User Online: 1 | Timeout: 20:38Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Ein Adelssitz für eine Mark
Zwischenüberschrift:
Das ehemalige Wasserschloss "Haus Gartlage"
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Von Marie-Luise Braun Osnabrück. Die hölzerne Innenkonstruktion verrottete, die Fenster waren zerbrochen, das Dach war stark beschädigt: Lange Zeit verkam der ehemalige Herrensitz " Haus Gartlage". Ab 1980 wurde das Gebäude aus dem 13. Jahrhundert umfassend saniert.
1977 hatte der Münsteraner Verleger Wolfgang Hölker das Gebäude für eine symbolische Mark von der Stadt übernommen. Der Auflage, das Haus wieder bewohnbar zu machen, ist er lange nicht nachgekommen, da sich die Abstimmung mit der Denkmalpflege des Landes schwierig gestaltete. Im Januar 1980 wurden sich die beteiligten Parteien einig, wenige Monate später begann die Sanierung.
Im späten 13. Jahrhundert waren in der Gartlage zwei adlige Güter mit gleichem Namen errichtet worden, die etwa 120 Meter voneinander entfernt standen. Das noch vorhandene Haus Gartlage war Anfang des 14. Jahrhunderts im Besitz der Familie von Bersen. Ab 1338 wechselte das Gut mehrfach den Besitzer, 1651 wurde es nach dem Dreißigjährigen Krieg von den Schweden ausgeplündert.
Das Herrenhaus war damals ein schlichter zweistöckiger Bau, der im Erdgeschoss auf etwa einen Meter dicken Mauern fußte, die von Schießscharten durchzogen waren. Da es sich um ein ehemaliges Wasserschloss handelt, befanden sich im Erdgeschoss zudem besonders kleine Fenster. An seiner Fassade war eine steinerne Christophorus-Figur angebracht, die später im Kulturhistorischen Museum ausgestellt wurde.
Über die Jahre gelangte das Gut in den Besitz des Hildesheimer Domherrn Nikolaus Eberhard von Snetlage zu Wulften. Er schenkte es 1683 dem Jesuiten-Kolleg, das Gymnasium Carolinum nutzte fortan das Gebäude, das damals noch von Wassergräben umgeben war. Bewirtschaftet wurde das Gebäude von einem Bauern.
Mit dem Niedersächsischen Schulverwaltungsgesetz vom 19. Mai 1954 ging das Haus in den Besitz der Stadt Osnabrück über.
Mit der Zeit verfiel der massive Herrensitz am Gartlager Weg 54. Bereits Anfang der 1950er Jahre wird der schlechte Zustand des Gebäudes beklagt. Über die Nutzung des Gebäudes wurde lange Zeit spekuliert. Mal war die Rede von einem Eros-Center im Feudalstil, mal von einem Apartmentschlösschen.
In den 80er Jahren wurde das Haus grundsaniert: Das Dach und die gesamten Innenräume wurden abgerissen und neu aufgebaut. Heute befinden sich 13 Wohnungen in dem Gebäude.

Fotountertitel:
nmitten von Feldern, die Zufahrt ein ungepflasterter Weg: So präsentierte sich der Herrensitz " Haus Gartlage" um 1910 dem Betrachter. Das Gebäude stammt aus dem 13. Jahrhundert.Dieses Foto von einer Ansichtskarte haben wir dem Buch " Alt-Osnabrück" entnommen, erschienen im Verlag H. Th. Wenner.

Neue Nutzung: Nachdem das Haus Gartlage in den 1980er Jahren saniert wurde, befinden sich heute 13 Wohnungen in dem ehemaligen Adelssitz. Foto: Michael Hehmann
Autor:
Marie-Luise Braun


Anfang der Liste Ende der Liste