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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Kyrills Opfer: Mehr als 500 Bäume
Zwischenüberschrift:
Auch nach einem Jahr sind noch nicht alle Schäden beseitigt
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
hedi Osnabrück. Vor genau einem Jahr wütete Orkan Kyrill über Osnabrück. Erinnerungen werden wach an überflutete Keller, umgestürzte Bäume und abgedeckte Dächer. Forstarbeiter, Stadtgärtner und Dachdecker beseitigen noch heute letzte Sturmfolgen. Auch manche Versicherungen begleichen weiterhin fleißig Rechnungen.
Das war los in Osnabrück in der Nacht vom 18. auf den 19. Januar 2007: Tatort russischer Staatszirkus. Das in der Hasestadt aufgeschlagene Zelt galt als orkansicher. Doch Kyrill kannte keine Gnade. Daraufhin musste der Zirkus seine Tournee beenden.
Kahlschlag am Hoffmeyerplatz: 40 Bäume mussten entfernt werden. Der Platz hat sein Gesicht inzwischen völlig verändert. Eine andere Spätfolge: Weil der Orkan vor dem Edeka-Markt in der Rehmstraße einen Baum umstürzte, entstand dort kürzlich die vor allem von Bewohnern des Bischof-Lilje-Heims langersehnte Bushaltestelle.
Im Marienheim am Gut Sutthausen stand der 240 Quadratmeter große Keller der Berufsbildenden Schulen unter Wasser, da die Düte über ihre Ufer getreten war. Die Feuerwehr fuhr innerhalb von 24 Stunden insgesamt 500 Einsätze. 20 Straßen mussten gesperrt werden. Fünf Menschen wurden leicht verletzt. Kyrill hat die Stadt 2, 6 Millionen Euro gekostet. Die privaten Kosten sind unbekannt.
Ein Jahr später wird am Hauptbahnhof im Zuge der Bauarbeiten für einen barrierefreien Zugang zu den Gleisen das Dach über Gleis 1 ausgebessert und damit eine der letzten deutlich sichtbaren Spuren von Kyrill an Gebäuden in Osnabrück behoben. Wie Carsten Groß, Geschäftsführer der gleichnamigen Dachdeckerei, berichtet, seien viele Dächer zunächst provisorisch abgedichtet worden. Nun würden die Pfannen richtig befestigt und verbogene Rinnen repariert.
Am 18. Januar ist Groß 25-mal ausgerückt, normalerweise ist er täglich ein- bis zweimal unterwegs. Mit den infolge von Kyrill eingegangenen Aufträgen hatte er ein Jahr lang zu tun. Genauso wie Gerhard Wagener, Seniorchef von Wagener & Söhne, dessen Dachdeckermeisterbetrieb in Folge des Orkans rund 400 Aufträge bekam. Den größten Einsatz am Kyrill-Tag hatte er beim OSC. Das Flachdach über dem Fitnessbereich war weggeflogen, während die Sportler trainierten. Mit einem Kran setzte Wagener das Dach wieder aufs Gebäude: " Sonst wären die abgesoffen."
In den Wäldern und Grünanlagen wird hingegen noch etwas länger Hand angelegt. Im Heger Holz etwa muss noch die Hälfte der insgesamt gut vier Hektar durch Kyrill zerstörten Waldes wieder aufgeforstet werden. Die Pflanzungen sollen im Frühjahr abgeschlossen sein.
Auf städtischen Flächen sieht es etwas düsterer aus: Im Februar soll mit dem Nachpflanzen von Bäumen an Straßen und in Parks begonnen werden, erklärt Frank Bludau, Leiter der Abteilung Grünflächenunterhaltung. Insgesamt waren mehr als 500 Bäume entwurzelt worden oder abgebrochen. So entstand ein Gesamtschaden von 500 000 Euro. Das städtische Aufforsten wird bis 2009 dauern.
Auch die Abrechnung der Schäden wird einige Zeit beanspruchen. Für die meisten Orkanfolgen mussten Versicherungen aufkommen. Betroffene haben zwei Jahre Zeit, ihre Schäden geltend zu machen. Bei der VGH in Osnabrück bezieht sich immer noch jede zehnte der täglich einlaufenden Meldungen auf Kyrill. Bernhard Plogmann, VGH-Abteilungsleiter für Schäden, rechnet mit weiteren 2000 Fällen für Stadt und Landkreis.
17 000 Kyrill-Schäden für diese Region hat seine Versicherung bisher bearbeitet und rund 21 Millionen Euro ausgezahlt. Die schwersten Schäden mit Kosten von jeweils knapp 50 000 Euro entstanden an Kirchen. Hier waren vor allem die Bonifatius- und die Apostelkirche betroffen, berichtet Plogmann.

Bilduntertitel

Aufräumen einen Monat nach dem Orkan. Der Hoffmeyerplatz hat sein Gesicht vollkommen verändert. Archivfoto: Jörn Martens

Die Versicherungen haben inzwischen Millionen für die Beseitigung der Schäden gezahlt. Archivfoto: Hermann Pentermann
Autor:
hedi


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