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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Das Gegenstück zur Politik ist die Musik
Zwischenüberschrift:
Wahlkreis Ost: Grünen-Kandidat Hendrik Heuermann hat zwei große Leidenschaften im Leben
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Die Augenweide: " Das ist meine Jogging-Strecke im Hörner Bruch in Sutthausen. Da kann ich sehr schön abschalten."
Der Schandfleck: " Diese Häuserfront am Rosenplatz strahlt so wenig Lebensqualität aus, dass es mir schwerfällt, mich zu motivieren, wenn ich morgens mit dem Rad zur Uni fahre."
Von Cathrin Mahns Osnabrück. Die Haare blond und zerstrubbelt, die Augen groß und strahlend, die Worte klar und deutlich: Dieser junge Mann will etwas bewegen. " Für mich ist es selbstverständlich zu hinterfragen, ob die Welt so richtig ist", sagt Hendrik Heuermann von sich. Er ist 26 Jahre jung, studiert in den letzten Zügen Musik und Politik und kandidiert im Wahlkreis Ost für Bündnis 90/ Die Grünen.
Sein zentrales Anliegen: die Umwelt schützen. Heuermann will vom Öl wegkommen zum einen sei es in weniger als 40 Jahren aufgebraucht, zum anderen strategisch verletzbar: " Jeder Meter der Pipeline ist angreifbar." Heuermann setzt auf erneuerbare Energien, etwa die Geothermie. Auf diese Weise will er verhindern, dass Krieg um das schwarze Gold ausbricht.
Mit der Thematik durch regenerative Energien einen Ölkrieg verhindern hatte sich der Student in seiner Magisterarbeit auseinandergesetzt. " Das hat mir politisch die Augen geöffnet." Er empfinde nun eine gewisse Verantwortung gegenüber den Menschen.
Die Konsequenz: Hendrik Heuermann möchte als Politiker vorleben, wie es anders geht. " So könnten die Leute sehen, dass Umweltschutz weder teurer noch umständlicher ist", erklärt er und fügt an: " Grundsätzlich möchte ich einfach klarmachen, dass bestimmte Muster überdacht werden müssen."
Politisch aktiv ist der Student schon länger. An der Uni Osnabrück rief er eine grüne Hochschulgruppe ins Leben. Die hatte es bis dato nicht gegeben. Heute ist sie mit zwölf Mitgliedern stärkste Fraktion im Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA). Die politisch grüne Färbung wurde dem sympathischen Ostfriesen aus Aurich quasi in die Wiege gelegt: " Ich war schon als Kind auf den Schultern meiner Eltern im Fackelzug von Pax Christi unterwegs", erzählt er und schmunzelt. Aus der christlichen Friedensbewegung gingen später die Grünen hervor.
Doch braucht Heuermann auch Abstand zu Politik in Praxis und Studium: " In der Politik lernt man deprimierende Zusammenhänge. Da geht man nach Hause und denkt, die Welt ist scheiße. Musik ist für mich das Gegenstück dazu. Die macht gute Laune." Heuermann spielt seit zehn Jahren Saxofon. Leidenschaftlich. Sie ist sein Energiespeicher, wie er sagt. Und dabei ganz anders als die Politik: " Musik ist nur Musik. Da gibt es keine zweite Ebene."
Vor zwei Jahren gründete der aufgeweckte Student das Funkorchester und tingelt seitdem erfolgreich von Bühne zu Bühne. " Es hat fast etwas Spirituelles, zusammen mit der Band eigene Songs auf der Bühne zu spielen und mit dem Publikum zu kommunizieren." Erst vor einigen Tagen hat das Funkorchester beim Deutschen Rock Pop Preis den zweiten Platz in der Kategorie Beste Funk- und Soulband gemacht. Kein Wunder, dass in seinem Wohnzimmer ein großes Elektro-Klavier steht und ein Plakat von Hard-Bop-Saxofonist Dexter Gordon hängt. Heuermann lebt mit seiner Freundin in einer bescheidenen Wohnung im Rosenplatz-Viertel. Doch lange hält er sich hier nie auf: Wenn er von Politik und Musik die Nase voll hat, geht er joggen oder macht Tai-Chi. Und falls es Hendrik Heuermann nicht in den Landtag schaffen sollte, will er promovieren in Wuppertal.
Erstwähler-Sprechstunde:
Hendrik Heuermann erklärt am 16. Januar um 17 Uhr in der Großen Straße 55, wie Politik funktioniert.
Autor:
Cathrin Mahns


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