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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Alte Säge, junge Säge
Zwischenüberschrift:
Eltern und Kinder werkeln gemeinsam an der Nackten Mühle
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Von Jörn Petring osnabrück. Tock, tock, tock kurze Pause und wieder tock. Einmal rutscht Romy der schwere Hammer aus der Hand, beim vierten Schlag ist der Nagel dann aber im Holz versenkt. " Für eine Zweijährige doch gar nicht so schlecht, oder?", fragt Lisa Beerhues in die Runde.

Es ist Sonntag. Oder, wie es einmal im Monat an der Nackten Mühle im Osnabrücker Stadtteil Haste heißt: Sägesonntag.
Das Besondere: Schon Kleinkindern wird bei den monatlichen Öffnungstagen des historischen Sägewerks an der Nette der Umgang mit allerlei Werkzeug gezeigt. " Wir wollen zurück zu den Wurzeln", sagt Lisa Beerhues. Kinder sollen die Natur wieder bewusster erfahren und spielerisch den Umgang mit Hammer, Säge und anderen Werkzeugen lernen, sagt die Mitarbeiterin des ökologischen Lernortes.
Der erste Sonntag im Monat ist deshalb bei einigen Osnabrücker Familien ganz für die Nackte Mühle reserviert. " Was hier geboten wird, ist einfach klasse", lobt Otto Welling das Konzept.
Während er seiner Tochter, die sich gerade am Fuchsschwanz versucht, über die Schulter schaut, berichtet er äußerst zufrieden: " Charlotte weiß sogar schon, was ein 13er-Maulschlüssel ist." Gemeinsam mit der Vierjährigen hat er auch schon einen Spielturm im heimischen Garten errichtet. " Das bringt sie weg von dieser Nintendo-Daddelmaschine", sagt der stolze Vater. Auf den Geschmack gekommen ist Charlotte an der Nackten Mühle.
Nicht immer wird gesägt, geschraubt und gehämmert. " Wir sind da vielseitig", sagt Lisa Beerhues. Ein Gesetz gibt es jedoch an der Nackten Mühle, wo der ökologische Lernort seine Arbeit vor zwölf Jahren aufgenommen hat: Am ersten Sonntag im Monat sind alle willkommen mitzumachen beim Sägen und bei der Holzverarbeitung.
Tock, tock, tock: Plötzlich werden Romys Hammerschwünge übertönt. Denn nicht nur vor, sondern auch in der alten Sägemühle gibt es viel zu entdecken. Der neunjährige Sören dreht an einem schweren Metallrad, und die Mühle erwacht. Zahnspitzen aus Metall beißen sich im Holz fest, reißen erst eine kleine Nut, um dann den ganzen Baumstamm Stück für Stück in Bretter zu zerteilen. Die Kinderaugen sind jetzt überall. Sie verfolgen, wie ölige Zahnräder ineinandergreifen, flatternde Keilriemen an der Decke rotieren und die Holzspäne sich überall auf dem Boden verteilen. " Genau das sollen sie sehen", sagt Sägemüller Rainer Schönlau und spannt den nächsten Stamm ein.

Bilduntertitel

Auch ein paar Zacken können die Neugierde wecken. Fabius (10) lässt sich an der Nackten Mühle von Sägemüller Rainer Schönlau etwas über den optimalen Keilwinkel von Sägeblättern erzählen. Fotos: Jörn Petring

Vier Schläge bis zum Ziel. Die zweijährige Romy lernt an der Nackten Mühle den Umgang mit dem Hammer.

Mit einem Dreibock hebt Rainer Schönlau die Holzstämme an.
Autor:
Jörn Petring


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