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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Mit Schnaps auf dem Weg zum Erfolg
Zwischenüberschrift:
Die Gosling′sche Brennerei
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Von Marie-Luise Braun Osnabrück. Mit drei hoch aufragenden Giebeln und vorspringenden Lastenaufzügen dominierte um 1884 das Gebäude der Gosling′schen Branntweinbrennerei und " Dampfmühle" die südliche Seite des Neuen Grabens. Der Fotograf hat das Bild mit dem Blick in Richtung Neumarkt aufgenommen.
Über dem Dach der Fabrik ist schemenhaft der Schornstein der Brennerei zu erkennen, die Ende der 1830er Jahre an den Neumarkt verlegt worden war. Gegründet hatte der Kaufmann Bernhard Gosling die Fabrik 1821, als er die Erlaubnis zur Einrichtung einer Brennerei in Osnabrück erhalten hatte. Er erwarb daraufhin ein Gebäude neben dem Familiensitz an der Großen Straße 54. Seine Familie war durch Tuchhandel zu Vermögen gekommen, jetzt erschloss er eine neue Einnahmequelle.
Bereits Ende der 1830er Jahre reichte der Platz in der Großen Straße für die Produktion nicht mehr aus, und Carl Gosling, ein Sohn des Begründers der Brennerei, erwarb das Grundstück am Neuen Graben, um den Betrieb hier fortzusetzen. Auf diesem Gelände wurde zuvor die Renner′sche Branntweinbrennerei betrieben.
Carl Gosling entwickelte die Brennerei mit ihrer industriell betriebenen Getreidemühle zu einem der bedeutendsten Unternehmen der Stadt. Allerdings hatte er mit Schwierigkeiten zu kämpfen: So war der Neue Graben damals eine schmale Straße und häufig versperrt von den durchziehenden Pferdefuhrwerken, zudem bot das Gelände dem sich laufend vergrößernden Unternehmen nur geringe Erweiterungsmöglichkeiten.
Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Fabrik durch Bomben weitgehend zerstört. Plünderer machten sich im Mai 1945 über den Schnaps her. Die Ruine wurde 1962 abgerissen, als die Brennerei in das damals neue Industriegebiet im Fledder umgezogen war: Am 15. November 1962 begann der Betrieb dort.
Genau ein Jahr später, am 15. November 1963, eröffnete das Kaufhaus Hertie auf dem Gelände am Neuen Graben. 23 Jahre später verkündete der damalige Geschäftsführer Hans-Joachim Sieber die Schließung der Filiale. 1988 übernahm das Textilkaufhaus Wöhrl das Haus, baute es um und eröffnete es 1989. Heute steht das Gebäude leer, nachdem zwischenzeitlich der Elektronikfachmarkt Ypso eingezogen war.

Fotountertitel:

Pferdefuhrwerke und Kopfsteinpflaster prägten die Szenerie vor der Gosling′schen Branntweinbrennerei auf dem um 1884 noch recht beengten Neuen Graben. Foto: Museum Industriekultur

Leer steht heute das Gebäude mit der Glasfassade am Neumarkt. Dort hat sich nach Hertie und Wöhrl zuletzt der Elektronikfachmarkt Ypso befunden. Foto: Klaus Lindemann
Autor:
Marie-Luise Braun


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