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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Haster wollen Harmonie für ihren Stadtteil
Zwischenüberschrift:
Projektgruppe organisiert gewaltfreien Widerstand gegen Vandalismus
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Von Christian Tombrägel Osnabrück. Das erste Ärgernis sieht der Besucher schon auf der Eingangstür des Mehrgenerationenhauses in Haste. Ein großes " Fuck you" prangt auf der schneeweißen Pforte. Ein Ärgernis unter vielen, denen jetzt die Bewohner des Stadtteils auf eine ganz besondere Art begegnen wollen.
Der Runde Tisch und der Verein " Ahimsa" schulen seit Montag Bürger im gewaltfreien Widerstand gegen Vandalismus und Gewalt in ihrer Nachbarschaft. Eine illustre Gruppe hat sich im Mehrgenerationenhaus eingefunden. Außer besorgten Anwohnern und Mietern kamen auch Pädagogen, Lehrer, Politiker und Jugendbetreuer zum Start der Projektgruppe.
Dr. Angela Eberding, die Vorsitzende von " Ahimsa", und der Psychotherapeut Martin Lemme wollen in den nächsten Monaten die Prinzipien des " Ahimsa" (zu Deutsch: nicht verletzten) vermitteln. Ziel sei " gewaltfreier Widerstand gegen Dinge, die nicht mehr tragbar sind", erklärt Martin Lemme. Und Angela Eberding ergänzt: " Im Unterschied zu einer Bürgerwehr wollen wir Störenfriede nicht vertreiben, sondern ihre Plätze positiv besetzen." Was konkret geschehen soll, wollen alle Teilnehmer in den kommenden Monate diskutieren.
Entwickelt wurde die " Ahimsa"- Idee vom israelischen Professor Haim Omer. " Vor allen in Familien und Schulen wenden wir dieses Coaching an", sagt Lemme. Mit Haste sei nun erstmals ein ganzer Stadtteil das Versuchsareal für Ahimsa.
" Wir haben schon seit 30 Jahren Probleme hier", erklärt der Sprecher des Runden Tisches, Josef Krotzek: " Wir haben schon viel getan." Doch nun sei er gespannt auf das Ergebnis dieses neuen Projekts. Krotzek gibt zu: " Ich habe auch Bauchschmerzen dabei."
Dabei sei Haste kein besonderer Brennpunkt von Gewalt und Kriminalität. Das heben die Projektteilnehmer immer wieder deutlich hervor. Doch gerade im Schatten der großen Mietshäuser, am Eberleplatz und auf dem Gelände der Haster Grundschule käme es oft zu Vandalismus und gewalttätigen Auseinandersetzungen vor allem unter stark alkoholisierten Jugendlichen.
Den Ärger über ihren Stadtteil ließen Angela Eberding und Martin Lemme die Bewohner auf rote Kärtchen schreiben. Stück für Stück sollen die Probleme abgearbeitet werden, so das Ziel. " Wir wünschen, dass die Stimmen aus dem Stadtteil Harmonie ausstrahlen", brachte es ein Teilnehmer auf den Punkt.
Wohin das Projekt führen kann, machten Martin Lemme und Angela Eberding an einigen Beispielen aus anderen Städten klar. So seien in Amsterdam sieben Väter täglich auf randalierende Jugendliche friedlich zugegangen. Auch in Bad Laer habe es einähnliches Einschreiten von Erwachsenen geben. Beide Engagements hätten Erfolg gehabt, so Lemme. Und das erhoffe er sich auch von Haste.
Die Teilnehmer hoffen jetzt auch eine breitere Öffentlichkeit und weitere Unterstützer. Zum nächsten Treffen am 25. Februar um 18.30 Uhr seien daher alle interessierten Bürger in den Haster Stadtteiltreff eingeladen. Informationen gibt es auch im Internet unter www.ahimsa-os.de.
Autor:
Christian Tombrägel


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