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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Gründerzeit: Silber war der letzte Schrei
Zwischenüberschrift:
Ausstellung in der Villa Schlikker
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
rei Osnabrück. Silber, immer wieder Silber. Mit ihren Handtaschen müssen die Frauen der Gründerzeit einen schillernden Auftritt gehabt haben, wenn es nach der Modefarbe dieser Zeit geht. Das ist derzeit in der Villa Schlikker zu sehen, wo Professor Lothar und Inge Beinke einen Teil ihrer privaten Sammlung zeigen.
rei Osnabrück. Silber war zwischen 1900 und 1920 die Farbe schlechthin, wenn es um Handtaschen ging. Das zeigen die Exemplare, die Inge Beinke aus dieser Zeit gesammelt hat. Ob nun im Stil der Neuen Sachlichkeit, des Art Déco oder im Jugendstil: Silbernetztaschen waren das Gebot der Stunde.
" Die Dame der Gesellschaft hat damals eine Silbernetztasche getragen", sagt Inge Beinke. Ganz billig war das nicht. Erst Jazztaschen konnten sich auch weniger reiche Frauen leisten. Allerdings nicht die Variante mit den vielfarbigen Pailletten, sondern eher die mit dem einfarbigen Muster. Inge Beinke weiß nicht mehr, wie ihre Sammelleidenschaft begonnen hat. Die erste Silbernetztasche erbte sie 1974 von ihrer Mutter. Bis aus dem ersten Exemplar eine Sammlung wurde, dauerte es allerdings einige Jahre. " Irgendwann habe ich dann eine zweite Tasche erstanden", berichtet sie. Der folgten immer weitere Stücke.
Im Laufe der Zeit hat Beinke Kriterien erschaffen, nach denen sie die Taschen auswählt. Für sie zählen vor allem ästhetische Gründe und die Tatsache, dass die Taschen aus der Gründerzeit stammen. Aber auch Portemonnaies sind im Laufe der Zeit dazugekommen.
Durch die Leidenschaft seiner Frau kam auch Lothar Beinke zum Sammeln. Er interessiert sich unter anderem für Zuckerzangen, Waagen und Gewichte, die momentan auch in der Villa Schlikker zu sehen sind. Zusammen hat das Ehepaar außerdem auch seine Spardosensammlung in der Villa gezeigt.
Wenn die Beinkes zurzeit jeden Samstag ihre Exponate im Museum vorstellen, stehen die Silbernetztaschen und das Sammeln selbst im Mittelpunkt. Lothar Beinke hat sich im Laufe der Zeit zu einem Experten für die allgemeine Theorie des Sammelns entwickelt. " Eine Sammlung beginnt mit drei Exemplaren", sagt er. Bei den meisten Sammlern beginne die Leidenschaft damit, dass sie ein schönes Einzelstück bekommen. " Irgendwann finden sie bei einem Antiquitätenhändler oder auf einem Flohmarkt einenähnlichen Gegenstand", so Lothar Beinke. Damit beginnt die Sammelleidenschaft. Die Sammler entwickeln Kriterien, nach denen sie neue Gegenstände kaufen, lesen Fachzeitschriften und treten in Vereine ein.
Unter Psychologen gelten Sammler übrigens als verrückt, weil sie einer unvernünftigen Beschäftigung nachgehen. Anders geht es Soziologen, die das Sammeln als nützliche Tätigkeit sehen.
Von silbernen Handtaschen und Zuckerzangen: Villa Schlikker, Di.–Fr. 11 bis 18 Uhr, Sa./ So. 10 bis 18 Uhr; Führungen samstags 15 bis 16 Uhr.

Fotountertitel

Ungewöhnliche Exponate: In der Villa Schlikker zeigen Lothar und Inge Beinke ihre Sammlung, zu der auch Handtaschen aus der Gründerzeit gehören. Foto: Egmont Seiler
Autor:
rei


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