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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Der letzte Gasometer von Osnabrück
Zwischenüberschrift:
150 Jahre Gasversorgung: Der "dicke Ulsmann" prägte das Bild der Innenstadt
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
rei Osnabrück. Zu übersehen war er nicht: Groß und mächtig überragte in den 50ern und 60ern der Gasometer der Stadtwerke alle umstehenden Gebäude. Schon lange ist er aus dem Stadtbild verschwunden.
Am 1. Mai 1955 war der " dicke Ulsmann", wie ihn die Stadtwerke in Anlehnung an ihren damaligen Werksleiter nannten, in Betrieb genommen worden. Schon vom Schinkelberg aus war die mächtige Stahlkonstruktion auf dem Grundstück an der Luisenstraße/ Alten Poststraße zu sehen, wie Rolf Spilker vom Museum Industriekultur berichtet. 75 Meter hoch ragte der Turm in den Himmel. 780 Tonnen Stahl waren für den Gasometer mit einem Durchmesser von 35, 2 Metern verbaut worden.
50 000 Kubikmeter Gas konnte der Behälter aufnehmen. Die wurden damals auch benötigt. Denn die Stadtwerke wollten mit dem Volumen ihrer Gasometer den Tagesbedarf abdecken. Der lag damals zwischen 60 000 und 70 000 Kubikmetern und konnte durch die zwei kleineren Behälter mit einem gemeinsamen Volumen von 30 000 Kubikmeter nicht allein abgedeckt werden.
Im Gegensatz zu seinen kleineren Kollegen war der große Gasometer ein Trockengasbehälter mit einer Scheibe. Die wurde von Gewichten auf- und abbewegt, um den Gasdruck zu regulieren. In den Nassgasbehältern verhinderte dagegen ein Wasserbassin auf dem Boden das Austreten des Gases, das in einer beweglichen Glocke oben auf dem Turm aufgefangen wurden.
Als der " dicke Ulsmann" gebaut wurde, gab es die Gasversorgung in der Stadt schon fast ein Jahrhundert. Der Bedarf war stetig gestiegen, und die Gasbehälter waren immer größer geworden. Der erste Gasbehälter in Osnabrück von 1858 umfasste gerade mal ein Volumen von 1500 Kubikmetern und damit nicht einmal ein Dreißigstel. Bereits 1864 wurde ein weiterer Behälter in derselben Größe errichtet, 1872 folgte der dritte. Der Bedarf an Gas stieg mit dem wachsenden technischen Fortschritt stetig an.
Nachdem im Zweiten Weltkrieg die Gasversorgung zum Stillstand gekommen war, weil ein Bombenangriff im Mai 1944 die Werke schwer beschädigt hatte, dauerte es in den Jahren danach eine Weile, bis der Stand der Vorkriegszeit wieder erreicht war. Das Wirtschaftswunder machte sich aber schließlich auch in der Gasbranche bemerkbar.
Als ab 1963 in Osnabrück die Erdgasversorgung eingeführt wurde, verlor der " dicke Ulsmann" seinen Nutzen. Die beiden kleineren Behälter mit einem Fassungsvermögen von 24 000 und 6600 Kubikmeter waren bereits 1964 und 1970 demontiert worden. 1972 ging auch die Ära des großen Gasometers zu Ende. Heute steht an seiner Stelle die Verwaltung der Stadtwerke.
Die meisten Gasometer seien nach ihrer Stilllegung gesprengt oder abgerissen worden, sagt Rolf Spilker. " Aus heutiger Sicht wären sie als Zeugen des Industriezeitalters wieder interessant", fügt er hinzu. Doch daran habe damals niemand gedacht. Und so haben nur wenige Gasometer wie etwa der in Oberhausen das Ende ihrer Nutzung überlebt.

Bilduntertitel

Weithin sichtbar: Der große Gasometer überragte 20 Jahre lang die Innenstadt. Das Foto entstand Ende der 50er Jahre. Im Vordergrund ist die große Straße zu sehen. Bei dem hellen Gebäude unten links handelt es sich um das Modehaus L T.
Autor:
rei


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