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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
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...Osnabrück zur Toskana würde?
Zwischenüberschrift:
Rolf Kaiser sieht Chancen für guten Wein und Tourismus
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Originaltext:
WAS WARE, WENN...

... Osnabrück zur Toskana würde?

Rolf Kaiser sieht Chancen für guten Wein und Tourismus

Von Thomas Wübker

Der Geist des Weines ist Individualist, meint Rolf Kaiser, der sich gut vorstellen kann, dass Wein hier angebaut wird und zudem Touristen anlockt. Foto: Hermann Pentermann

OSNABRÜCK. Aus den Quellen des Westerbergs sprudelte vor Jahren Wasser, das zum Bierbrauen benutzt wurde. Aber Wein aus Osnabrück? Rebsorten wie Merlot, die sonst hauptsächlich in Südeuropa angebaut werden, könnten infolge der globalen Erderwttrmung auch in Deutschland wachsen. Rolf Kaiser besitzt einen Weinberg in Holte bei Bissendorf. Er kann sich schon seit langem vorstellen, dass im Osnabrücker Land Wein angebaut wird.

Der erste Eindruck von Rolf Kaiser täuscht. So still und leise, wie er in seiner Weinhandlung sitzt und in einem Büchlein blättert, ist er nicht, vor allem nicht, wenn es um sein Lieblingsthema Wein geht. Dann sprudeln die Worte aus ihm heraus wie das Brauwasser aus den besagten Quellen des Westerbergs. Der Zuhörer merkt schnell: Hier verbindet jemand Wissenschaft mit Leidenschaft.

Wenn Rolf Kaiser sagt, dass Weinanbau im Osnabrücker Land möglich sei, dann geht es ihm nicht um den Beweis, dass dies in nördlichen Regionen funktionieren würde. " Sein" Berg sei nahezu optimal, um dort Wein anzubauen. Es geht ihm aber nicht darum, hier Merlot oder Cabernet Sauvignon anzubauen. " Das ist großer Käse", meint der 53-Jährige trocken. Es gibt Kollegen in Ba-den-Württemberg, die versuchen, die im Weinanbaugebiet Bordeaux beheimatete Rebsorte auch bei ihnen in feuchter Erde anzubauen. Dadurch verliert der Cabernet jedoch seine Individualität, ist Rolf Kaiser überzeugt. " Da kommt eine Erinnerung an Cabernet heraus. Es ist eine Imitation, die von einem schwachen Selbstbewusstsein zeugt", sagt er.

In Osnabrück würde Rolf Kaiser dementsprechend nur Weinsorten anbauen, die hier auch natürlich wachsen könnten. Der Wein sollte dann direkt im Weinanbaugebiet getrunken werden. Die vielen kleinen Höfe, die im Osnabrücker Land brachliegen, könnten durch den Weinanbau wieder aktiviert werden, auch indem sie Menschen einladen, den Wein vor Ort zu kosten. Dadurch würde auch die Osnabrücker Tourismusindustric profitieren. " Man könnte mit dem Fahrrad durch das Osnabrücker Land fahren und alle paar Hundert Meter einkehren, um guten Wein zu trinken. Die Kultur des Essens, Trinkens und Lebens würde einen großen Aufschwung erfahren. Die klimatischen Voraussetzungen wären in wenigen Jahren dafür geeignet", sprudelt es aus Rolf Kaiser heraus.

Der Osnabrücker Winzer Rolf Kaiser ist dem Wein zwar mit Leib und Seele verfallen. Aber der Trunk ist ihm nicht zu Kopf gestiegen. Selbst als er noch eine Schippe drauflegt und das Osnabrücker Land mit der Toskana vergleicht, beeilt er sich zu erklären, dass nicht er, sondern die Besucher seines Weinbergs dies gesagt hätten. Die Osnabrücker Region habe gegenüber der Toskana sogar einen erheblichen Vorteil, den Rolf Kaiser ins Spiel bringt: " Dort muss man etliche Kilometer überwinden, um von einem Weingut zum anderen zu gelangen. Hier liegt durch den Kleinbesitz alles viel näher."
Autor:
Thomas Wübker


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