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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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aus Zeitung:
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Überschrift:
"Grünflächen in die Städte"
Zwischenüberschrift:
Bundesregierung will mit nationaler Strategie Artenvielfalt erhalten
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
" Grünflächen in die Städte"
Bundesregierung will mit nationaler Strategie Artenvielfalt erhalten
jd Berlin. Die Bundesregierung will mit einem umfangreichen Maßnahmenbündel die Artenvielfalt in Deutschland schützen.
Bundesumweltminister Sigmar Gabriel stellte gestern in Berlin die nationale Strategie zur biologischen Vielfalt vor, die das Kabinett zuvor verabschiedet hatte. Der SPD-Politiker sprach von der " international ambitioniertesten Strategie" weltweit. Die Bundesregierung setzt damit eine Forderung des Übereinkommens der UNO zur biologischen Vielfalt um, mit der das Überleben von Mensch und Tier gesichert werden soll.
Der Strategie zufolge sollen unter anderem Waldgebiete ausgedehnt werden. Die Kommunen werden aufgefordert, mehr Grünflächen in den Innenstädten anzulegen.
Außerdem sieht die Strategie weitere Maßnahmen vor, wie zum Beispiel die Renaturierung von Mooren. Insgesamt soll sich bis zum Jahr 2010 der Anteil der vom Aussterben bedrohten und stark gefährdeten Arten verringern. Den Ministeriumsangaben zufolge gibt es in Deutschland etwa 3000 Arten an Farn- und Blütenpflanzen. Davon seien 943 Arten gefährdet und 118 Arten akut vom Aussterben bedroht. " Diesen Trend müssen wir stoppen und nach Möglichkeit umdrehen", betonte Gabriel.
Der Minister wies auch auf die wirtschaftliche Bedeutung des Schutzes genetischer Ressourcen hin etwa für Medikamente, aber auch für technische Innovationen. So werde der Marktwert der aus Pflanzen abgeleiteten Produkte auf bis zu 800 Milliarden und der jährliche Nutzen der gesamten Ökosysteme der Welt auf bis zu 64 Billionen Dollar geschätzt.
Scharfe Kritik übte Gabriel an der von Niedersachsen und Hessen geplanten Bundesratsinitiative für eine Reform des EU-Naturschutzrechtes. Es sei " ein Skandal", dass beide Länder " die Axt an die Erfolge im Naturschutz legen", betonte der Minister.
Die CDU-geführten Landesregierungen in Hannover und Wiesbaden plädieren in dem Antrag dafür, die europäische Vogelschutzrichtlinie und die FFH-Richtlinie (Flora-Fauna-Habitat) zu einer neuen, modernen Gesamtregelung zu verknüpfen. Es sei schwer nachvollziehbar, weshalb Schutzgebiete nach beiden Richtlinien und damit doppelt geprüft und dokumentiert werden müssten.
Die Initiative wird an diesem Freitag in die Länderkammer eingebracht. Aus Kreisen der Landesregierung in Hannover hieß es gestern, man sehe " gute Chancen" für eine Mehrheit.

Wo der Hase im Pfeffer liegt
Von Klaus Jongebloed
Dieser Schritt war überfällig. Bereits Anfang der 1990er Jahre hat Deutschland die UNO-Konvention zur biologischen Vielfalt ratifiziert. Höchste Zeit also, dass Umweltminister Gabriel nun eine nationale Strategie verkündet. Aber sie genügt nicht.
Denn auch wenn der Minister in bekannter Manier den Plan als international ambitionierteste Initiative verkauft, reicht der Blick bis zum Tellerrand nicht aus. Die im September von der Weltnaturschutzunion IUCN vorgelegte Rote Liste bedrohter Pflanzen und Tiere zeigt nämlich, wo der Hase im Pfeffer liegt: Gefährdet von Auslöschung sind vor allem Arten in den tropischen Gebieten der Welt. Wer die Artenvielfalt retten will, muss global handeln.
Dass überdies daheim der nationalen Strategie Ungemach droht, lässt die von Hessen und Niedersachsen getragene Bundesratsinitiative ahnen. Manches deutet auf entschärften Naturschutz hin. Denn besonders für das Küstenland Niedersachsen ist die Rote Liste ein rotes Tuch. Zu viele Vogelschutz- und FFH-Gebiete werden in Hannover als Jobbremse wahrgenommen.
Mit solchem Argument ist aber nicht jeglicher Raubbau an der Natur zu rechtfertigen. Einklang muss das Ziel sein. Ansonsten läuft die Gesellschaft Gefahr, zu einem kulturlosen Gebilde zu mutieren, in dem kaum noch etwas von Wert ist. Außer Geld.
k.jongebloed@ neue-oz.de
Autor:
jd


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