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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Ohne Widerstreben auf das Fallbeilgerät
Zwischenüberschrift:
Remarque-Gesellschaft erinnert zum Jahrestag an die Ermordung von Elfriede Scholz
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
rll Osnabrück. Sie war die Schwester von Erich Maria Remarque, und sie wurde wohl auch deshalb von der nationalsozialistischen Justiz hingerichtet. Zum Gedenken an den Todestag, dem 16. Dezember 1943, erinnerte die Erich-Maria-Remarque-Gesellschaft jetzt an das Schicksal von Elfriede Scholz und wendet sich zugleich gegen die Todesstrafe, die heute noch in 69 Staaten verhängt und vollzogen werde.
" Die Verurteilte, die ruhig und gefasst war, ließ sich ohne Widerstreben auf das Fallbeilgerät legen, worauf der Scharfrichter die Enthauptung mit dem Fallbeil ausführte und sodann meldete, dass das Urteil vollstreckt sei." So ist auf dem erhalten gebliebenen Vordruck die " Vollstreckung des Todesurteils gegen: Elfriede Scholz" in Berlin-Plötzensee festgehalten.
Elfriede Scholz wurde am 25. März 1903 in Osnabrück geboren. Die jüngere Schwester von Erich Maria Remarque, die als Kind stets kränkelte, erhielt später eine Ausbildung als Schneiderin. Nach Stationen in Leipzig und Berlin wurde sie schließlich in Dresden sesshaft, wo sie den Musiker Heinz Scholz heiratete. Im August 1943 wurde Elfriede Scholz von ihrer Vermieterin wegen angeblicher " defätistischer Äußerungen" denunziert und verhaftet. Der Volksgerichtshof unter seinem Präsidenten Dr. Roland Freisler verurteilte sie zum Tod durch das Fallbeil.
Für die Remarque-Gesellschaft erinnert Dr. Volker Issmer daran, dass die NS-Richter auch die beiden französischen Zwangsarbeiter Louis Bertin und Raymond Vinclair zum Tode verurteilt haben, die in Osnabrück bei der Reichsbahn eingesetzt waren. Auch sie wurden vor den Volksgerichtshof gestellt, weil man ihnen zum Vorwurf machte, etwa 200 Landsleuten zur Flucht verholfen zu haben.
Die Remarque-Gesellschaft spricht sich für die Abschaffung der Todesstrafe aus. Sie sei als Ausdruck des Vergeltungs- und Racheprinzips zutiefst inhuman und einer Gesellschaft unwürdig, die sich der Humanität verpflichtet fühle.

Bilduntertitel

Elfriede Scholz (1903–1944), die Schwester von Erich Maria Remarque.
Autor:
rll


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