden regenerative Energien gefördert. Doch das ist kein Ökostrom! Der Normalsterbliche, welcher wegen Ökostrom zu alternativen Stromanbietern wechselt, möchte den Strom, welcher aus regenerativen Energiequellen gefördert wird, eben keinen Strom aus Atomkraft- oder Kohlekraftwerken. Meines Erachtens werden hier Birnen mit Äpfeln verglichen und dem Leser seitens der Stadtwerke Atomstrom als Ökostrom vorgegaukelt [...]"

Helmut Korte, Hunteburger Weg 154, Osnabrück

Den Stadtwerken bleibt ein Gewinn

" Keiner will den Ökostrom? Nein, keiner will den " Ökostrom" der Stadtwerke (wie auch die entsprechenden Tarife von RWE, E.ON und anderen). Der Ökotarif ist doch eine Mogelpackung. Die zwei zusätzlichen Cent pro Kilowattstunde mögen in neue Anlagen zur Erzeugung regenerativer Energien investiert werden, aber letztendlich bleibt den Stadtwerken ein Gewinn - und der wird im Moment in neue Kohlekraftwerke oder den Ausbau des FMO investiert. Wirklich sehr ökologisch. Ich denke, das haben auch viele Kunden verstanden; und wer es wirklich ernst meint, der wechselt zu einem echten Ökostromanbieter wie Greenpeace Energy, Lichtblick oder Naturstrom. Mit Kilowattstunden-Preisen, die zum Teil nicht mal einen Cent über dem regulären " Schmutzstromtarif "" der Stadtwerke liegen."

Roland Tapken Artilleriestraße 10b Osnabrück

Weiter treu zu den Stadtwerken?

" Wer sich derzeit bei den Osnabrücker Stadtwerken für das Angebot ökostrom entscheidet, erhält keine Ökostromgarantie. Es wird nur die Zusage gegeben, dass der Aufschlag von 2 Cent pro Kilowattstunde , zur Förderung regenerativer Energieträger in Osnabrück' verwendet wird. Bei einem bundesweit bekannten Ökostromlieferanten (Lichtblick) bekomme ich Ökostrom garantiert und zahle bei einem Jahresverbrauch von 3700 Kilowattstunden 13, 81 Euro weniger als bei den Stadtwerken! Da kann ich doch besser sofort den Anbieter wechseln, statt bei den Stadtwerken von " Normalstrom'" auf . ökostrom' umzusteigen. Vor dieser Entscheidung stehe ich gerade. Gerne würde ich den Stadtwerken die Treue halten, die nicht zuletzt durch die Bereitstellung eines effektiven öffentlichen Personennahverkehrs eine ökologische Bedeutung für Osnabrück haben. Aber die rückwärtsgewandte Entscheidung für die Investition in neue Braunkohlekraftwerke und das Festhalten an Atomkraft machen es mir schwer."

Klaus Jacobs, Wilhelm-von-Euch Str. 19,

Osnabrück

Deutschlands Nordseeküste hat eine hohe Dichte an Windkraftanlagen. Auf diesem Bild grasen Kühe in Westerholt in Ostfriesland auf einer Weide.

Investition für Kohlekraftwerke

"[...] Der Anteil des Ökostroms, der aus unserm Steckdosen kommt, steigt kontinuierlich. Im letzten Jahr lag er nach Angaben des Bundesverbandes Erneuerbare Energie bei 14 Prozent. Doch den meisten Verbrauchern ist dies noch lange nicht genug. Laut einer aktuellen Forsa-Umfrage befürworten 96 Prozent der Deutschen den verstärkten Ausbau der erneuerbaren Energien. Die pauschale Aussage . Keiner will den ökostrom1 ist somit irreführend. Warum bezahlen dennoch so wenig Kunden der Stadtwerke denÖkostromtarif? Vielleicht fehlt hier noch das Vertrauen. Nach Mitteilung der Stadtwerke Osnabrück beziehen die Stadt werke den Strom fast ausschließlich von RWK, die wiederum hauptsächlich Kraftwerke auf Braun- und Steinkohlebasis betreiben. Und der Anteil am Kohlestrom soll durch direkte Beteiligung der Stadtwerke an Steinkohlekraftwerken noch steigen. Dass potenzielle ökostromkunden da skeptisch werden, ist nicht verwunderlich. Die Idee der Stadiwerke, dass sich der Bürger über Genussrechte direkt an den ökokraftwerken beteiligt, ist gut und könnte mehr Vertrauen schaffen. Denn auch wenn der Wind-, Solar- und Biomassestrom dann noch immer im Mix auf alle Verbraucher verteilt wird, so weiß der Kunde zumindest, dass seine Investition nicht in den Bau neuer Kohlekraftwerke fließt."

