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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
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Inhalt:
Überschrift:
Im Tunnel geht noch ein Licht aus
Zwischenüberschrift:
Stadt lehnt Mietnachlass ab
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Von Wilfried Hinrichs

OSNABRÜCK. In der Neumarkt-Passage ist das nächste Licht erloschen. Jetzt hat auch die Suppenküche aufgegeben. Dieser Fall offenbart: Die Stadtväter haben offenbar kein Interesse, den Tunnel am Leben zu erhalten.

Suppenkoch Helmut Botterbrodt aus Bielefeld hätte nach eigenen Worten weiter durchgehalten, wenn die Stadt ihm bei der Miete ein Stückchen entgegengekommen wäre. Die Osnabrücker Parkstätten-Betriebsgesellschaft (OPG), die die Passage im Auftrag der Stadt verwaltet, kann ohne Segen der Politik aber keine Zugeständnisse machen. Und die Mehrheit der Politiker lehnt Mietminderungen ab.

Botterbrodt sagt, " 200 Euro weniger Pacht" hätten wahrscheinlich gereicht, um " einigermaßen über die Runden zu kommen". Die Umsätze seien zuletzt immer weiter zurückgegangen. Er habe sich " ein Jahr angestrengt und eine ganze Menge investiert", aber die Stadt bewege sich " keinen Millimeter". Nach langem Überlegen und viel Rechnerei habe er den Schlussstrich gezogen. In Osnabrück würde er aber gern bleiben, wenn sich ein passendes Ladenlokal anböte.

Der Neumarkttunnel ist 2005 auf Beschluss von CDU und FDP um die Hälfte verkleinert und für 2, 9 Millionen Euro renoviert worden. Von den ehemals 21 Mietern blieben nur drei. Früher war der TUnnel die zentrale Drehscheibe für den Fußgängerverkehr. Die Schließung des Mittelteils und mehrerer Eingänge hat die Laufkundschaft vertrieben. Im Sommer 2006 sammelten die Mieter knapp 3000 Unterschriften für eine Öffnung des Mittelblocks, um die Verbindung zum Kollegienwall wiederherzustellen. Das würde allerdings Millionen kosten. In der Politik gibt es keine Unterstützung für die Idee, diese Passage zu öffnen.

Geblieben sind in der Passage ein Blumenladen, ein Laden für Modeaccessiores und das Cafe Coppenrath. Nachmieter sind nicht in Sicht. " Wir bemühen uns darum, aber es gibt keine konkreten Interessenten", sagte gestern OPG-Prokurist Karl-Heinz Ellinghaus.

Das Problem ist: Solange es keine Klarheit über die Zukunft des oberirdischen Neumarktes gibt, sind die Läden in der Passage nicht zu vermieten. Die Stadt treibt den Bebauungsplan für den Neumarkt voran, hat aber keinen Einfluss auf die Vermarktung der Immobilien. Geplant ist, ein Einkaufszentrum zu bauen. Doch dazu fehlt noch das Schlüsselgebäudc: der ehemalige Wöhrl-Komplex. Die Eigentümerin, die Deutsche Real Estate AG. eine Tochter der Investbank Goldman Sachs, fordert einen Preis, der nach Meinung von Experten das wirtschaftlich Machbare um das Doppelte übertrifft. Bislang zeigten die Eigentümer keine Verhandlungsbereitschaft.

Licht aus, Tür zu: Jetzt hat auch die Suppenküche die Neumarkt-Passage verlassen. Ein Nachmieter ist nicht in Sicht. Foto: Michael Hehmann

Boris Pistorius wird am kommenden Montag am Rande der Immobilienmesse " Exporeal" in München mit Vertretern von Real Estate zusammentreffen.

Pistorius über die Lage in der Passage: " Jetzt zeigt sich in aller Brutalität, dass es falsch war, den Tunnel umzubauen."
Autor:
Wilfried Hinrichs


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