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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
"Menschen wissen nicht, wie es weitergeht"
Zwischenüberschrift:
Marianne König tritt für die Linken an – "Kampf gegen Privatisierung" ist ihr Schwerpunkt
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Kein schöner Anblick, aber Marianne König interessiert sich mehr für das Leben der Menschen in Häusern wie diesem am Rosenplatz.
Hier gefällt es Marianne König: Im Portugiesischen Freizeitzentrum an der Bünder Straße treffen sich Menschen verschiedener Nationalitäten.
Von Jens Buchkremer Osnabrück. Das Auto des Reporters steht vor der Haustür. Aber Marianne König lehnt die Mitfahrgelegenheit ab: " Wir gehen zu Fuß", sagt sie und eilt in der Eiseskälte die Meller Straße entlang. Während des Spaziergangs zeigt die Kandidatin der Linken den für sie schlimmsten und den schönsten Flecken in ihrem Wahlkreis Osnabrück-Ost.
Erste Station ist der Rosenplatz. Dort steht ein Haus, dessen Äußeres, vorsichtig formuliert, kurzfristig eine Renovierung vertragen könnte. Das Gebäude hat mehrfach Schlagzeilen gemacht als sozialer Brennpunkt. Marianne König geht es denn auch nicht um die Optik der Fassade: " Wichtig sind mir die Menschen, die in diesem Haus wohnen. Unter welchen Umständen müssen sie dort leben? Welches Schicksal hat sie dorthin gebracht?", fragt sie und drückt auf den Auslöser der Digitalkamera. Klick.
Dann führt der Spaziergang zur Bünder Straße. Dort ist das Portugiesische Freizeitzentrum zu finden. Marianne König öffnet die Tür, ruft fröhlich " Guten Tag" in die Runde und erklärt den Gästen an der Bar kurz ihr Anliegen. Klick. Das zweite Foto ist fertig. " Das Zentrum ist ein sehr gutes Beispiel für ein Miteinander", erklärt die 53-Jährige. Sie hat dort mehrere Veranstaltungen besucht. " Viele ausländische Mitbürger verbringen dort gemeinsam Zeit."
Marianne König kennt sich aus in ihrem Wahlkreis. Dabei ist sie dort erst seit knapp sechs Jahren zu Hause. Aufgewachsen ist sie in der Nähe von Göttingen. Dort arbeitete sie als Zahnarzthelferin und als Bürokauffrau. Später absolvierte sie eine Ausbildung zur Krankenschwester. In diesem Beruf arbeitet sie seit 20 Jahren, mittlerweile am Ameos-Klinikum Osnabrück (ehemals Landeskrankenhaus). Daneben ist sie als Schatzmeisterin beim Landesverband Niedersachsen der Linken tätig. Aus dem Ehrenamt ist eine Teilzeitbeschäftigung geworden zu umfangreich ist die Finanzverwaltung der Partei geworden. " Ich lebe meine zwei Berufe aus", sagt sie. Schon in Göttingen engagierte sich die aktive Christin politisch. 1998 trat sie der PDS bei. Dort setzte sie sich unter anderem für Frauenpolitik ein. Mitte 2002 hatte sie die Möglichkeit, als Nachrückerin einen Platz im Göttinger Stadtrat einzunehmen. Aber Marianne Königs Ehemann musste aus beruflichen Gründen nach Osnabrück ziehen. Sie ging mit ihm und ließ schweren Herzens ihre fünf erwachsenen Kinder sowie die Göttinger Kommunalpolitik zurück.
Fortan engagierte sie sich auf Landesebene bei der PDS, aus der in diesem Jahr Die Linke hervorging. Doch auch auf regionaler und lokaler Ebene will sie viel bewirken, schließlich seien Bundes- und Landespolitik eng mit den Kommunen verknüpft.
Marianne König lässt keinen Zweifel daran, dass sie Osnabrück im Landtag wirkungsvoll vertreten kann. Die Hasestadt sieht sie an einem Scheidepunkt. Gerade ihr Wahlbezirk sei nach den angekündigten Massenentlassungen bei Karmann gebeutelt: " Hier sitzen Menschen, die wissen nicht, wie es weitergehen wird." Als Schwerpunkt ihrer politischen Arbeit sieht Marianne König " den Kampf gegen Privatisierung". Rein profitorientiertes Handeln sei die " Wurzel allen Übels". Marianne König weist ein ums andere Mal auf in ihren Augen Ungerechtigkeiten hin: Warum gibt es in Osnabrück 1200 Millionäre und zugleich 4500 Kinder, die in Armut leben? Die Politik macht einen großen Teil von Marianne Königs Leben aus. Ihre knappe Freizeit widmet sie am liebsten ihrer Familie, zu der auch drei Enkelkinder gehören.
Die Kandidatin steht auf dem elften Platz der Landesliste. Deshalb rechnet sie sich Chancen aus, in den Landtag einzuziehen. Und wenn es mit dem Mandat nichts werden sollte: Über ihre Kontakte auf Landesebene will Marianne König die Interessen ihres Wahlkreises weiter vertreten.
Internet:
www.dielinke-nds.de
Autor:
Jens Buchkremer


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