Carlo Raakar, Boelckeweg 2

Osnabrück

Für Ökostrom fehlt mir das Geld

" Ich will Ökostrom! Aber erstens fehlt mir das Geld. Und zweitens unterstütze ich mit meinen 2 Cent pro Kilowattstunde an die Stadtwerke nicht nur Ökostromprojekte, sondern: Der Stadtwerke- Ökostrom beinhaltet 28 Prozent Atomkraft, Strom aus einem angeblich modernen Gaskraftwerk, wo aber 40 Prozent der Energie in die Luft geschickt werden, weil die Abwärme nicht genutzt wird. Und dann wollen die Stadtwerke in das absolut klimaschädliche Kohlekraftwerk in Hamm-Uentrop investieren, wo Importkohle verheizt werden soll (unsere Kumpels profitieren nicht und dann die klimaschädlichen Transporte der Kohle). Wirklicher Ökostrom kommt zum Beispiel von Greenpeace Energy, was mich aber 5 bis 8 Euro mehr kosten würde pro Monat. 0. k., was tue ich trotz meines wenigen Geldes fürs Klima? Ich unterstütze das Anliegen evangelischer Christen, dass ganze Gemeinden zum Beispiel zu Greenpeace Energy wechseln

[...]."

Dietlind Schöler Ravensbrink 17 Osnabrück

Für Klimaschutz noch nichts getan

" Ja, es sind wirklich nicht viele Menschen, die den Gedanken " eigentlich wäre es ja schon ganz gut, ökostrom zu beziehen..." in die Tat umsetzen. Bundesweit sind es gerade mal zwei Prozent der Haushalte, die zu einem Grünstrom-Anbieter gewechselt sind. Dazu kommt noch, dass etliche Ökostromanbieter, auch wenn sie ihren Strom tatsächlich bei einem Wasserkraftwerk einkaufen und ihn nicht bloß mit RECS-Zertifikaten grün angestrichen haben, damit überhaupt nichts für den Klimaschutz getan haben. Warum?

1. Es wird kein bischen mehr klimafreundlicher Strom produziert, wenn der Strom aus schon seit Jahrzehnten bestehenden Wasserkraftwerken lediglich neu verteilt wird: Die . Nicht-Ökos' bekommen dann eben ein bischen mehr Atom- und Kohlestrom, damit die , Ökos' 100 Prozent Ökostrom bekommen können.

2. Die deutschen Wasserkraftwerke sind fast ausschließlich im Besitz der vier großen Stromkonzcrne, die ihr Geld hauptsächlich in den Bau neuer Kohlekraftwerke investieren. Also würde man mit der Bezahlung seiner Ökostrom-Rechnung den Falschen Geld in den Rachen werfen. Darum sollte man und frau sich nur solche Ökostromanbieter suchen, die erstens den Neubau von Ökostrom-Anlagen kräftig fördern, zum Beispiel durch eigene Investitionen in diesen Bereich und die Verpflichtung, jeden Neukunden innerhalb von fünf Jahren mit 100 Prozent Ökostrom aus neuen Anlagen zu versorgen. Zweitens Strom nur von solchen Unternehmen kaufen, die keinerlei Verflechtung mit der Atom-und Kohleindustrie aufweisen. Von den großen Naturschutzverbänden BUND und NABU sowie der Klimaallianz werden lediglich vier der bundesweiten Anbieter empfohlen: Greenpeace Energy, EWS, Lichtblick und Naturstrom. Das Ökostrom-Angebot der Stadtwerke ist zwar besser als nichts, aber trotzdem nicht sehr überzeugend: Zwar zahlt der Kunde 2 Cent pro Kilowattstunde für ein Projekt zur Erzeugung regenerativer Energie, aber mit den restlichen 17 Cent wird der übliche Strommix der Stadtwerke bezahlt: 55 Prozent Braunkohle-, Steinkohle- und Gasstrom, 28 Prozent Atomstrom, ca. 13 Prozent Pflichtanteil an echtem Ökostrom, der über das EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz) eingespeist wird, und ganze 2 Prozent regenerativer Strom, der in Osnabrück überwiegend in Anlagen der Stadtwerke erzeugt wird. Die Tatsache, dass die Stadtwerke Osnabrück völlig die Zeichen der Zeit verkennen und jetzt in eigene Kohlekraftwerke statt glaubwürdig in erneuerbare Energien investieren wollen, lässt ihr ökostrom-angebot noch mehr als zuvor als Instrument der Imagepflege erscheinen."

Dr. Ranata Vastnar-Halsa Bohnenkampstraßa 16 Osnabrück

Irreführende Überschrift

" Werbung für die Stadtwerke? Die Überschriften und Teile des Artikels sind irreführend. Der Artikel sagt eigentlich nur aus, dass die Osnabrücker das Ökostrom-Angebot der Stadtwerke nicht besonders gut annehmen. Das wundert mich eigentlich auch nicht, da der Strom der Stadtwerke immer noch einen Atomstromanteil von über 25 Prozent hat und die Stadtwerke auch weiter auf Kohlekraftwerke setzen. Dieser Strommix gilt auch genauso für die Benutzer des Ökostrom-Tarifs. Wie viele Haushalte in der Stadt die Ökostrom-Tarlfe anderer Anbieter mit entschieden anderen Konditionen nutzen, wird nicht erwähnt, nicht mal die Möglichkeit wird erwähnt. Meine Vermutung ist, dass die Stadtwerke bemerkt haben, dass viele ihrer Kunden lieber gleich zu den . echten' Ökostrom-Anbietern [...] wechseln, statt auf die Mogelpackung der Stadtwerke zu setzen. Das Thema sollte von der Neuen OZ jedenfalls differenzierter behandelt werden."

Elmar Langetepe, Blumenesch 16, Osnabrück
Autor:
Tillmann Steinberger u. a.


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