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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Dunkle Wolken am Biohimmel
Zwischenüberschrift:
Experten im Wabe-Zentrum der Fachhochschule: Ökokost mehr als keine Chemie
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
lea Osnabrück/ Wallenhorst. Aus der Lila-Latzhosen-Ecke sind Bioprodukte mittlerweile in den Regalen großer Supermärkte angekommen. Doch ist dieses Bio auch wirklich noch Bio? Um diese und andere Fragen zu klären, fand im Wabe-Zentrum der Fachhochschule Osnabrück jetzt das " Erste Wallenhorster Fachgespräch für Journalisten" zum Thema " Die Auswirkungen der Bio-Globalisierung" statt.
" Globalisierung ist an sich etwas Positives, denn es bedeutet, den Gedanken des biologischen Anbaus in die Welt zu tragen", sagte Bernward Geier, ehemaliger Geschäftsführer der " International Federation of Organic Agriculture Movements" (IFOAM). Neun der zehn größten Lebensmittelkonzerne in den USA engagierten sich bereits im Biosegment. " Da ist nicht alles schlecht", räumte Geier ein. " Allein an der Qualität kann man es nicht austragen." Dennoch: Bio ist für ihn mehr als das Weglassen von Chemie. Fairer Handel, ökologischer, umweltschonender Anbau und Wertschätzung auf der Verbraucherseite gehörten ebenfalls dazu.
" Fair geht bei den Bauern los", forderte Anne Meyer zu Belm-Schreiber, die gemeinsam mit ihrem Mann einen 120 Hektar großen Biolandbetrieb in Belm unterhält. " Bei der Milch tut sich etwas, ansonsten bekommen die Bauern immer noch zu wenig für die Rohstoffe", beklagte sie. Mit dem Bio-Boom seien die Bedingungen zudem nicht leichter geworden. Denn die Discounter drehten an der Preisschraube. " Der Kontrollaufwand ist ebenfalls enorm gestiegen", sagte die Landwirtin.
Was die Großen leisten könnten, werde einfach blind auf die Kleinen übertragen. Unverständnis bei ihr auch für die Politik: " Wir haben einen Nachfrageüberhang, warum wird es da nicht mehr gefördert, dass die Landwirte aus der Region auf Bio umstellen?"
" Dafür finden sie zurzeit im Ausschuss keine Mehrheit", sagte Martin Bäumer, der für die CDU im Agrarausschuss des Landtags sitzt. " Dort geht man überwiegend davon aus, dass eine Nachfrage besteht und daher keine Subventionen nötig sind."
1200 Bio-Landhöfe gibt es in Niedersachsen, insgesamt sind das 40 Prozent mehr als noch vor fünf Jahren. Damit kommen laut Landwirtschaftsministerium jeder dritte Bioapfel und jede dritte Biokartoffel bereits von hier. " Wir dürfen den Bio-Markt nicht allein den Großen überlassen, die Bio nur aus Profit betreiben", meinte Bäumer. Denn was hindere Discounter eigentlich daran, Bio einmal nicht mehr anzubieten? Genau dann sei der Markt tot.
Eine Ansicht, die auch Michael Radau vom Vorstand der Super-Biomarkt AG aus Münster teilt. 1973 kam der erste Bioladen nach Münster, im Januar 2008 eröffnet der 14. Super-Biomarkt in Gelsenkirchen. " Der Marktanteil von Bioprodukten beträgt rund fünf Prozent", sagte er. " Eigentlich handeln wir immer noch in einer Nische". Eine, die wachse, aber von großen Discountern häufig nur als Imagefaktor benutzt werde.
Und die Zukunft? " Es wird das Massenbio geben", sagte Geier. Gentechnik und die Veränderung der EG-Bio-Verordnung 2009 sind für Radau ein " Schritt weg vom Gedanken, Bio auf einem hohen Niveau anzusiedeln". Wie die anderen Teilnehmer befürchtet auch er: " Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis die Ökobranche ihren ersten großen Lebensmittelskandal hat." " Die Nachfrage ist groß, die Versuchung etwas umzuetikettieren ebenfalls."
Über die Codierung könne zwar bis zum Hersteller zurückverfolgt werde, woher die Lebensmittel kämen, sagte Annette Liebner von der Verbraucherzentrale Niedersachsen. Für den Verbraucher wünschte sie sich jedoch " einfachere Entscheidungshilfen".

Fotountertitel

Die Auslagen der Supermärkte sind voll mit Bioartikeln, wozu längst nicht nur frisches Obst und Gemüse gehören. Experten befürchten jedoch, dass der Biobranche bald der erste große Lebensmittelskandal droht. Foto: ddp
Autor:
lea


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