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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Aus dem Brunnen sprudelte Freibier
Zwischenüberschrift:
Früher ein Viertel für Handwerker: Der Vitihof
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Schmucke Giebelhäuser prägten den Vitihof um 1902. Hier lebten Handwerker und ärmere Leute. Foto: Rudolf Lichtenberg

Seit der Sanierung Ende der 1980er-Jahre ziert der Brunnen " Die Waschfrau" den beschaulichen Platz. Foto: Michael Hehmann

Früher ein Viertel für Handwerker: Der Vitihof

Von Marie-Luise Braun

OSNABRÜCK. Idylle mitten in der Stadt - so zeigt sich der Vitihof bisheute.Benanntist er nach der St. Viti-Kapelle, dem ersten Gotteshaus der Haselaischaft, das die Vitus-Bruderschaft hier im 12. Jahrhundert errichtet hatte. Die Bilder zeigen den südwestlichen Teil des Hofs.

Kleine Handwerkerhäuser mit vorkragenden Giebeln: Schuhmacher, Schlachter, Tischler, Maurer, Tagelöhner und Lohgerber hatten sich hier um 1902 angesiedelt. Der mit Kopfstein gepflasterte Platz bot damals genügend Raum für die Botenwagen aus dem Landkreis: Am Vitihof befand sich eine Haltestelle für die hochrädrigen Wagen mit den schräg gestellten Seitenwänden, über die wetterfeste Planen gezogen waren. Sie brachten Produkte aus dem Osnabrücker dem Neumarkt und auf dem Rosenplatz. Die Lieferungen erfolgten immer mittwochs und samstags.

Zeitreise

Bereits im Jahr 1177betrieb die St.-Vitus-Bruderschaft am Vitihof das erste Hospital der Stadt. Hier stand auch die Vi-tuskapelle, auf deren Ruinen die Bruderschaft nach der Reformation im 16. Jahrhundert vier Armenhäuser errichtete. Bruderschaften, die sich im Mittelalter vornehmlich dem Gedenken der Toten widmeten, fanden ihr geistiges Zentrum in den Kirchen und Kapellen der Stadt.

Bis heute hat sich die beschauliche Atmosphäre an dem dreieckigen Platz erhalten. Von den Gebäuden ist das Fachwerkhaus am linken Bildrand geblieben, das wohl aus dem frühen 18. Jahrhundert stammt. In den Häusern nebenan finden sich heute eine Galerie und ein Restaurant. Auch das Gebäude am rechten Bildrand ist erhalten geblieben.

Der Vitihof wurde in den späten 1980er-Jahren modernisiert. Ks wurde ein Pflaster aus Verbundstein verlegt und zur Abgrenzung der Autos Poller errichtet. Im Zuge der Sanierung wurde auch der Brunnen " Die Waschfrau" von Hans-Gerd Ruwe installiert, dessen Schwengel am rechten Bildrandzuerkennen ist. Bei der Enthüllung quoll übrigens kei n Wasser aus dem Brunnen: Die damalige Oberbürgermeisterin Ursula Flick zapfte zur Freude der Gäste leckeres Freibier.

Hinter dem Vitihof ist die mit Bäumen bewachsene Vitischanze zu erkennen. Diese Anlage wurde im Dreißigjährigen Krieg zum Schutz vor den Angriffen der Schweden gebaut
Autor:
Marie-Luise Braun


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