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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Wie viel Grün ist noch bezahlbar?
Zwischenüberschrift:
Beispiel Weißenburger Straße: Mehr Grünflächen, aber weniger Geld für die Pflege
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
rei Osnabrück. Manchmal gehen Wünsche in Erfüllung, die niemand hatte. Im Fall der Grünfläche an der Weißenburger Straße ist das passiert.
rei Osnabrück. Den Anwohnern hätte es gereicht, wenn auf dem Platz nach dem Ende der Tunnelarbeiten unter der Lotter Straße einfach wieder Rasen gewachsen wäre. Stattdessen grünen dort jetzt ein teurer Rollrasen und eine Hecke. " Das ist nicht in unserem Interesse", sagen Harald Niemann und Ingo Klute von der Interessengemeinschaft Lotter Straße. Ihnen wäre es lieber gewesen, wenn der Platz frei zugänglich geblieben wäre. So war es vorher auch. Und so war auch genug Platz für eine Bühne bei den Straßenfesten.
Zwei Jahre lang gab es auf dem Areal überhaupt kein Grün, weil dort die Bauwagen der Kanalarbeiter standen, die in dem Tunnel unter der Lotter Straße die Gas- und Abwasserrohre erneuerten. Nach dem Ende der Bauarbeiten wurde die Fläche auf Kosten der Stadtwerke wieder begrünt zu grün nach dem Geschmack der Anwohner. Sie hätten es lieber einfacher gehabt.
Klute und Niemann haben zudem Zweifel daran, dass die Hecke auch regelmäßig geschnitten wird. Ingo Klute weist etwa auf eine Palette hin, die jemand auf dem teuren Rollrasen zurückgelassen hat. Darin sieht er ein Indiz, dass die Fläche schon jetzt vernachlässigt wird.
Mit der Pflege der städtischen Grünflächen sind die Eigenbetriebe Grün und Friedhöfe im Rückstand. " Das ist die allgemeine Situation", räumt Hartmut Damerow, Leiter der Eigenbetriebe, unumwunden ein. Schuld seien die aufwendigen Aufräumarbeiten nach dem Orkan Kyrill im Januar, mit dessen Folgen Mitarbeiter der Grünpflege immer noch zu tun hätten.
Die Eigenbetriebe stehen vor dem Dilemma, dass sie immer mehr Personal abbauen, gleichzeitig aber auch immer mehr Grünflächen pflegen müssen. Damerow bestätigt diese Tendenz. Wenn es ein neues Baugebiet gebe, müsse die Stadt Kompensationsflächen schaffen, die wieder von den Eigenbetrieben gepflegt würden.
Nicht ausgeschlossen ist, dass die Eigenbetriebe in den kommenden Jahren noch mehr sparen müssen. Die aktuelle Sparliste, die die Verwaltung dem Stadtrat im Dezember zur Beratung vorlegte, sieht vor, dass der Betrieb ab 2010 jährlich 300 000 Euro sparen soll. Schon im nächsten Jahr sollen es 50 000 und im übernächsten 150 000 Euro sein. Das ist bislang nur ein Vorschlag. Es obliegt dem Stadtrat, in seinen Haushaltsberatungen die Standards in der Grünpflege zu definieren. Die Sparliste soll mit dem Haushaltsplan 2008 am 1. April nächsten Jahres verabschiedet werden.
Bisher versuchen die Eigenbetriebe das Dilemma zu lösen, indem sie Pflegeaufträge an private Unternehmen vergeben. So schneiden an den großen Ausfallstraßen wie der Iburger Straße Firmen das Grün. Außerdem würden neue Grünflächen möglichst einfach gehalten, erklärt Damerow. Es werden bevorzugt Staudengewächse gepflanzt, um den Pflegeaufwand gering zu halten.
Dass trotz aller Sparziele die Fläche an der Weißenburger Straße aufwendig begrünt wurde, verteidigt Hartmut Damerow. Die Hecke sei gepflanzt worden, um etwas gegen die Feinstaubbelastung zu unternehmen, erklärt er. Die Stadt will generell an hoch belasteten Straßen mehr Grün pflanzen, das die Schadstoffe in der Luft binden kann. Ob die Hecke an der Weißenburger Straße so stehen bleibt, ist trotzdem fraglich. Demnächst hat ein städtischer Vertreter einen Ortstermin mit Anwohnern der Lotter Straße. Möglicherweise wird das Ergebnis sein, dass ein Teil des Gewächses wieder weggenommen wird.

Bilduntertitel

Muss das sein? Diese Frage stellen Harald Niemann (links) und Ingo Klute von der Interessengemeinschaft Lotter Straße zur Ausgestaltung des Weißenburger Platzes. Foto: Jörn Martens
Autor:
rei


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