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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Stadtwerke setzen auf mehr Kohlestrom
Zwischenüberschrift:
Beteiligung an Kohlekraftwerken geplant
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Eigenen Strom erzeugen die Stadtwerke jetzt schon mit gasbetriebenen Blockheizkraftwerken und Windrotoren auf dem Piesberg. Allerdings nur zu einem kleinen Teil. 87 Prozent des Stroms für Osnabrück mussten die Stadtwerke im vergangenen Jahr auf dem Großhandelsmarkt einkaufen. Dieser Anteil solle kontinuierlich sinken, kündigt Vertriebschef Dr. Klaus Siedhoff an. Ein erster Schritt in Richtung Unabhängigkeit ist die Beteiligung am Gas- und-Dampfkraftwerk in Hamm-Uentrop, das im Herbst ans Netz ging.
Mehr als zwei Dutzend Stadtwerke und regionale Energieversorger, darunter auch die Genossenschaft Teutoburger Energie Netzwerk (TEN), betreiben die 850-MW-Anlage als Partner. Die nächsten gemeinsamen Schritte sind schon geplant, allerdings nicht mit dem vergleichsweise klimafreundlichen Erdgas als Energieträger, sondern mit Kohle.
Vertriebschef Siedhoff sagt, warum: Langfristige Erdgaslieferverträge seien heute nicht mehr zu bekommen, Kohle bedeute dagegen weniger Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten. Siedhoff ist bewusst, dass die Kohlekraftwerke wegen ihrer CO2 - Emissionen in der Kritik stehen. Er hält aber dagegen, die neuen Anlagen mit einem Wirkungsgrad von 46 Prozent stießen deutlich weniger Klimagase aus als die alten, die jetzt das Ende ihrer Lebensdauer erreichten.
Moderne Kohlekraftwerke seien somit als Übergangstechnologie unverzichtbar. Im Übrigen investierten die Stadtwerke auch in die erneuerbaren Energien. Der Bau neuer, größerer Windgeneratoren auf dem Piesberg koste voraussichtlich mehr als eine Kraftwerksbeteiligung.
Geplant sind allerdings zwei Kraftwerksbeteiligungen mit jeweils 10 Millionen Euro bis 2011. Projekt Nr. 1 ist ein 1500-MW-Kraftwerk, das 26 kommunale Stadtwerke als kleinerer Partner gemeinsam mit dem großen Gegner RWE in Hamm betreiben wollen.
Das zweite Projekt soll mit dem Kraftwerksbauer Trianel verwirklicht werden, mit dem schon beim Gaskraftwerk in Hamm-Uentrop kooperiert wird. Dabei favorisieren die Stadtwerke einen Standort auf dem Bayer-Gelände in Uerdingen bei Krefeld. Dort könnte die Abwärme des Kohlekraftwerks für den benachbarten Chemiepark und nahe gelegene Wohngebiete genutzt werden. Die Investitionsentscheidung steht allerdings nach Bürgerprotesten auf der Kippe. Es gibt aber noch eine weitere Option im nördlichen Ruhrgebiet bei Lünen. Doch dort will eine Bürgerinitiative das Kohlekraftwerk ebenfalls verhindern.
Kritische Stimmen gibt es auch in Osnabrück. André Gehrke von der Klimaallianz fände es sinnvoller, wenn die Stadtwerke das Geld in Osnabrück investieren würden. Die Festlegung auf entfernte Standorte könne zum Bumerang werden, wenn Kohlestrom durch die CO2 - Zertifikate ab 2012 enorm teurer, Solar- und Windstrom zugleich wesentlich billiger werde.
Gehrke setzt sich für den Bau von Blockheizkraftwerken in Osnabrück ein, die zugleich Strom und Wärme erzeugen. Der Klimaschützer kann sich aber auch mit dem Bau eines modernen Steinkohlekraftwerks im Osnabrücker Hafen anfreunden, sofern die Wärme in Industriebetrieben und Wohnungen sinnvoll genutzt wird.

Bilduntertitel

Bürgerproteste richten sich gegen das geplante 750-MW-Kohlekraftwerk der Firma Trianel in Uerdingen, an dem sich die Stadtwerke Osnabrück beteiligen wollen.

Gut für den Strompreis, schlecht fürs Klima: Auch die Stadtwerke setzen auf Kohle. Foto: Archiv
Autor:
rll


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