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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Nachdenken über Zukunft des Hafens
Zwischenüberschrift:
Bohmte als neuer Standort
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
dk OSNABRÜCK. Die gute Nachricht zuerst: das Hafenfest am vergangenen Sonntag wird nicht das letzte seiner Art gewesen sein. Langfristig allerdings wird bereits über Alternativen zum Osnabrücker Hafen nachgedacht. Eine liegt am Mittellandkanal bei Bohmte in der Gemarkung Stirpe-Oelingen. Hier stehen 47 Hektar Gewerbefläche für einen Hafen und weitere Ansiedlungen bereit.

Das Landesraumordnungs-programm in seiner neuesten Fassung zählt insgesamt 17 Standorte als landesbedeutsame Binnenhäfen auf. Ein Vorranggebiet heißt " Osnabrück/ Bohmte". Georg Schirmbcck, CDU-MdB und Kreistagsabgeordneter, spricht mit Blick auf einen möglichen Hafen auf Bohm-ter Gebiet von einer " guten Idee". Als Betreiber könne er sich die Stadtwerke Osnabrück vorstellen. Und auch im niedersächsischen Wirtschaftsministerium wird die Idee positiv aufgenommen. " Diese Überlegungen sind sinnvoll", so Sprecher Christian Haegele. Der Osnabrücker Hafen stoße an seine Kapazitätsgrenzen. Insofern werde ein Neubau in Bohmte vonseiten des Ministeriums positiv bewertet. Allerdings, so räumt Haegele ein, sei die konkrete Umsetzung kommunale Angelegenheit, läge mithin in den Händen von Stadt und Landkreis Osnabrück.

Grundlage für die Idee, deren Verwirklichung einen Zeitraum von 15 bis 20 Jahren in Anspruch nehmen dürfte, ist die Annahme, dass der Gütertransports auf dem Wasser zunimmt. Um der wachsenden Menge Herr zu werden, bedürfe es dann stetig wachsender Frachtkapazitäten. Die Folge: Die Binnenschiffe werden länger, breiter und haben einen größeren Tiefgang.

Zudem ist es erklärtes und in der Änderung des Landesraumordnungsprogramms festgehaltenes Ziel der Landesregierung, vermehrt Güter von der Straße auf die Wasserwege zu verlagern. Vor diesen Notwendigkeiten kann und will auch die Stadt die Augen nicht verschließen. Gleichwohl warnt Oberbürgermeister Boris Pistorius vor voreiligen Schlüssen. " Natürlich müssen wir die langfristige Entwicklung der kommenden zehn oder 20 Jahre im Blick behalten, um dann auf der Grundlage verschiedener Optionen die richtige Entscheidung treffen zu können. Das ist selbstverständlich und gehört gewissermaßen zur Daseinsvorsorge des Oberzentrums Osnabrück", sagt Pistorius. Es sei aber noch lange nicht der Zeitpunkt gekommen, Entscheidungen zu treffen, da zurzeit niemand prognostizieren könne, wie sich zum Beispiel die Verkehrsströme auf den deutschen Wasserwegen genau entwickeln werden und welche Größe die Binnenschiffe in Zukunft haben werden. " Solche Entwicklungen können auch den Hafen in Osnabrück betreffen. Es geht zurzeit lediglich darum, sich mit verschiedenen Entwicklungsalternativen zu beschäftigen. Über nichts mehr machen wir uns zurzeit mit Blick auf die zukünftige Entwicklung Gedanken."

Gedanken macht sich auch das Wirtschaftsamt über den Neubau der Stichkanalschleusen in Hollage und Haste. 100 Millionen Euro sind veranschlagt. Geplant allerdings ist noch nichts. Mitte nächsten Jahres sollen die Planungen für die Arbeiten beginnen, sagt Thilo Wachholz, Dezernatsleiter im Neubauamt der Wasserschifffahrtsdirektion in Hannover. Der Beginn der Bauarbeiten wäre dann 2011, die Fertigstellung vier Jahre später.

KOMMENTAR

Volle Fahrt

Von Dietmar Kroger

Kein Grund zur Beunruhigung: Bevor die Osnabrücker auf den Hafen verzichten müssen, wird so manches Jahr ins Land gehen. Dennoch macht es Sinn, sich hier und heute über die Zukunft des Osnabrücker Binnenhafens Gedanken zu machen.

Den Güterverkehr von der Straße und von der Schiene auf das Schiff zu verlegen ist ein ökologisch und ökonomisch sinnvolles Unterfangen und darf an keiner Stelle Widerspruch hervorrufen.

Warum nur beschleicht den Beobachter dennoch das ungute Gefühl, dass es länger als nötig dauern könnte, in der Region Osnabrück einen wettbewerbsfähigen Hafen zu bauen, zu dem - bei allem Lokalpatriotismus - der städtische aller Voraussicht nach nicht mehr auszubauen ist? Gutachten, Planverfahren und die leidige Frage der Finanzierung, um nur einige Stolpersteine zu nennen, werden das Projekt nicht eben beschleunigen.

Ein bisschen geschwind darf es aber ruhig gehen, denn sonst versickern weitere Millionen im Stichkanal und seinen Schleusen. Allein für deren Neubau wird ein Zeitraum von sieben bis acht Jahren veranschlagt mit Kosten in Höhe von 100 Millionen Euro.

Das Schiff hat abgelegt. Nun kann es nur noch heißen: " Volle Fahrt voraus!"

d.kroeger@ neue-oz.de

Bilduntertitel:

Der Neubau der Schleusen ist von den Gedankenspielen zum Hafen nicht betroffen.
Foto Westdörp
Autor:
dk


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