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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Tierische Fingerabdrücke und Schönheitsfarmen
Zwischenüberschrift:
Auf morgendlicher Spurensuche im Wiehengebirge
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Bilduntertitel
Auch im Spätherbst lohnt sich ein Spaziergang durch den Wald, wie hier in Bad Essen-Lintorf, bei dem man Spuren von Tieren, deren Behausungen oder Futterreste entdecken kann.

Der Befall durch Schädlinge wie etwa den Borkenkäfer oder auch Stürme (wie zuletzt Kyrill) führen oft dazu, dass ganze Waldflächen gerodet werden müssen.

Bäume tauschen sich selbst aus: Wenn unter alten Laubbäumen neue nachwachsen, spricht der Fachmann von Naturverjüngung. Im Bild zu sehen sind junge Ahorntriebe.

Vorsicht, nicht alle sind genießbar: Die unterschiedlichsten Pilzarten sind im Herbst im Wald zu finden.

Augen auf im Wald: Wer genau hinschaut, kann auch als Laie vieles entdecken.
Fotos: Oliver Krato

Von Sandra Spieker (Text) und Oliver Krato (Fotos) Altkreis Wittlage. Es ist ein milder Herbstmorgen. Die Dämmerung beginnt sich zu lichten. Leichte Nebelschwaden steigen auf Feldern und Äckern empor. Helmut Spieker ist einem Jagdrevier Wiehengebirge unterwegs. Doch heute geht es nicht ums Schießen, auch wenn die Waffe dennoch dabei ist.
Von Sandra Spieker (Text)
und Oliver Krato (Fotos)
Altkreis Wittlage. Als Mitpächter des Reviers und Kreisjägermeister ist er nicht nur im Frühjahr und Sommer unterwegs im Wald, sondern auch an einem solchen grauen Tag Ende November, um seine Aufgaben zu erfüllen. Das weibliche Schalenwild muss bejagt werden, er muss überprüfen, ob die Wildbestände in Ordnung sind und überlegen, was hinsichtlich der Sturmschäden und den erforderlichen Aufforstungen geschieht.
Auf seinem Reviergang kommt er vorbei an einer jungen Fichtenanpflanzung, angrenzend liegt eine freie, abgeholzte Fläche. Die Baumstümpfe sind die Überbleibsel von " Kyrill" und Borkenkäferaktivitäten. Das Insekt bohrt sich unter die Rinde, um dort Eier abzulegen. Bei großflächigem Borkenkäferbefall und starken Sturmschäden sinken die Preise auf dem Holzmarkt drastisch. Für den Waldbesitzer entsteht großer finanzieller Schaden.
Doch nicht nur Insekten können im Wald Schäden anrichten. " Fichtenanpflanzungen können ohne Zaun aufwachsen. Der Verbiss durch Wild hält sich in vertretbaren Grenzen", erklärt der Jäger. Anders sei es bei den Laubbaumarten. Sie müssten besonders beobachtet werden. Bei übermäßigem Verbiss müsse eingezäunt oder auch die Wilddichte verringert werden. Von wegen " einfach drauflosschießen". Dazu gibt es für die Schalenwildarten (Reh- und Damwild) Bejagungs- und Abschusspläne. In diesen wird auf Antrag des Revierinhabers die Zahl des zu erlegenden Wildes von der Kreisverwaltung festgelegt.
Ob Reh- oder Damwild, Hase oder Kaninchen; der Spaziergänger bekommt bei einem Marsch durch den Wald oft nicht viel von der dort lebenden Tierwelt mit. Der Jäger findet an diesem Morgen zahlreiche Tierspuren, die jetzt, wo es draußen kalt, nass und kahl wird, besser zu sehen sind. Da sind die Trittsiegel vom Rehwild auf dem jetzt spärlich bewachsenen Wildacker zu entdecken, und die abgeschälte Rinde am Salzleckstein weist darauf hin, dass sich Reh- und Damwild dort mit dem Mineralstoff versorgt haben.
Tief im Wald befindet sich die " schweinische" Schönheitsfarm, bestehend aus matschiger Suhle nebst Malbaum, an dem sich das Tier nach dem Suhlen scheuert.
Nachdem sich das Wildschwein in seiner " Badewanne" mit einer Fango-Packung verwöhnt hat, geht es nämlich zum Peeling an den Stamm zurück bleiben großflächige Matschspuren.
Tiefe Rillen in der Rinde weisen darauf hin, dass ein Keiler gründliche Zahnpflege betrieben und seine Duftmarke hinterlassen hat. Riecht es zudem nach Maggi, ist das Schwein oft nicht weit. " Wichtig ist aber, in diesen Tagen nicht die Wege zu verlassen, damit das Wild, das im Winter sozusagen in den Energiesparmodus umschaltet und leicht zu beunruhigen ist, nicht gestört wird", mahnen die heimischen Jäger.
Autor:
Sandra Spieker


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