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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Zoo stellt Energieampel auf Rot
Zwischenüberschrift:
Vorreiter unter deutschen Tierparks
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
OSNABRÜCK. Im Zoo fresMn nicht nur die Tiere viel Futter, sondern auch Heizung und Ucht viel Energie. Der Tritt auf die Bremse wird da zur Pflicht - mit bundesweitem Vorzeigecharakter.

Stefan Bramkamp ist Revierleiter im Aquarium, einem der größten Energiefresser im Zoo. Denn - und das mag verwundern - nahezu alle Becken müssen auf eine für die Fische erträgliche Temperatur heruntergekühlt werden - selbst die der Tropenfische. " Wir haben im Haus eine hohe Lufttemperatur: Hinzu kommen noch die Lampen über den Aquarien, die das Wasser zusätzlich aufheizen", sagt Bramkamp. Die Konsequenz: Die Becken müssen für viel Geld gekühlt werden. Mussten, denn jetzt wird das Wasser zum Nulltarif auf die richtige Gradzahl heruntergekühlt. Das alte Kühlgerät steht in der Ecke, für alle Zeit vom Stromnetz genommen.

Der hauseigene Brunnen sorgt für fischgerechtes Wohlfühlklima bei Piranha und Co. Aus etwa 50 Meter Tiefe pumpt der Zoo sein eigenes Wasser ans Tageslicht - mit einer Temperatur von sechs Grad Celsius. Ein Wärmetauscher sorgt für den Rest. Das warme Wasser der Aquarien wird also mit Brunnenwasser gekühlt. Unter dem Strich ergibt sich allein durch diese Maßnahme eine Energieeinsparung von 30 000 Kilowattstunden im Jahr oder umgerechnet etwa 3000 Euro. Bei einer Investitionssumme von 10 000 Euro hat sich die neue Kühlung nach drei Jahren amortisiert. Hinzu kommt eine neue Lüftungsanlage, die noch einmal 265 000 Kilowattstunden im Jahr einspart.

Der Grundstock für die Energiesparoffensive auf dem Schölerberg wurde schon 2004 gelegt. Frank Hanneken, seinerzeit noch Diplomand an der Fachhochschule Münster, schrieb seine Abschlussarbeit über den Zoo und zeigte damit Wege zu massiven Einsparungen auf. In der ersten Welle wurden jene Projekte umgesetzt, die sich innerhalb kürzester Zeit amortisieren. Dazu gehören unter anderem Pumpeneinstellungen, Beleuchtung, Regeltechnik und ein neuer Kessel für das Menschenaffenhaus. Die gesamte Investitionssumme belief sich auf 108 500 Euro. Auf der Gegenseite spart der Zoo über 20 000 Euro pro Jahr.

Energie sparen will Zooinspektor Jürgen Schröder demnächst mit speziellen Lampen, die auch diesem Reptil kostengünstig Warme spenden sollen.Foto: Gert Westdörp

" Die Energiekosten sind uns in den letzten Jahren da-vongaloppiert", sagt Zoo-Geschäftsführer Andreas Busemann.Weiteres Einsparpotenzial sei vorhanden, die dafür notwendigen Investitionen aufgrund der längeren Amortisationszeiten für den Zoo aber nicht mehr so leicht zu stemmen. Deshalb hat Busemann mit der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und den Stadtwerken zwei Partner ins Boot geholt, die die Einrichtung auf dem Schölerberg bei weiteren Maßnahmen finanziell - die DBU gibt 125 000, die Stadtwerke 80 000 Euro - und fachlich unterstützen. So können in den kommenden zwei Jahren noch einmal 360 000 Euro in energetische Maßnahmen fließen, die am Ende zusätzliche 50 000 Euro Einsparungen bringen. Gleichzeitig will der Zoo eine Vorreiterrolle für andere bundesdeutsche Tierparks übernehmen. Beratung und Unterstützung für ihre energetischen Projekte würden diese Einrichtungen dann in Osnabrück bei den drei Partnern Zoo, DBU und Stadtwerke aus erster Hand bekommen.
Autor:
Dietmar Kröger


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