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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Wo ist der Stöpsel der Wanne?
Zwischenüberschrift:
Stausee lief über: Wassereinbruch in der Paracelsus-Klinik
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Von Frank Henrichvark
Osnabrück. Es fehlten nur noch fünf Zentimeter: So haarscharf ist die Paracelsus-Klinik am Natruper Holz in der Nacht zum Montag an einer mittleren Katastrophe vorbeigeschrammt. Hochwasser schwappte bis in den Keller: Wäre die bräunliche Brühe noch weiter gesteigen, dann hätte ein Kurzschluss die neue Medizintechnik außer Gefecht gesetzt.
Zwischen Klinik und Kasernengelände läuft in einem kleinen Auenwald ein Bach, der nach etwa 200 Metern in einem Kanalrohr verschwindet. Folge der stundenlangen heftigen Regenfälle am Sonntag: Durch Laub und Reisig verstopfte der mit einem Gitter abgesicherte Durchlass, der Bach staute sich auf bis zu einer Höhe von vielleicht zwei Metern.
Gegen 23 Uhr in der Nacht zu Montag war es dann so weit das Wasser suchte sich seinen Weg über den Begrenzungswall bis auf das tief liegende Krankenhausgelände. In kurzer Zeit stand hier das Wasser bis zu 30 Zentimeter hoch; es war nicht nur die untere Etage der Parkpalette überschwemmt, sondern die schmutzigen Fluten bahnten sich ihren Weg bis in den Neubau der Strahlentherapie.
Berufsfeuerwehr und die Freiwilligen aus Eversburg versuchten zunächst, mit Sandsäcken den Damm des Stausees zu erhöhen und so den Wassereinbruch abzudichten. Andere suchten nach der Ursache der Verstopfung: Erst als mit Hilfe der Stadtwerke ein Kanaldeckel in der braunen Brühe geortet war und dieser dann mit dem Rüstwagen herausgezogen werden konnte wie der Stöpsel aus einer überdimensionalen Badewanne, gab es ein allgemeines Aufatmen. Denn jetzt sank der Wasserspiegel spürbar um zehn Zentimeter in der halben Stunde.
Derweil galt es auf dem Krankenhausgelände wie auch im Gebäude den Schaden zu begrenzen: Immer wieder verstopften die Kanalgullys durch Laub und Rindenmulch aus den frisch angepflanzten Grünanlagen. Und im Kellergeschoss des millionenteuren Klinik-Neubaus dümpelte bereits eine Handbreit das Wasser zwischen Elektro-Schaltschränken, Heizungsaggregaten und Medizingeräte-Elektronik.
" Jetzt zeigt sich, wie wichtig es war, alle Aggregate auf Betonsockel zu stellen", sagte Paracelsus-Verwaltungsdirektor Henrik Räwer gegen 1 Uhr in der Früh, als die Feuerwehr 400 Liter Wasser pro Minute aus dem weitläufigen Keller pumpte: " Wir sind noch mal mit einem blauen Auge davongekommen."

Bilduntertitel

Sandsäcke müssen her: Auf mehreren Metern strömte das Wasser aus dem benachbarten Bach über den Damm.
Autor:
Frank Henrichvark


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