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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Wo Kunst wächst und gedeiht
Zwischenüberschrift:
Die ehemalige Samenhandlung am Steinwerkshof wird zum Kulturzentrum
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Von Jörn Petring Osnabrück. Wie man aus etwas ganz Kleinem etwas ziemlich Großes heranwachsen lässt, weiß Hans-Ferdinand Wunderling recht gut. Vor sieben Jahren musste der Mitinhaber der Samenhandlung Kobe & Hopfer seinen Laden in der Bierstraße schließen. Eine letzte Saat scheint Wunderling damals jedoch noch gestreut zu haben langsam wächst auf dem Steinwerkshof etwas Neues heran. Es entsteht ein Kunst- und Kulturquartier.
Der Gebäudekomplex direkt gegenüber der Kunsthalle Dominikanerkirche ist etwas Besonderes. Denn wer die kärgliche und düstere Einfahrt des Hauses Nummer 7 an der Bierstraße passiert, landet nicht auf einem gewöhnlichen Hinterhof. Wie es der Name schon verrät, beheimatet der Hof ein Steinwerk. Das älteste noch erhaltene Gebäude der ganzen Stadt.
Bequeme Lösung
Ein Gespür für die lange Geschichte und Tradition des Bruchsteinbaus von 1220, der schon im Jahr 1613 ein Großfeuer überstand und auch im Zweiten Weltkrieg kaum Schaden nahm, bewies Wunderling schon einmal. Kurz nach der Schließung des Geschäftes machte der heute 88-Jährige einen bemerkenswerten Deal. Das Steinwerk, die ehemaligen Lagerräume der Samenhandlung, vermietete er an die Stadt Osnabrück, die in den geschichtsträchtigen Räumen das Büro der Denkmalpflege unterbrachte. Eine bequeme Lösung: Denn jeder andere potenzielle Mieter hätte sich wohl mit genau dieser Stelle rumplagen müssen, glaubt Wunderling heute.
Langsam kehrt wieder Leben ein. Nicht nur im Steinwerk, sondern auf dem ganzen Hof. Platz gibt es reichlich. Sowohl Räume im Vorderhaus direkt an der Bierstraße als auch in einem zusätzlichen Lagerhaus und der sogenannten Garage standen nach der Schließung von Kobe & Hopfer lange Zeit leer. Das ist jetzt vorbei.
Absage an Döner
Nachdem im Jahr 2003 die Kunstmalerin Sabine Kahlo mit ihrem Atelier in den Steinwerkshof einzog, folgte zwei Jahre später die Di-plomdesignerin Gabriele Teckemeier. Im Erdgeschoss siedelte sich Thomas Otte mit einem Wein Cabinet an, einem Weinfachgeschäft, das sich ausschließlich auf deutsche Weine spezialisiert hat. Auch das Filetstück des Steinwerkshofes, das Ladenlokal mit großen Schaufenstern in Richtung Bierstraße, ist seit kurzem wieder vermietet. Die Liste der Bewerber war lang. SB-Bäcker und Döner-Imbisse bissen bei Hans-Ferdinand Wunderling auf Granit. Wunderling und seine Tochter Christiane, die für ihren Vater viele Verhandlungen übernommen hatte, blieben hart.
Open-Air-Theater
Eine Zusage bekamen schließlich Innenarchitektin Nicole Bauschulte und der Architekt Heiko Scheile. Die " a1DesignGroup", ein kreatives Architekturbüro, passt laut Wunderling perfekt ins Konzept. Kunst und Kultur übernehmen das Ruder am Steinwerkshof. Derzeit laufen noch mit drei weiteren Ateliers Verhandlungen, die im Steinwerkshof ihr Quartier beziehen möchten. Und auch öffentlichen Kulturveranstaltungen wie etwa einem Open-Air-Theater stehen die Wunderlings aufgeschlossen gegenüber. Schon heute lohnt sich ein Besuch. Nur Mut: Wer die düstere Hofeinfahrt erst mal passiert hat, staunt über eine starke zweite Reihe.

Fotountertitel:

Die düstere Pforte zum Steinwerkshof gilt es zu überwinden. Dahinter verbirgt sich ein Kunst- und Kulturquartier, das in Zukunft noch wachsen wird.

Hans-Ferdinand Wunderling schloss vor sieben Jahren seine Samenhandlung. Jetzt halten Kunst und Kultur Einzug.

Das neue Team im Steinwerkshof stellt ein kreatives Architekturbüro.
Autor:
Jörn Petring


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