User Online: 1 | Timeout: 04:17Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Momentaufnahmen für die Ewigkeit
Zwischenüberschrift:
Fotografen aus Karlsruhe dokumentieren Abzug der Briten
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
jpet Osnabrück. Vier Telefonate für ein Foto. Der Wachoffizier in der Quebec-Kaserne im Stadtteil Atter versichert sich mehrfach bei seinen Vorgesetzten, ob die Sache wirklich mit rechten Dingen zugeht. Es dauert eine Viertelstunde, dann dürfen Franz Wamhof und Nicole Blaffert endlich passieren. " Ohne Absprachen geht nichts", sagt Wamhof und zieht seine Digicam aus der Mantelltasche.
Ein Wort schwingt immer mit, wenn es um den Abzug der Briten geht: Veränderung. Es gibt Visionen und Konzepte. Ganze Ausschüsse beschäftigten sich in Osnabrück mit dem, was sein wird, wenn nichts mehr so ist wie vorher. Viel wurde diskutiert, eine Frage blieb dabei bisher aber unangesprochen: Wer sorgt eigentlich dafür, dass die Briten und ihre Gebäude auch in der Stadtgeschichte verankert bleiben, wenn die Abrissbagger schon abgezogen sind?
Die Rettung kommt aus Karlsruhe. Zwei Künstler, Franz Wamhof (44), gebürtiger Osnabrücker, und Nicole Blaffert (34) wollen mit ihrer Fotoausrüstung anrücken und die letzte Gelegenheit nutzen, das Leben der Briten genau zu dokumentieren. Was am Ende bleibt, sind mindestens 150 Fotos, die zunächst im Kulturgeschichtlichen Museum ausgestellt werden und dann auf Reise durch Deutschland und England gehen sollen.
Ganz am Anfang steht nur eine kleine Digitalkamera. Mit der waren Wamhof und Blaffert in den vergangenen Wochen in Osnabrück unterwegs. " Damit machen wir unsere Probeaufnahmen", sagt Wamhof. Geknipst wird jenseits des Stacheldrahtzauns: Bisher war es streng verboten, auf dem Gelände der Kaserne zu fotografieren. Ausnahmen wurden nur zu besonderen Anlässen gemacht. Viele Gespräche waren nötig, doch schließlich stimmten die Briten zu.
Auf den fünf Kasernengeländen in Osnabrück befinden sich heute außer Unterkünften und den Hallen für technisches Gerät auch Schulen für 2700 Kinder, Sporthallen, Veranstaltungsräume und Infrastruktur für das tägliche Leben wie Supermärkte, Cafés, Kinos und Reisebüros. Die Künstler haben die einmalige Chance, den britischen Stützpunkt Osnabrück direkt vor, während und nach der Räumungfotografisch zu dokumentieren.
Möglich wurde das nur durch intensive Gespräche: " Aufgrund der engen und vertrauensvollen Beziehung, die wir zu dem Verbindungsoffizier Christopher Lineker aufbauen konnten, ist es uns nun möglich, den feinen Zeitsprung zwischen der Vergangenheit der Briten als Besatzermacht′ und der Zukunft des Areals als möglichem Standort neuer Bebauung im Bild zu fixieren", schreiben die Künstler in ihrem Konzeptpapier. Das haben sie bereits der Lenkungsgruppe Konversion, deren Mitglieder die Rückgabe der Immobilien durch die Briten regeln, vorgestellt.
Die Formalien sind geregelt, jetzt geht es an die Arbeit. Franz Wamhof und Nicole Blaffert werden etwa sechs Monate in der Quebec-Kaserne leben und arbeiten. Und wenn im März 2009 das letzte Tor geschlossen wird, wollen auch die Künstler ihre Arbeit abgeschlossen haben. Die Ausstellungseröffnung ist für Mai 2009 geplant.
Und was wünschen sich die Fotografen für die ehemaligen Militärliegenschaften? " Auch der Kunst sollte ein Teil zukommen", sagt Wamhof. Seine Horrorvision: " Wenn einfach ohne Sinn 20 neue Mediamärkte aus dem Boden gestampft werden."

Bilduntertitel
Sie halten ein Stück Osnabrücker Geschichte mit der Kamera fest: Nicole Blaffert und Franz Wamhof. Foto: Jörn Petring
Autor:
jpet


Anfang der Liste Ende der Liste