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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Motto: Jeder hilft jedem
Zwischenüberschrift:
75 Jahre Siedlergemeinschaft
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
hiek Osnabrück. Ein Generationenwerk feiert Jubiläum: Vor 75 Jahren schlossen sich arbeitslose Handwerker zusammen, um sich und ihren Familien " eigen Haus und Hof" zu errichten. Heute leben die Familien in der damals entstandenen Siedlung Am Tannenkamp teilweise schon in zweiter oder dritter Generation.
Nur durch gegenseitige Hilfe und Zusammenhalt konnten Siedlergemeinschaften wie die Am Tannenkamp im heutigen Stadtteil Dodesheide entstehen.
" Nachbarschaftspflege ist hier auch heute noch sehr wichtig", sagt Hermann Hiekmann, erster Vorsitzender der Siedlung, die zu Osnabrücks ältesten gehört. Der Grundgedanke der Siedlungsbildung, die in den 1920er und 30er Jahren in ganz Deutschland zu beobachten war, sei auch heute noch unerlässlich: " Jeder hilft jedem", so der 71-Jährige, der in dritter Generation Am Tannenkamp wohnt.
Pflicht zur Hilfe
Ihr Entstehen verdankt die Siedlergemeinschaft der Brüning′schen Notverordnung des Jahres 1931. Arbeitslosigkeit sollte bestmöglich beseitigt werden, und Städte über 30 000 Einwohner wurden durch die Verordnung verpflichtet, arbeitslosen Familien durch Hilfen wie einen günstigen Erbbauzins die Möglichkeit zur Errichtung von Kleinsiedlungen zu geben.
Im Gegenzug mussten sich die Familien, die sich zu diesem Vorhaben entschlossen hatten, zu gegenseitiger Hilfe verpflichten. Das galt nicht nur für den Hausbau, sondern auch für die Eigenversorgung, also Viehzucht und Ackerbau, die die Verordnung vorsah.
Bis in die 80er Jahre war der Terminkalender der Siedler prall gefüllt mit gemeinsamen Unternehmungen: Umzüge, Straßen- und Familienfeste oder auch gemeinsame Fahrten gehörten zum Programm. Heute sieht die Auswahl zwar kleiner aus, " doch wir wollen trotzdem versuchen, die Traditionen zu bewahren", betont Hermann Hiekmann. So gehen die " Tannenkämper", wie sich einige selbst nennen, zusammen wandern, kegeln oder treffen sich zum Grünkohlessen, so wie auch jetzt zum 75. Jubiläum.
Aus diesem Anlass kam auch Ruth Gemein, zweite Vorsitzende der Kreisgruppe Osnabrück und Stellvertretende des Verbands Wohneigentum Niedersachsen, um dem Vorsitzenden eine Urkunde zu überreichen. Oberbürgermeister Boris Pistorius gratulierte mit einem Grußwort: " Straßengemeinschaften wie Am Tannenkamp sind wichtig für das soziale Gefüge der ganzen Stadt." Hier fänden Menschen den Zusammenhalt, Kontakt und Austausch, der in einer modernen Gesellschaft nicht verloren gehen dürfe.

Bilduntertitel

Hermann Hiekmann ist Vorsitzender der Gemeinschaft.

Ein Bild aus frühen Zeiten: Die Siedlergemeinschaft Tannenkamp marschierte beim Umzug zum Tag der Arbeit mit. Die Knaben trugen damals noch Matrosenanzüge, die Polizisten Pickelhauben.
Autor:
hiek


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