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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Nur ein Bild der Traurigkeit
Zwischenüberschrift:
Ansgar Hengelbrock (FW): Die große Politik lässt die kleinen Leute im Stich
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Kein Bild: Er wolle nicht schwarzmalen, sagt Ansgar Hengelbrock, aber ein Fotomotiv, das Anlass zur Hoffnung auf eine bessere und sozial gerechtere Politik signalisiere, sehe er nicht. Deshalb verzichtete er auf ein Foto und ließ das Feld frei.
Die wichtigste Aufgabe: Arbeit für Karmann. Ansgar Hengelbrock (Freie Wähler) wirft Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) vor, nicht rechtzeitig und ohne " Kreativität" auf die Entwicklung beim Osnabrücker Autobauer reagiert zu haben.
Von Wilfried Hinrichs Osnabrück. Nein, das schöne Foto gibt es nicht. Er wolle ja nicht schwarzmalen, sagt Ansgar Hengelbrock, Kandidat der Freien Wähler (FW) im Wahlkreis Osnabrück-Ost. Aber die aktuelle Politik schaffe nur ein Bild der Traurigkeit und keinen Anlass, etwas Positives zu fotografieren.
So lässt er das rechte Foto-Fenster also leer, das gedacht ist als Möglichkeit, das Gute, das Schöne, das Gelungene ins Bild zu setzen. Der 41-jährige Elektrotechniker hat genug von den " leeren Versprechungen" der Mächtigen, genug von einer Politik, die " am Volk und an der Realität vorbeigeht". Er hat genug von Leuten, die sich auf Kosten anderer die Taschen vollstopfen. Die soziale Gerechtigkeit steht auf der Kippe, sagt er und hebt den Zeigefinger: " Wo ist das soziale Gewissen der Manager und Unternehmer?"
Wir sitzen im kombinierten Wohn-Ess-Zimmer seines Hauses in Voxtrup. Beschaulich-rustikal. Alles hat seinen Platz. Nur ein Karton mit alten Zeitungen passt nicht ins Bild. " Ich weiß nicht warum, aber ich habe alle Zeitungsausschnitte seit 2003 von Wulff gesammelt", erklärt Hengelbrock und stellt den Karton auf den Tisch. Er wolle Wulff an seinen Worten messen. Zum Beispiel im Fall Karmann. Seit Jahren sei bekannt, wohin Karmann steuere. " Und was hat Wulff gemacht?", fragt Hengelbrock. Christian Wulff habe " zu wenig Kreativität" gezeigt, um das Karmann-Problem rechtzeitig anzugehen. " Wo ist der Plan X für den Fall, dass Karmann keinen Folgeauftrag bekommt?" Hengelbrock neigt dazu, seine politischen Thesen in Fragen zu kleiden.
Und noch so eine Frage: " Was wollen wir den Leuten von Karmann denn sagen: Geht alle zu Krone ins Emsland?" Mobil sein, flexibel sein schön und gut. " Aber gleichzeitig die Pendlerpauschale streichen und die Spritpreise explodieren lassen. Da lohnt sich Arbeit nicht mehr." Ja, für den Mindestlohn habe er etwas übrig. " So um die zehn Euro müssten es schon sein." Schließlich werde alles teurer. Und wie soll denn die Nachfrage steigen, wenn die kleinen Leute immer weniger Geld in der Tasche haben?
Der gelernte Elektriker, der sich über zweiten Bildungsweg und Abendschule nach oben gearbeitet hat, ist in keine politische Schublade zu stecken. Das will er auch nicht. Er kommt schließlich von der Unabhängigen Wählergemeinschaft, die ihre Keimzelle in Voxtrup hat. Unabhängig zu sein, das ist ihm wichtig. Trotzdem hat er sich den Freien Wählern angeschlossen. Einem Sammelbecken der Unzufriedenen, Bürgerbewegten und Protestler? " Ja sicher, wir sind ein bunter Haufen", sagt Hengelbrock, " aber wir denken in eine Richtung." Welche Richtung? Hengelbrock: " Soziale Gerechtigkeit."
Wer Politik gestalten will, braucht Geld. Er würde " ganz einfach" die Verschwendung stoppen. Teure Fehlinvestitionen gebe es zuhauf, man müsse ja nur bis Wallenhorst zu dieser Kanalbrücke schauen. Gebaut für Millionen, aber gebraucht werde sie nicht. Den Landtag würde er sofort in ein Teilzeitparlament umformen mit ehrenamtlichen Abgeordneten, die in einem Beruf und damit im wirklichen Leben stehen.
Hengelbrock wollte mal Oberbürgermeister von Osnabrück werden. Bei der Kommunalwahl im September 2006 hinkte er mit 1085 Stimmen das waren 1, 88 Prozent weit hinterher. Dass er ein Landtagsmandat erreicht, ist unwahrscheinlich, denn die Freien Wähler haben ihm nur Listenplatz 44 zugebilligt. " Ob ich es schaffen kann, ist absolut zweitrangig", sagt Hengelbrock. Ihm sei anderes wichtig: " Wenn die Gesellschaft kippt, was abzusehen ist, will ich später sagen können: Du hast versucht, es zu verhindern."
Autor:
Wilfried Hinrichs


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