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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Ein Platz für die Pioniere der Luft
Zwischenüberschrift:
Die Flugzeughalle Netter Heide dient heute als Lager für Baustoffe
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Von Marie-Luise Braun Osnabrück. Pioniere der Luft: Anfang des 20. Jahrhunderts gab es sie auch in Osnabrück. Mit großer Begeisterung setzten sie sich für die Fliegerei ein 1914 schließlich wurde die Flughalle Netter Heide erbaut.
Von Marie-Luise Braun
Osnabrück. Vermutlich ist sie die älteste Flughalle Deutschlands, auch wenn sie heute anderen Zwecken dient: Ein Baustofflager hat dort seinen Platz gefunden.
Vor dem Bau der Halle hatten sich einzelne Herren der Stadt der Sache verschrieben, beispielsweise der damals erst 16-jährige Ernst Friedemeyer, der 1911 die Flugzeug-Bauanstalt auf der Netter Heide mitgegründet hatte. Allerdings wurde sie nach kurzer Zeit geschlossen.
Flugtage ab 1912
1912 begann Gustav Tweer, Flugtage zu veranstalten, zu denen viele Menschen strömten und Tweer für seine Veranstaltungen feierten. Das Resultat war, dass die Militärbehörden ihm erlaubten, die Flughalle Netter Heide zu errichten. Gleichzeitig förderte die Stadt Tweer mit der Gewährung eines Darlehens, und der Osnabrücker Verein für Luftfahrt kaufte den Schuppen, den Friedemann errichtet hatte, um ihn Tweer zu schenken.
Für die damalige Zeit war das ein ungeheurer Schritt: Nach einer Aufzählung der Zentralstelle des Deutschen Städtetages aus dem Jahr 1914 gab es im Deutschen Reich nur zwölf Flugplätze und Flugstützpunkte zu verzeichnen. In den Bauplänen war ein Flugzeughangar von etwa 30 mal 21 Metern vorgesehen, in dem drei bis vier Flugzeuge Platz finden. Zudem waren eine Werkstatt, ein Lagerraum und ein Gebäude zur Regelung von Abflug und Landung in die Pläne eingezeichnet.
Die Genehmigung, die Finanzierung und der Bau des Hangars gingen letztlich recht zügig vonstatten. Innerhalb weniger Monate wurden die notwendigen Schritte umgesetzt. Das mag auch mit dem kaiserlichen Befehl zur Mobilmachung zum Ersten Weltkrieg zusammengehangen haben, der im August 1914 ausgesprochen worden war. Damals wurde auch ein Vertrag mit dem Kriegsministerium abgeschlossen, dessen Inhalt bis heute unbekannt ist.
Während des Krieges übten auf dem Platz Flieger der Fliegerersatzabteilung 5 in Hannover, da hier Bedingungen herrschten, die denen an der Westfront ähnelten. Nach dem Krieg ruhte der Betrieb auf dem Flugplatz, er wurde ab 1925 jedoch wieder aufgenommen. Mit dem Bau der Winkelhauskaserne wurde der Flugverkehr beendet: Am 3. Juni 1935 hob die letzte Maschine ab.
Mit dem Ende des Flugbetriebs wurde die Halle zunächst als Reithalle und aktuell als Baustofflager genutzt. Bemühungen der Osnabrücker Denkmalpflege, die historische Halle für Museumszwecke zu nutzen, scheiterten bisher.

Bilduntertitel

Aus dem Jahr 1914 stammt die Flughalle Netter Heide. Bis 1936 starteten von dort Pioniere der Luft sowie Passagier- und Militärmaschinen. Spätere Versuche, die Halle als Museum zu nutzen, scheiterten bisher

Ein Baustofflager befindet sich heute in dem Hangar, der als älteste Flughalle Deutschlands gilt. Foto: Jörn Martens
Autor:
Marie-Luise Braun


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