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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Frauenministerium als Traum
Zwischenüberschrift:
Giesela Brandes-Steggewentz kämpft gegen soziale Ungerechtigkeit
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Von Ulrike Schmidt Osnabrück. " Friedhöfe sind für mich wie Gärten, Orte des Friedens." Deshalb gehört der Hasefriedhof für Giesela Brandes-Steggewentz, Landtagskandidatin der Linken, zu den schönsten Orten in ihrem Wahlkreis. Der Schlimmste ist für sie derzeit Karmann: Dort verlieren Hunderte Mitarbeiter in diesem Jahr ihren Arbeitsplatz.
" Mit Wut im Bauch" sehe sie die Situation, sagt sie bei einem Fototermin vor Karmann, zu dem sie Achim Bigus als " Betriebsratsmitglied, aktiven Metaller und Linken" dazugebeten hat. Klar sei, dass die Politik in Sachen Beschäftigungspolitik für den Autobauer an ihre Grenzen stoße. " Das sind aber Grenzen, die sich die Politik selbst gesetzt hat."
Darunter leiden müssten die Beschäftigten und ihre Familien, für die es kaum guten Aussichten gebe: Leiharbeit oder Arbeitslosigkeit. Wer nichts mehr findet, lande nach einem Jahr Erwerbslosigkeit bei Hartz IV und trete somit den " Abstieg in die Armut" an.
Hartz IV und die steigende Zahl der geringfügigen Beschäftigungen (1-Euro-Jobs) haben die heute 58-Jährige dazu veranlasst, 2004 nach 31 Jahren aus der SPD auszutreten. Danach engagierte sie sich in der früheren Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit (WASG), die gemeinsam mit der PDS in der Linken aufging. Ihre Freundin Christa Reichwaldt, vorher PDS-Mitglied, habe schon frühzeitig prophezeit, " dass wir mal wieder in einer Partei zusammenarbeiten werden".
Giesela (das " e" im Vornamen ist auf einen Fehler des Standesbeamten zurückzu- führen) Brandes-Steggewentz setzt sich in ihrer politischen Arbeit unter anderem für die Förderung von Frauen nach der Familienphase ein aus eigenem Erleben. Im Alter von 17 Jahren brach sie ihre Lehre zur Damenschneiderin ab, heiratete und bekam zwei Kinder.
Eine schwere Erkrankung vor der Geburt ihres zweites Kindes " hat mich dazu gebracht, mein Leben zu überdenken". 1978 startete sie als Wiedereinsteigerin in den Beruf eine Umschulung zur Phono- und Stenokontoristin und trat in die Dienste des DGB. Die Kandidatin machte ein berufsbegleitendes Studium und verschiedene Fortbildungen.
Ihre Ehe ging in die Brüche. Der " zweite Versuch", wie sie die neue Ehe bezeichnet, dauert an: " Wir konnten schon Silberhochzeit feiern." Im Jahr 2000 verschlug es die Hannoveranerin nach Osnabrück. Hier arbeitet sie als Gewerkschaftssekretärin bei ver.di.
Vor anderthalb Jahren kandidierte Giesela Brandes-Steggewentz, damals noch als WASG-Mitglied, für den Posten des Osnabrücker Oberbürgermeisters. Die Linke in Niedersachsen hat sie auf Listenplatz 31 gesetzt, kaum aussichtsreich, " aber ich hatte Lust, wieder mitzumischen." Schließlich hat sie auch " am Wahlprogramm mitgeschrieben". Chancengleichheit für Frauen ist einer ihrer beruflichen Schwerpunkte. Ihr Traum für Niedersachsen wäre ein eigenständiges Frauenministerium.
Entspannen kann sich die 58-Jährige am besten beim Lösen von Sudokus und beim Spaziergang über einen Friedhof. Vor mehr als 50 Jahren, noch bevor sie zur Schule kam, hat sie regelmäßig mit ihrer Oma den Friedhof besucht. " Meine Oma hatte 15 Kinder, 5 davon waren dort beerdigt. Sie hat immer mit ihnen gesprochen, wenn wir dort waren." So wurden für sie schon als Kind Friedhöfe zu Orten des Friedens, der Ruhe und der Erinnerung.

Bilduntertitel

In Karmann sieht Giesela Brandes-Steggewentz eines der größten Probleme für die Stadt und das Land. Zum Fototermin bat sie den Betriebsrat und Linken Achim Bigus.

Friedhöfe sind für die Kandidatin der Linken Orte des Friedens und der Ruhe. Als Beispiel für einen ihrer schönsten Orte des Wahlkreises hat sie den Hasefriedhof fotografiert.
Autor:
Ulrike Schmidt


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