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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Gebaut für die Ewigkeit
Zwischenüberschrift:
Bunker am Bahnhof: Grauer Klotz als Willkommensgruß
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Von Horst Troiza Osnabrück. Als Visitenkarte für die Stadt taugt er nichts, trotzdem ist der Bunker am Bahnhof eine der ersten " Sehenswürdigkeiten", die ein mit dem Zug anreisender Besucher zu Gesicht bekommt. Wie es scheint, wird seine abstoßende Tristesse dem Stadtbild weiterhin erhalten bleiben.
Was gewöhnlich mit Bauwerken geschieht, für die es keine Verwendung mehr gibt, ist bekannt: Man lässt die Abrissbirne schwingen, und anschließend treten Investoren auf den Plan. So ist es möglich, Bausünden vergangener Tage oder anderen Störungen eines einheitlichen Stadtbildes beizukommen und städtebauliches Wachstum zu gewährleisten.
Anders sieht es bei Bunkern aus, den unübersehbaren und (scheinbar) zeitlosen Erinnerungen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs: Bei einer Wandstärke von 1, 50 bis 1, 80 Metern zieht die sonst alles dem Erdboden gleichmachende Abrissbirne den Kürzeren. Einem Bunker ist nur mit weitaus gröberen Mitteln beizukommen, etwa mit dem Einsatz von Sprengstoff, und das kann nach Informationen aus Zivilschutzkreisen leicht bis zu zwei Millionen Euro Kosten verursachen.
Wie aus dem Rathaus zu erfahren war, gibt es gegenwärtig keine Pläne zum weiteren Schicksal des Bunkers am Bahnhof. " Der Fachdienst hat sich mit diesem Thema nicht befasst", erklärte Franz Schürings, Leiter des Dezernats Städtebau. Auch beim Eigentümer, der Bahn AG, laufen keine Planungen. " Der Bunker ist von der Rohbausubstanz in einem guten Zustand. Investitionen wären nötig, wenn man das Gebäude dem Publikumsverkehr zugänglich machen möchte, wie etwa Installation von Treppengeländern und Einrichtung eines zusätzlichen Fluchtwegs", war von Susanne Heck zu erfahren, einer Mitarbeiterin der Immobiliengesellschaft der Bahn. Sie stehe jederzeit zur Verfügung, in Abstimmung mit einem konkreten Interessenten ein Nutzungskonzept zu erarbeiten.
Mit Efeu und Grasdach
Demnach werden alle Bemühungen eines engagierten Stadtmarketings auch in Zukunft um den Bahnhof eine Kurve machen müssen. Der Betonklotz wird seinen Standort steif und fest verteidigen. In der Bundesrepublik gibt es gegenwärtig noch etwa 1500 dieser Weltkriegsaltlasten. In manchen Städten, so in Bremen in der Berliner Straße, ist mit einem dieser Schandflecke ganz pragmatisch verfahren worden: Er erhielt ein Kleid aus Efeu und ein Grasdach. Das mildert seine architektonische Monstrosität um einen wesentlichen Teil.

Bilduntertitel

Wird so schnell nicht verschwinden der Bunker am Hauptbahnhof. Interessenten, die ihn nutzen wollen, sind willkommen. Foto: Michael Hehmann
Autor:
Horst Troiza


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