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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Nach Bombenangriff sprengten Nazis Haus
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
In der Osnabrücker Serie " Zeitreise" berichteten wir über das Haus in der Georgstraße 7 (" Ein Haus, viele Geschäfte", Ausgabe vom 21. November). Der frühere Eigentümer Georg Genck ergänzt die Berichterstattung mit persönlichen Erlebnissen:
" Mein Großvater, Karl Vordemfelde, Westerhausen, kaufte 1928 das Haus Georgstraße 7/ 9 von der damaligen Kommerz- und Merkurbank. Der ehemalige Tresor ist heute nicht mehr vorhanden, wohl aber der Raum, in dem dieser gestanden hat. Dieser Raum wurde während des Krieges als Bunker benutzt.
Karl Vordemfelde verkaufte in diesem Haus die von ihm hergestellten Büromöbel unter dem Firmennamen Vordemfelde und Scherz. Dieser Name wurde 1948 in Vordemfelde und Genck umgewandelt.
Auf das Haus fielen an Palmsonntag 1945 28 Brandbomben und eine Sprengbombe. Die Sprengbombe war als Blindgänger bis zum Keller gedrungen, aber nicht explodiert. Ich kann mich an den Einschlag noch genau erinnern, da ich in dem häuslichen Bunker aus dem Bett gefallen bin. Eine zweite Sprengbombe, ebenfalls ein Blindgänger, landete mitten in der Hase. Da nur der Dachstuhl und die oberste Etage ausgebrannt waren, blieb das Haus ebenso wie das Haus Wüsthoff und das Textilgeschäft gegenüber stehen. Tage nach dem Angriff wurde das Haus Georgstraße 7/ 9 von dem örtlichen Ortsgruppenleiter besichtigt. Hierbei stellte dieser fest, dass nirgendwo ein Hitler-Bild an den Wänden hing. Er verlangte diesen Fehler sofort zu beseitigen. Frau Charlotte Genck weigerte sich mit den Worten: Solange dieses Haus steht, kommt hier kein Adolf an die Wand.′ Mit einer Drohung entfernte sich der Ortsgruppenleiter und kam Stunden später mit einem Trupp Hitlerjugend zurück. Diese sprengten das Haus bis auf die Grundmauern. 1948 ließ Frau Genck das Haus zweigeschossig wiederaufbauen. 1964 wurde das Haus dann in seinen heutigen Zustand versetzt. Bis zum Jahre 1972 war die Firma Vordemfelde und Genck Mieter und verkaufte dort Büromaschinen, - möbel und - bedarf."

Fotountertitel

In Osnabrück überstand das Haus Georgstraße 7 (rechts) den Bombenangriff am Palmsonntag 1945 mit schweren Schäden am Dach und in der obersten Etage. Gesprengt und vollständig zerstört wurde es aber erst Tage später auf Befehl des Ortsgruppenleiters der NSDAP, der bei einer Besichtigung fehlende Hitler-Bilder beanstandete. Foto: Wido Spratte
Autor:
Georg Genck


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