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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
"Studiengebühr Investition in eigene Bildung"
Zwischenüberschrift:
Jungwähler haken bei Podiumsdiskussion mit sechs Landtagskandidaten nach
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
swa Osnabrück. " Studiengebühren sind nicht unsozial." Mit dieser unpopulären These verteidigte Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) die in Niedersachsen gültige Regelung. Bei der Podiumsdiskussion mit Osnabrücker Landtagskandidaten der vier im Landesparlament vertretenen Parteien entspann sich gestern im Cinema-Arthouse eine muntere Debatte.
swa Osnabrück. Bei der Veranstaltung, zu der der Stadtjugendring Osnabrück eingeladen hatte, kamen auch die Jungwähler zu Wort. Dass das Publikum mit seinen Fragen zum Zuge kam, dafür sorgten die beiden Moderatoren der Podiumsdiskussion. Kathrin Mahns und Stefan Prinz aus der Neue-OZ-Lokalredaktion leiteten die Gesprächsrunde.
Einige der jungen Zuhörer quittierten Wulffs Argumente für Studiengebühren mit Zwischenrufen. Aber Wulff blieb dabei: Wer durch ein Studium später vergleichsweise gute Berufsaussichten habe, dem sei eine Investition von maximal 4000 Euro Studiengebühren in die eigene Ausbildung zuzumuten. Anette Meyer zu Strohen (CDU) wies überdies darauf hin, dass die Zahl der Studienanfänger in Niedersachsen derzeit steige.
Dagegen vertraten Alice Graschtat und Ulla Groskurt (beide SPD) und der Grünenkandidat Hendrik Heuermann den Standpunkt: " Studiengebühren müssen weg." Heuermann berichtete aus seiner Zeit als Studentenvertreter: Viele Kommilitonen seien bei der Einführung der Gebühren verzweifelt ins Asta-Büro gekommen. Für ihn steht fest: " Studiengebühren sind sozial ungerecht und bildungspolitisch dumm."
Für bildungspolitisch sinnvoll hielt die rot-grüne Ecke im Podium gestern auch die gemeinsame Schule für alle Kinder bis zur 10. Klasse. Das sieht Roland Zielke (FDP) anders: " Die Gesamtschule ist ein etablierter Teil unseres gegliederten Schulsystems, aber sie sollte nicht zur Regelschule werden." Wenn viele Eltern dies wollten, sollten auch weitere Gesamtschulen eingerichtet werden. Anette Meyer zu Strohen ergänzte, dass nach dem Willen des Osnabrücker Rates die Schule in Eversburg zur Gesamtschule werden solle, wenn der künftige Träger, die evangelische Kirche, und die Eltern dies wollten. Da könne der Rat beschließen, was er will, konterten die beiden SPD-Frauen: Wenn das Schulgesetz dies nicht zulasse, gehe es eben nicht.
Dass für die Jugendlichen etwas getan werden müsse, die Probleme haben, einen Ausbildungsplatz zu finden, darin waren sich alle auf dem Podium einig. Für die Gruppe der Altbewerber, die nicht unmittelbar nach dem Schulabgang fündig geworden sind, werde zu wenig getan. Der Vorschlag der SPD im Landtag, eine außerbetriebliche Ausbildung anzubieten, habe im Parlament keine Mehrheit gefunden. " Aber Markt richtet′s nicht", so Graschtat. Wulff verwies dagegen darauf, dass die Zahl der jungen Arbeitslosen in Niedersachsen insgesamt halbiert worden sei und auch die Zahl der Schulabbrecher seit Ablösung der SPD-Landesregierung von 10, 3 auf 8 Prozent gesunken sei.
Anette Meyer zu Strohen sprach sich gegen den Vorschlag ihres hessischen Parteifreundes Koch aus, über die Herabsetzung der Strafmündigkeit nachzudenken: Kinder unter 14 ins Gefängnis zu stecken ist Schwachsinn." Mit den anderen Kandidaten auf dem Podium sprach sie sich dagegen für bessere Prävention und mehr Bildung aus.
O-Töne heute ab 10 Uhr
unter www.neue-oz.de/ wahl/

Bilduntertitel

Dass das Publikum mit seinen Fragen zum Zuge kam, dafür sorgten die beiden Moderatoren der Podiumsdiskussion. Kathrin Mahns (links) und Stefan Prinz aus der Neue-OZ-Lokalredaktion leiteten die Gesprächsrunde. Fotos: Gert Westdörp

Studiengebühren müssen weg, forderte Alice Graschtat (SPD) und erntete mit dieser Forderung Applaus unter anwesenden Studenten.

Eine Schule für alle bis zur zehnten Klasse, das ist für Ulla Groskurt (SPD) ein Weg zur gerechten Verteilung von Bildungschancen.

Bildungspolitisch dumm und sozial ungerecht sind nach Ansicht von Hendrik Heuermann (Grüne) Studiengebühren.

Die Gesamtschule ist ein etablierter Teil des gegliederten Schulsystems, neben anderen Schulformen, findet Roland Zielke (FDP).

Als Schwachsinn bezeichnete Anette Meyer zu Strohen (CDU) den Gedanken, Kinder unter 14 Jahren gegebenenfalls ins Gefängnis zu stecken.

Akademiker haben bessere Berufsaussichten, deshalb können sie moderate Studiengebühren verkraften, meint Christian Wulff (CDU).
Autor:
swa


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