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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Wie teuer wird das Nussbaum-Haus?
Zwischenüberschrift:
Alle wollen die Erweiterung, aber keiner kann die Kosten nennen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
hin Osnabrück. Alles soll ganz schnell gehen: Um EU-Zuschüsse für die Erweiterung des Felix-Nussbaum-Hauses zu sichern, müssen die Pläne bis Ende Januar in Hannover sein. Aber keiner kann bislang die Kosten sicher kalkulieren.
Die Irritationen, die diese Eile bei den Kommunalpolitikern auslöst, waren in der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses nicht zu übersehen. Alle wollen den Ausbau, aber niemand will überstürzt einen Blankoscheck ausfüllen.
Auch Kulturdezernent Reinhard Sliwka konnte den Ratsmitgliedern keine Angaben über die Kosten des geplanten gläsernen Anbaus machen. Er versprach aber, spätestens am Vorabend der vorentscheidenden Ratssitzung am 29. Januar den Fraktionen eineÜbersicht vorzulegen.
Die Pläne für das neue gläserne Foyer hat der Schöpfer des Nussbaum-Hauses, Star-Architekt Daniel Libeskind, entworfen. Der Erweiterungsbau soll über der historischen Brücke entstehen und auf zwei Geschossen die Kasse, Garderobe, Ruhezonen, Museumsshop, Sanitäreinrichtungen und einen Gastro-Bereich aufnehmen. Ziel ist es, möglichst wenig in die sensible Architektur des Nussbaum-Hauses einzugreifen und den Anbau als schlüssige Fortsetzung des Gesamtkonzeptes erkennbar zu machen. Bedenkenäußert die Denkmalpflege, die einen zu geringen Abstand des Neubaus zum Akzisehaus bemängelt. Der Glasbau wird knapp zehn Meter hoch sein und bis auf fünf Meter an das Akzisehaus heranreichen.
Der Verwaltungsausschuss hat 150 000 Euro für die Planungen freigegeben. Die Felix-Nussbaum-Gesellschaft stellte aus eigenen Mitteln 30 000 Euro für die Planungen zur Verfügung. Doch die wichtigste Frage ist noch unbeantwortet: Was kostet das ganze Projekt, und mit welchen Folgekosten ist zu rechnen? Einen Anhaltspunkt liefert die Investitionsplanung des Eigenbetriebes Immobilien und Gebäudemanagement. Darin taucht das Nussbaum-Haus (" vorbehaltlich der Gewährung von Zuschüssen") mit einer Investition von insgesamt zwei Millionen Euro, gesplittet auf drei Jahre, auf: 250 000 Euro jetzt, 1, 25 Millionen im nächsten Jahr und eine halbe Million im Jahr 2010.
Uwe Twent und Claudia Galitz (beide CDU) betrachteten mit Skepsis die möglichen Folgekosten. Twent vermutet, dass im Glasbau eine aufwendige Klimatisierung nötig sein wird. Galitz mahnte, auch die Kosten für die Reinigung und Pflege möglichst genau zu ermitteln. Auch Volker Bajus (Grüne) zog die Notwendigkeit, in das Nussbaum-Haus zu investieren, nicht in Zweifel, forderte aber, Energieverbrauch und Klimaschutz im Auge zu behalten. Wulf-Siegmar Mierke (UWG) brachte seine " Bauchschmerzen" zum Ausdruck, in der Kürze der Zeit eine finanziell so weit reichende Entscheidung treffen zu müssen.
Museum mit Mängeln
Die Eile ist begründet: Die Stadt hofft auf Mittel aus dem europäischen Programm für regionale Entwicklung (EFRE). Das Landesministerium für Wissenschaft und Kultur, das die Mittel in Brüssel beantragen muss, drängt die Stadt, bis Ende dieses Monats die Unterlagen vorzulegen. Das erhöhe die Chancen, einen Zuschlag zu bekommen. Brüssel würde maximal die Hälfte der Baukosten übernehmen. Darüber hinaus versucht die Stadt, Sponsoren und Stiftungen für das Projekt zu begeistern.
Das Nussbaum-Haus offenbart besonders an den Wochenenden oder bei großen Ausstellungen seine Mängel: Besucher müssen dicht gedrängt im engen Eingangsbereich oder gar draußen auf Einlass warten. Es gibt keine Ruhezonen, keine gastronomischen Angebote, keine Möglichkeit, Empfänge zu veranstalten oder Gäste angemessen zu bewirten. Die Kulturverwaltung stellt in ihrem Bericht fest, " dass das Potenzial im Bereich Besucherservice und Akquirieren wertvoller Leihgaben und dem Gewinn von Sponsoren nicht ausreichend ausgeschöpft werden kann". Der Anbau solle dazu beitragen, die Zufriedenheit der Besucher zu steigern und einen Ort zur " offensiven Sponsorenpflege" zu schaffen. Der Anbau sei unerlässlich, um das Haus im Kreis der internationalen Museen zu etablierten und wirtschaftlich zu sichern.
Bilduntertitel

Auf der Brücke, die vom Akzisehaus zum Nussbaum-Haus führt, soll ein gläsernes Foyer entstehen. Foto: Jörn Martens
Autor:
hin


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