User Online: 1 | Timeout: 21:02Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Was wäre wenn . . . . . . Benzin zwei Euro kosten würde?
Zwischenüberschrift:
Wolfgang Bode setzt auf Einsparung und neue Technologien
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Von Thomas Wübker
So langsam ist der Spaß vorbei. Das Benzin kostet momentan um die 1, 40 Euro. Ein Ende der Preisspirale ist nicht absehbar. Dass der Preis für Benzin auf zwei Euro steigt, ist wohl nur eine Frage der Zeit. Prof. Dipl.-Ing. Wolfgang Bode, der wissenschaftliche Leiter des Fachgebiets Unternehmenslogistik an der Fachhochschule Osnabrück, meint, die Deutschen würden auch diesen Preis zähneknirschend zahlen, sich aber nach alternativen Verkehrsmitteln umschauen.
Der Preis für Benzin setzt sich wie folgt zusammen: Die Tankstellen bekommen 5 Prozent, auf die Ökosteuer fallen 11, 3 Prozent, Öl nimmt 30, 5 Prozent, und die Mehrwert- und Mineralölsteuer nehmen 53, 2 Prozent des Gesamtpreises ein. " Der Staat profitiert vom Ölpreis", stellt Wolfgang Bode trocken fest. Der Bürger nicht, fügt er im nächsten Atemzug an. Sollte der Benzinpreis in kürzester Zeit auf zwei Euro steigen, würden viele Deutsche aufs Fahrrad oder auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen. " Vielleicht holt auch jemand seine alte Pferdekutsche wieder raus", ergänzt er schmunzelnd.
Ein plötzlicher Anstieg des Benzinpreises würde für Proteste sorgen, ist sich Wolfgang Bode sicher. Dadurch, dass die Preise in den vergangenen Jahren schleichend in die Höhe kletterten, sind die zahlreichen Rekordstände schnell zum Alltag geworden. Wolfgang Bode sieht aber auch, dass zwischen dem Realeinkommen der Bürger und den gestiegenen Preisen eine Lücke klafft. " Und die wird immer schmerzlicher", sagt er.
Eine Schmerzgrenze ist deswegen nicht konkret greifbar und hängt vom individuellen Einkommen ab, meint Wolfgang Bode. Durch die gestiegenen Energiepreise sind auch Lebensmittel und andere Produkte teurer geworden. Das liegt jedoch nicht immer nur amÖl. " Hier und da begründen manche Hersteller starke Preiserhöhungen mit dem Argument der gestiegenen Energiekosten", sagt er mit einem sanft-ironischen Unterton.
Der 55-jährige Wirtschaftswissenschaftler sagt, dass der Ölpreis nicht mehr steigen wird, wenn alternative Energien eine wirtschaftliche Konkurrenz für Öl darstellen würden. " Daran müssen wir arbeiten", analysiert er sachlich und kühl. Allerdings wäre der Ölpreis dann längst in eine heute noch unbekannte Höhe gestiegen. Alternative Technologien bieten einen Ausstieg aus der Abhängigkeit vom Öl. Sie müssten aber sinnvoll sein.
Für die Produktion von einem Liter Bio-Diesel werden 3500 Liter Wasser verbraucht. Das ist nicht überall akzeptabel. In einem Pilotversuch am Genfer See fahren mit Strom angetriebene automatische Taxis, die durch ein Sensor-System gelenkt werden. Das wäre ebenso eine Alternative wie die noch flexiblere Einstellung des öffentlichen Nahverkehrs auf den Bedarf der Menschen, meint der gelernte Ingenieur.
Wolfgang Bode setzt sich noch ins Auto, um von seiner Wohnung zur Fachhochschule zu gelangen. Seinen Wohnsitz hat er vor längerer Zeit nach Osnabrück verlegt, um nicht jeden Tag von Dortmund in die Hasestadt fahren zu müssen, denn dort lebt seine Familie. " Die gestiegenen Energiekosten haben mich aber inspiriert, meine Wohnung in die Nähe der FH zu verlegen, um auf mein Auto zu verzichten", sagt er.
Autor:
Thomas Wübker


Anfang der Liste Ende der Liste