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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Gefährliches Unkraut auf dem Vormarsch
Zwischenüberschrift:
Ambrosia ist meldepflichtig
Artikel:
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Originaltext:
Die Pollen der Ambrosia rufen allergische Reaktionen bis hin zum Asthma hervor.

dk OSNABRÜCK. Roland Scholz ist sauer. Da hat doch tatsächlich jemand eine Ambrosia in seinen kleinen Garten gepflanzt. Offenbar in völliger Unkenntnis der Gefahren, die von diesem Gewächs ausgehen. " Hautallergien oder Asthma kann man von den Pollen bekommen", sagt Scholz. Der Gärtner weiß, wovon er spricht, und nähert sich dem Gewächs nur mit größter Vorsicht. Und außerdem: " Die Ambrosia ist meldepflichtig." Soll heißen: Wer eine Pflanze in seinem Garten entdeckt, sollte die zuständigen Stellen benachrichtigen.

Scholz hat Kontakt mit der Osnabrücker Dependance der Landwirtschaftskammer Niedersachsen aufgenommen. Deren Pflanzenschutzbeauftragter Heinrich Echtermeyer weiß von mindestens vier Fällen in der Stadt, an denen die Ambrosia aufgetaucht ist. " Das ist eine unbequeme Pflanze, die uns Sorgen macht." Den Besitzer der Pflanze in Roland Scholz' Garten wurde von Echtermeyer aufgefordert, das mittlerweile mannshohe Kraut zu vernichten.

Die Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft (BBA) hält umfangreiches Informationsmaterial über die Ambrosia auf ihren Internetseiten bereit. So weiß man bei der BBA bereits eine Menge über ihre Verbreitung, den Flug ihrer Pollen und ihre Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit sowie auf die Landwirtschaft und den Naturschutz, es bestehen jedoch noch Wissenslücken in Bezug auf Deutschland. Der Pollen löst Allergien aus, die zu schweren Symptomen bis hin zu Asthma führen können und die wegen der späten Blütezeit der Pflanze zu einer ansonsten weitgehend pollenal-lergiefreien Zeit auftreten. Die Folgen sind auch volkswirtschaftlich bedeutend. In anderen Ländern (z.B. den USA, Ungarn, Frankreich) ist die Pflanze auch als schädliches landwirtschaftliches Unkraut bekannt. In den USA und Kanada ist sie das " Allergen Nr. 1".

Nicht berühren: Roland Scholz möchte die Ambrosia-Pflanze in seinem Garten so schnell wie möglich loswerden. Fotos: Egmont Seiler

In Deutschland sind bislang keine nennenswerten landwirtschaftlichen Auswirkungen bekannt, sie erscheinen aber als Folge einer verstärkten Ausbreitung ebenso möglich wie in Ungarn oder den USA. Auch Naturschutzprobleme sind möglich wie die Gefährdung von Sandrasenarten.

Zu Gegenmaßnahmen gegen eine weitere Ausbreitung und zu Bekämpfungsmöglichkeiten liegen Erfahrungen vor allem aus europäischen Ländern vor, in denen die Art schon stärker verbreitet ist.

Da Ambrosia artemisiifolia einjährig ist, muss das erste Ziel die Verhinderung von Samenproduktion sein, um das Fortbestehen oder die Vergrößerung der Bestände zu verhindern. Dafür ist es bei Roland Scholz zu spät. Los werden will er das Unkraut auf alle Fälle. Jetzt hofft er auf die Einsicht der Besitzer.

Ambrosia artemisiifolia

Ambrosia artemisiifolia, das aufrechte Traubenkraut oder die Beifuß-Ambrosie, ist eine aus Nordamerika stammende Pflanze, die in jüngerer Zeit verstärkt die

Aufmerksamkeit von Fachleuten und Öffentlichkeit in Deutschland auf sich zieht. Die Art ist mindestens seit 1863 in Deutschland als wildwachsend bekannt, galt aber lange als unbeständig und nicht häufig. In den letzten Jahren häufen sich sowohl Fundmeldungen der Pflanzen als auch die Erfassung ihres Pollens.
Autor:
dk


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