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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Neues Zuhause für das beste Alter
Zwischenüberschrift:
Miteinander und füreinander: Ambitioniertes Wohnprojekt fertiggestellt
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
mtl Osnabrück. " Rentner-WG", nein, diesen Begriff mag Marlies Wolf nicht gerne hören, auch wenn er ein kleines bisschen passt: Marlies Wolf hat ein Haus für Menschen ab 50 Jahren entworfen. Gestern war die Schlüsselübergabe. Zehn Menschen im besten Alter haben sich für die Wohnungen in der Anna-Gastvogel-Straße entschieden.
Gemeinsam mit dem Verein " Osnabrücker Wohnprojekt Wohnen und mehr e. V." hatte Marlies Wolf im vergangenen Jahr eine Vision, wie sie sagt: " Es sollte ein gemeinsames Miteinander- und Füreinander-Leben im Alter sein." Deswegen wurde Marlies Wolf auch gefragt, ob sie nicht Patin stehen wollte für die Werbekampagne " Meine Vision" des Katholikentags 2008 in Osnabrück. Da musste die Osnabrückerin nicht lange überlegen. Jetzt ist die 62-Jährige auf großen, hellblauen Plakaten in ganz Deutschland zu sehen: " Zukunft mit Aussicht bauen" so steht es auf dem Schild, das sie mit geschlossenen Augen vor sich hält.
Mittlerweile ist ihre Vision vom solidarischen Miteinander-alt-Werden aber keine Vision mehr. Die kirchliche Wohnbaugesellschaft " Stephanswerk" des Erzbistums Hamburg und des Bistums Osnabrück hat das Haus " 50 +" fertiggestellt: 16 Wohnungen zwischen 46 und 66 Quadratmetern hat das Haus: " Meine ist die Nummer 15", hat sich die ehemalige Sparkassenangestellte schon festgelegt. " Ich habe rechtzeitig angefangen, mir zu überlegen, wie ich im Alter leben möchte", sagt die geschiedene Rentnerin. Dabei musste sie für ihr Konzept viel Überzeugung leisten: " Gemeinschaftliches Wohnen ab 50 das in das Bewusstsein der Leute zu kriegen war nicht leicht. Die denken doch sofort an Pflegeheime." Dabei sei das Ziel ganz einfach: " So jung wie möglich zusammenziehen, sich kennenlernen und dann im Alter gegenseitig helfen", fasst Wolf die " Goldene Regel" des Hauses frei nach Matthäus 7, 12 zusammen.
Allerdings liege die Grenze des Machbaren dort, wo professionelle Hilfe unumgänglich sei, fügt sie hinzu. Das Haus sei so konzipiert, dass es sich den Bedürfnissen der in ihm alternden Bewohner anpasse. Es hat große, weite Flure mit viel Platz, falls hier mal ein Rollstuhl durch die Gänge gleiten sollte. " Schwellenlos" lautet das Stichwort so sind alle Duschen problemlos befahrbar. Zwar seien die Wohnungen einzeln abschließbar, aber " ich habe Wert darauf gelegt, ein Haus zu haben, das gemeinschaftsförderlich ist", sagt Marlies Wolf mit fester Stimme, und man kann ihr gratulieren, dass ihr das und den 14 Mitgliedern des Vereins " Wohnen und mehr" gelungen ist.
Der große Garten und ein Gemeinschaftsraum mit Kochzeile versprechen viel Platz für heitere Stunden: Wir wollen den Jahren mehr Leben geben", sagt die Großmutter von vier Enkeln. " In einer Gemeinschaft, in der man sich gegenseitig inspiriert." Mit einer Studenten-WG könne man das allerdings nicht vergleichen: " Das Motto lautet wohnen unter einem Dach, aber in eigenen Räumen", erklärt Wolf. Und was, wenn mal einer zu laute Musik spielt? " Alte Leute hören ja nicht mehr so gut", scherzt sie und lacht.
Inzwischen hat das Stephanswerk mit ersten Planungen für ein ähnliches Wohnprojekt auf einem Nachbargrundstück begonnen. Ab Mai 2008 wird es spezielle Seniorenwohnungen an der Klusstraße geben.

Bilduntertitel:

Schlüsselübergabe: Ulrich Saremba, Norbert Klose, André Backers, Gisela Happe, Klaus Zepter, Evelin Klose, Melanie Detert, Ilse Rogalla, Christel Weemken, Marlies Wolf und Ingrid Resag (Vertreter des Stephanswerkes und Bewohner, von links) freuen sich, dass das neue Zuhause fertiggestellt ist. Foto: Jörn Martens
Autor:
mtl


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