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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Stadtplanung mit der Abrissbirne
Zwischenüberschrift:
Der Thor′sche Durchbruch an Jürgensort und Großer Straße
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Von Marie-Luise Braun Osnabrück. Einen Blick in die Große Straße und den Jürgensort bietet die heutige Zeitreise. Hier war zur Zeit des historischen Bildes im Jahr 1928 gerade eine bedeutende Veränderung in der Innenstadt abgeschlossen worden: der Thor′sche Durchbruch.
Mit dem Abbruch zahlreicher Häuser zwischen Kamp, Großer Straße, Kleiner Hamkenstraße und Großer Hamkenstraße wollte der Bauunternehmer Robert Thor den innerstädtische Verkehr auf dem Breiten Graben und der Großen Straße entlasten.
Um 1900 plante er eine Verbindung zwischen Großer Straße und Kamp bis hin zur Katharinenkirche. Um das Projekt umzusetzen, hatte er etliche Gebäude und Grundstücke gekauft, die von dem Projekt betroffen waren. Zuvor hatte er sich bereits am Ausbau der Georgstraße beteiligt.
Auf Initiative des Stadtbaurats Lehmann wurden die Planungen für den Durchbruch begonnen. Ihm schwebte allerdings vor, die neue Achse auf den Schnittpunkt der Martinistraße mit dem Schlosswall abzuändern, um eine umfassendere Verkehrsentlastung für den Neuen Graben zu erzielen. Die Osnabrücker diskutierten das Vorhaben sehr kontrovers.
Vollendet wurden die Planungen nicht. Aber es wurden einige Gebäude abgerissen. Dadurch entstand der Jürgensort, der zuvor dicht mit Häusern bebaut gewesen war. Auch die kleinen Häuser Große Straße 65 bis 63 stehen nicht mehr. Auf den Grundstücken ließ Thor das wuchtige Gebäude errichten, welches das Foto von Helmut Schwarz dominiert. Fertig gestellt wurde es 1927. Im Erdgeschoss befanden sich kurze Zeit später die Ausstellungsräume des Kaufhauses S. Alsberg & Cie. und das Bankgeschäft Wilhelm Gersie. Heute gibt es an dieser Stelle Bücher zu kaufen.
Nahezu unverändert erhalten ist das Haus Gösling, Große Straße 62, mit dem geschwungenen Giebelaufbau im rechten Bildhintergrund. Zur Zeit der historischen Aufnahme befand sich hier die Schuhwarenhandlung Max Markus. Heute öffnet in dem Gebäude die Filiale einer Drogerie-Kette ihre Türen für Kundschaft.
Der junge Fahrradfahrer rechts stand mit seinen Freunden 1926 vor dem Schaufenster des Geschäfts von Hermann Lübbe, der dort eine Parfümerie und einen Frisiersalon betrieb. Heute verkauft an dieser Stelle das Kaufhaus L + T Modewaren.
Auf den Straßenbahnschienen auf der Großen Straße pendelten von 1906 bis 1960 zwei Linien: Linie 1 fuhr vom Hauptbahnhof zum Depot in der Lotter Straße. Linie 2 beförderte ihre Fahrgäste zwischen dem Rosenplatz und dem Hasetor.

Bilduntertitel
Der Thor′sche Durchbruch von der Großen Straße zum Kamp ist auf diesem Foto aus dem Jahr 1928 bereits abgeschlossen. Durch ihn entstand der Jürgensort. Foto: Helmut Schwarz. Das Bild stammt aus dem Buch Alt-Osnabrück. Erschienen ist es im Verlag H. Th. Wenner.

Eine Buchhandlung befindet sich heute in dem Haus an der Ecke von Jürgensort und Großer Straße. Foto: Jörn Martens
Autor:
Marie-Luise Braun


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