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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Eine Landwirtin in der Politik
Zwischenüberschrift:
Anette Meyer zu Strohen (CDU) will in den Landtag
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Ungeübt im Umgang mit der Kamera, aber sicher bei der Auswahl der Motive: Der Zoo mit dem Afrika-Kinderland ist für die CDU-Landtagskandidatin Anette Meyer zu Strohen der schönste Ort in ihrem Wahlkreis. Als Schandfleck empfindet sie das brachliegende Gelände des Güterbahnhofs, zumal es sich um eine so gute Lage mitten in der Stadt handelt.
Von Ulrike Schmidt Osnabrück. Wenn es das Afrika-Kinderland im Osnabrücker Zoo zu ihrer Kindheit schon gegeben hätte, wäre sie dort sicher nicht wegzubekommen gewesen. Für Anette Meyer zu Strohen gehört der Spielplatz zu den schönsten Deutschlands, sie zählt ihn wie den gesamten Zoo zum schönsten Ort in ihrem Wahlkreis.
Die CDU-Landtagskandidatin kennt den Zoo seit ihrer Kindheit. Die in Belm mit fünf Geschwistern (darunter eine Zwillingsschwester) auf einem Bauernhof aufgewachsene Politikerin ist ihrer Heimat immer treu geblieben. Ebenso wie ihrer Herkunft: Nach dem Fachabitur verwarf sie kurzfristig ihren Plan, Sozialpädagogin zu werden, und sattelte auf ein Studium zur Agraringenieurin um. Dann heiratete sie auch noch einen Agraringenieur. Gemeinsam führen sie in Hellern seit 26 Jahren einen Bauernhof mit 110 Milchkühen.
Wer Anette Meyer zu Strohen " Bäuerin" nennt, tritt nicht ins Fettnäpfchen: " Ich bin überzeugte Bäuerin", sagt die 52-Jährige: " Landwirtschaft ist wichtig für uns alle." Die Arbeit auf dem Hof sei allerdings nicht mehr wie früher. Sie muss nicht mit den Hühnern aufstehen, um Kühe zu melken. Das machen heute Maschinen.
Ärgern kann sie sich allerdings dann, wenn " Landwirte so wie 1930 dargestellt werden". Dann werden ihre Gesten noch ausladender als sonst. Dass Anette Meyer zu Strohen nicht der schweigsame, nachdenkliche Mensch ist, wird in solchen Situationen besonders deutlich. Der technische Fortschritt und eine gute Ausbildung seien auch auf Bauernhöfen heute eine Selbstverständlichkeit und Grundlage für einen Vollerwerbsbetrieb, sprudelt es aus ihr heraus. Auch auf ihrem Hof werde ausgebildet, derzeit lebten dort sogar zwei Lehrlinge.
" Ich packe auch mal mit an, wenn Stroh eingestreut wird", erzählt sie weiter. Zudem " bin ich die einzige Frau auf dem Hof" bis auf die 23 und 16 Jahre alten Töchter. Aber die sind noch in der Ausbildung.
Ihr Beruf war auch mit ausschlaggebend für ihre Entscheidung, in der Politik mitzumischen. Schon als Jugendliche war sie in der Jungen Union, während des Studiums im RCDS, aber eigentlich mehr deshalb, weil ihre Freunde auch Mitglieder waren. Seit 1991 ist sie CDU-Mitglied.
Aktiv wurde Anette Meyer zu Strohen (deren zweites " n" im Vornamen vom Standesbeamten vergessen wurde), als ihr Schwiegervater im Ortsrat Hellern aufhörte. Ein Landwirt sollte schon vertreten sein, dachte sie sich und wurde prompt gewählt. Ähnlich war ihre Motivation 1996 für die Ratskandidatur: " Damals war kein Landwirt, kein Förster oder Jäger im Rat."
Auch hier machte die Osnabrückerin einen glatten Durchmarsch. Gebremst wurde sie erst vor fünf Jahren, als sie bei der Kampfabstimmung zur Landtagskandidatur ihrer Parteikonkurrentin Katrin Trost unterlag. Bevor sie den zweiten Anlauf machte, " habe ich lange nachgedacht und viele Leute gefragt". Und schließlich hat es diesmal geklappt.
In der Politik mitzugestalten macht ihr nach eigener Aussage Spaß. So auch als Vorsitzende des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt. Dass aber nicht immer alles so klappt, wie sie es sich wünscht, zeigt der Schandfleck in ihrem Wahlkreis: das Gelände des Güterbahnhofs. Dass sich auf einer Fläche in so guter Lage nichts tue, sei ein Jammer. Jetzt liege die Hoffnung auf dem neuen Eigentümer.
Autor:
Ulrike Schmidt


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