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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Dieser Mann zieht Tieren das Fell über die Ohren
Zwischenüberschrift:
Nichts für Vegetarier ist so ein Besuch beim Tierpräparator
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Von Maja Weber
Osnabrück. Jasper Wiese hat ein ungewöhnliches Hobby: Er sammelt Fell. Doch wie erhält man Fell? Und wie werden Tiere präpariert? Gestern Nachmittag zeigte ihm der professionelle Tierpräparator Udo Del Fiol seine Arbeit bis ins Detail.
Zwölf Rehbockgehörne und zwei Geweihe hängen an den Wänden im Flur der Werkstatt. Gleich am Eingang eine Sensation: Ein Fuchs, der einen Fasan im Maul hat beide " ausgestopft". Das Wort ist allerdings überholt, man sagt inzwischen " präpariert".
Auch in den Werkstatträumen staunt der Neunjährige nicht schlecht. Ein riesiges Rothirschgeweih hängt da!
Es riecht nach Chemikalien, seltsam, aber gar nicht muffig. Feine Werkzeuge, wie sie auch Zahnärzte benutzen, liegen auf der Werkbank.
Udo Del Fiol erklärt die Einzelschritte, wenn ein Tier bei ihm angeliefert wird. Zuerst wird das Fell abgezogen und " auf links" gedreht, gewaschen und gegerbt und schließlich konserviert. Wichtig ist, dass das Tier noch nicht lange tot ist, und so bearbeitet der Präparator nur Unfallwild, Jagdgut oder aufgesammelte Waldtiere. Ist das Fell fertig, wird es auf einen modellierten, vom Original abgegossenen Körper aufgelegt und befestigt.
Geschützte Tiere präpariert Del Fiol nicht außer wenn es sich um Unfalltiere handelt, und auch dann nur für schulische Zwecke. Denn die Gesetzeslage in Deutschland ist strikt. " Die gängigen Arten Schleiereule und Waldkauz werden häufig angefahren", sagt Del Fiol. Erst kürzlich war Jasper und seiner Mutter so ein Unfall passiert.
Solche Ereignisse gehören zum Leben des langjährigen Jägers Del Fiol. Und auch Jasper ist häufig im Wald und kann auch schon Hasen von Kaninchen unterscheiden anhand von Löffelgröße und Fellfarbe, was gar nicht so einfach ist.
Vegetarier ist Jasper nicht, dazu grinst er zu breit auf die Frage, ob er gern Fleisch isst. " Wenn man jagt, ist das nicht so angebracht, wenn man dann kein Fleisch isst", sagt Udo Del Fiol. Denn wer ein Tier erlegt, sollte es auch " verwerten". Bei den verschiedenen Vögeln in Del Fiols Werkstatt kein Problem einen Dachs lässt man da wohl lieber Dachs sein.
Jasper hat an diesem Nachmittag viel gelernt. Mit einem Stoß Zeitschriften und einem Gehörn im Gepäck geht es nach Hause und bald wieder in den Wald.
Autor:
Maja Weber


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