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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Was wäre, wenn . . . . . . ein Tierpfleger bei den Elefanten einziehen würde?
Zwischenüberschrift:
Detlef Niebler meint, Menschen können von Tieren lernen – und nicht umgekehrt
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Von Thomas Wübker
Osnabrück. Elefanten sind soziale Tiere und leben sowohl im Zoo als auch in freier Wildbahn im Familienverband. Könnte sich Elefantenpfleger Dieter Niebler vorstellen, zusammen mit den Elefanten Sabi, Goni, Matibi und Totume eine Wohngemeinschaft zu bilden?
Der Wohnbereich von Detlef Niebler würde sich von einem Tag auf den anderen vergrößern, wenn er bei den Elefanten im Osnabrücker Zoo einziehen würde. Sie leben auf einer Fläche von etwa 3000 Quadratmetern. Ihr Heim ist so artgerecht eingerichtet, wie es in einem Tierpark möglich ist, sagt Detlef Niebler. Seit 34 Jahren arbeitet der 54-jährige Tierpfleger im Zoo, seit 17 Jahren umsorgt er die Elefanten. Die Elefantenkuh Siba kennt er von klein auf. Eine intensive Beziehung hat sich in dieser Zeit entwickelt. Körperliche Nähe ist jedoch seit zwei Jahren tabu. Siba berüsselt Detlef Niebler fast nur noch über den Zaun, seit Elefantenkuh Goni ins Gehege eingezogen ist. Sie ist aufsässig, wie es Detlef Niebler ausdrückt. Das Tier reagiert äußerst aggressiv auf Sabi, die älteste Elefantenkuh, sowie auch auf die Pfleger. Deshalb gibt es jetzt generell keine Streicheleinheiten mehr. " Das schmerzt", sagt Detlef Niebler und verbessert sich schnell: " Sie fehlt mir schon. Sabi ist ein reines Schmusetier."
Schmusetier? Wer je einem Elefanten gegenübergestanden hat, der wird dabei kaum an einen weichen Teddy oder ein anderes Stofftier gedacht haben. Aber Detlef Niebler kennt seine " Schmusetiere". Das Klischee, dass die Dickhäuter zart besaitet sind, stimmt. " Sie sind sich auch ihrer Stärke und der Zerbrechlichkeit der Menschen bewusst", sagt er nachdenklich, und seine Stirn legt sich in Falten. " Der Preis, den Elefanten zahlen müssen, wenn sie Kunststücke vorführen und sich zum Affen machen müssen, ist sehr hoch. Das können wir uns nicht vorstellen." Kunststücke im Zirkus vorzuführen oder angekettet zu sein, empfinden Elefanten als demütigend. Sie wehren sich aber nicht und machen es trotzdem.
Und weil Elefanten so sensible Tiere sind, kann sich Detlef Niebler auch vorstellen, bei ihnen zu leben. " Wenn man die Frage ernsthaft in Erwägung zieht, muss man sagen, dass eine Elefantenfamilie einer Menschenfamilie überlegen ist." Denn sie gingen sehr sorgsam und verantwortungsbewusst miteinander um. " Sabi wäre eine gute Tante", meint Detlef Niebler. Sie hat sich sehr rührend um Tutume gekümmert, als er noch klein und unbeholfen war. Das aggressive Verhalten von Goni führt er darauf zurück, dass sie den Verlust ihrer Familie verarbeiten muss. Die wurde erschossen, weil die Elefanten-Population in dem afrikanischen Wildpark zu groß geworden war. Die Jungtiere wurden verschont und in Zoos gebracht so auch Goni.
Eltern, die ihre Kinder verwahrlosen lassen, gibt es bei Tieren nicht, meint Detlef Niebler. Wenn eine Mutter ein Tier vernachlässigt, dann weil sie weiß, dass es nicht lebensfähig ist. Affen tragen ihre Kinder etwa noch mit sich herum, wenn sie schon lange tot sind. " Menschen sollten das Sozialverhalten von Tieren lernen, nicht umgekehrt", sagt Niebler.

Fotountertitel

Elefanten sind sensible und soziale Tiere, meint Dieter Niebler. Deswegen lebt und arbeitet er gerne mit ihnen. Foto: Klaus Lindemann
Autor:
Thomas Wübker


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