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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
"Gute Ideen auch durchsetzen können"
Zwischenüberschrift:
Wie Prof. Roland Zielke (FDP) durch eine negative Erfahrung zur Politik kam
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Von Frank Henrichvark Osnabrück. Nebenan werkeln noch die Handwerker, Hammerschläge hallen herüber. Aber das tut keinen Abbruch: Als " Vorzeigeort" in seinem Wahlkreis hat der Liberale Prof. Roland Zielke den frisch renovierten Kreuzgang des Osnabrücker Domes ausgewählt.
Von Frank Henrichvark
Osnabrück. Er sei nicht besonders religiös, sagt Zielke dazu, aber der Kreuzgang im Dom (" der drittschönste, den ich kenne", so Zielke, " nach Monreale bei Palermo und einer Kirche in Dubrovnik, von der nicht sicher ist, ob es sie noch gibt") verbinde auf perfekte Weise Ruhe, Ebenmaß und spirituelle Ausstrahlung, " eben die Kultur, aus der wir kommen". Dabei ist Zielke, auch das wird im Gespräch deutlich, kein Verfechter einer Idee von deutscher Leitkultur, sondern kann aus eigener Anschauung fundierte Vergleiche zwischen westeuropäischer, östlich-orthodoxer und muslimischer Kirchenbau-Tradition ziehen.
Roland Zielke wäre als Kind, hätte es diesen Begriff bereits gegeben, sicherlich als hochbegabt eingestuft worden. Schon in der Grundschule durfte er eine Klasse überspringen bei der dazu notwendigen Prüfung soll er den Schulrat geduzt haben –, und das Abitur machte er mit 17. Der Doktor der Mathematik folgte im Alter von 24 Jahren und die Berufung an die Uni Osnabrück mit 29 im Jahr 1975.
Das ist rekordverdächtig, ebenso wie die Tatsache, dass Zielke aus Langeweile und Forscherdrang (" in den Anfangsjahren war ja nicht so viel zu tun") auch noch ein komplettes Medizinstudium an der Nachbar-Universität Münster hinlegte samt einer Doktorarbeit aus dem Bereich der Kinderheilkunde.
Damals trat er auch in die FDP ein. In die aktive Politik kam Roland Zielke aber erst über ein Projekt, das er zehn Jahre später zusammen mit dem damaligen Oberstadtdirektor Dierk Meyer-Pries entwickelt hatte: Der Hochschulstandort Osnabrück sollte durch eine private Medizinische Hochschule mit Gebührenfinanzierung zur Volluniversität abgerundet werden. Das ehrgeizige Vorhaben scheiterte zwar aus mehreren Gründen. Aber am hinhaltenden Widerstand der Ministerialbürokratie habe er damals vor allem eines gelernt, sagt Roland Zielke rückblickend: " Es nützt nichts, die richtigen Ideen zu haben. Man braucht auch die Macht, um sie durchzusetzen."
Deshalb kandidierte ererstmals 1990 für den Landtag. Ein erstes Mandat bekam er 2003. Und bei dieser Landtagswahl steht der wissenschaftspolitische Sprecher der FDP-Fraktion auf dem aussichtsreichen Listenplatz 10: Sieben Prozent, so hat Roland Zielke ausgerechnet, müssten für ihn zu einem Platz im Landtag reichen.
Landespolitik und Wahlkreisarbeit, die Kraft, etwas durchzusetzen diese Gedanken führten Prof. Dr. Dr. Roland Zielke bei unserem Fototermin auch in den Osnabrücker Stadthafen. Hier nimmt er kurz entschlossen die Lagerhäuser auf dem Gelände der Winkelhausenkaserne ins Visier. Hinter uns das Hafengelände, stehen wir auf einer staubigen Straße, auf der ab und an ein Kieslaster vorbeidonnert, und blicken durch den doppelten Gitterzaun mit NATO-Draht obendrauf auf eine Industriebrache von besonderer Tristesse.
Dieses Areal sei nach dem Auszug der Briten eine riesige Entwicklungschance für die Stadt Osnabrück: " Man kann hier so vieles machen, aber eben auch vieles falsch machen", sagt Zielke und verweist auf die Standortvorzüge der Kasernenfläche. Die Kanalanbindung, die günstige Lage zur Autobahn und zu den anderen Gewerbeflächen am Fürstenauer Weg zählt er auf und betont, der Standortvorteil Osnabrücks als internationaler Verkehrsknoten könne somit wesentlich gefördert werden.
Sollte auch das Land in den Blocks der Winkelhausenkaserne seine Behörden wie das Finanzamt oder die Polizei unterbringen, wäre das nur zu begrüßen, sagt Zielke: " Es kommt darauf an, zu welchem Preis der Bund verkauft."
Internet:
www.roland-zielke.de

Bilduntertitel

Für den Fototermin hatte sich der FDP-Wahlkämpfer Prof. Roland Zielke (Mitte) eigens einen gelben Schal zum blauen Trenchcoat zugelegt. Und als Vorzeige-Motiv wählte er den Kreuzgang am Dom, während er den städtebaulich größten Handlungsbedarf an der Winkelhausenkaserne ausmacht.
Autor:
Frank Henrichvark


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