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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
"Die Sprüche tun doch keinem weh"
Zwischenüberschrift:
Wahlplakate im Urteil eines Experten: Wulff ist "glatt", Rösler "zu jugendlich"
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
hin Osnabrück. Die Wahlplakate im Urteil eines Experten: " Das Foto von Rösler hätte ich weggelassen. Der sieht ja aus, als hätte er gerade den Führerschein gemacht", sagt Volker Weitkamp (37). Wir haben den Osnabrücker Werbefachmann gebeten, die Plakate der Parteien fachlich zu bewerten.
Der Gegensatz zum 34 Jahre jungen FDP-Spitzenmann Philipp Rösler ist Christian Wulff. Der komme " glatt rüber", erscheine " niedersächsisch gerade", aber auch " etwas hausbacken". Landesväterlich eben. Wulffs Bild sei gut retuschiert, meint Weitkamp. Kein Barthaar, keine Hautunreinheit ist zu erkennen: " Da stecken bestimmt ein bis zwei Stunden Bildbearbeitung mit Photoshop drin."
Wolfgang Jüttner in der nachdenklichen Pose und angenehmen Gesichtsfarbe hat das bessere Bild, meint der Experte. Aber: " Den Jüttner kennen doch die wenigsten." Die SPD tue daher gut daran, auf den großen Tafeln mit Schlagwörtern statt mit Jüttners Gesicht zu werben.
Philipp Rösler fällt bei Weitkamp durch: Er ist für seinen Geschmack zu sehr auf jugendlich gemacht. Das Image, das die Plakate vermittelten, passe nicht zum Anspruch, Landesvater zu werden. Wenn er schon abgebildet werde, dann auf jeden Fall mit Krawatte und in einem seriösen Umfeld. Weitkamp glaubt nicht, dass sich jemand erfolgreich als Ministerpräsident bewerben kann, " der aussieht , als hätte er gerade den Führerschein gemacht".
Weitkamp kann unbefangen urteilen, denn mit Wahlwerbung hat der Geschäftsführer der Firma " Die Drei!" nichts zu tun. Sein Kerngeschäft ist alles, " was erklärt werden muss", wie er sagt. Technisches Gerät also, dessen Funktion und Vorteil sich nicht jedem auf dem ersten Blick erschließen.
Die CDU, sagt er, hat ein Problem mit der Farbe, die für alle anderen Parteien ein Stück Identität darstelle. Schwarz komme als Plakatfarbe überhaupt nicht infrage. Seit der Bundestagswahl 2006 setzt die Union auf das Merkel-Orange. Aber die CDU sei noch weit davon entfernt, dass dieses Orange als Hausfarbe erkannt werde.
Ein Plakat ist kein Plakat, wenn die Aussage nicht plakativ ist. Weitkamp: " Die Sprüche tun doch keinem weh. Man könnte auch schreiben: Die Banane ist krumm." Die Aussagen aller Parteien seien untereinander austauschbar und enthielten wenig Landesspezifisches. Am ehesten erreichen die Plakate der Linken dabei ihr Ziel. " Bildung für alle", " Privatisierung stoppen": Das sei klar und ohne Schnörkel. Das Kleingedruckte darunter hätten sich die Linken aber sparen können. " Wer soll das im Vorbeifahren lesen?"
Aus fachlicher Sicht am besten findet er die Plakat-Reihe der Grünen. Als Wahlkampfhilfe allerdings sei sie völlig untauglich. Zum Beispiel die Popcorn-Handgranate: " Man stutzt zwar einen Moment, das kriegen SPD und CDU mit ihren Plakaten ja nicht mal hin." Aber dann folge bei vielen Verwirrung und Enttäuschung, weil sie die Aussage nicht verstünden, sagt Weitkamp.
Das Interessanteste an der Wahlwerbung findet Weitkamp allerdings die " Entfremdung" mit Malerei und frechen Sprüchen. Darin spiegele sich " die subjektive Wahrnehmung der Bürger" wider. Was Weitkamp meint, ist am Wall zu besichtigen. Unbekannte haben Kandidatengesichter mit einem Spruch überklebt: " Nun lügen sie wieder."

Bilduntertitel

Im Urteil des Experten: Volker Weitkamp, Geschäftsführer der Werbeagentur " Die Drei!" in Osnabrück, hat für uns die Wahlplakate begutachtet. Foto: Jörn Martens

" Etwas hausbacken": Christian Wulff.

" Das bessere Foto": Wolfgang Jüttner.

" Man stutzt": Aber die Aussage ist schwer verständlich.

Plakat-Entfremdung
Autor:
hin


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