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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Stadt will Erdwärme nutzen
Zwischenüberschrift:
Bohrungen sollen Geothermie-Möglichkeiten aufzeigen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
tomb Osnabrück. Es dröhnt, zischt und knattert auf dem Schulhof der Grundschule Widukindland. Die Firma Bonhoff aus dem münsterländischen Raesfeld führt dort einige Tage lang eine Bohrung durch. Doch suchen die Arbeiter auf dem Gelände nicht nach Öl oder anderen Bodenschätzen. Es soll untersucht werden, wie gut die Gesteinsschichten unter dem Schulhof Wärme leiten können.
Auftraggeber ist das Niedersächsische Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG). Insgesamt drei Bohrungen werden auf städtischem Grund in Osnabrück durchgeführt. Neben der Schule in Widukindland wird noch bei der Kindertagesstätte in Lüstringen gebohrt. Abgeschlossen ist die Untersuchung bereits bei der Altstädter Schule.
Die Stadtverwaltung verfolgt das Ziel, die Erdwärme, die sogenannte Geothermie, als erneuerbare Energiequelle zu nutzen. " Wir unterstützen alles, was an natürlicher Energie für die Stadt nutzbar ist", erklärte Wolfgang Griesert, Dezernent für Städtebau, Grün und Umwelt, jetzt bei einem Ortstermin in Widukindland. Er unterstrich das Umweltbewusstsein seiner Behörde: " Energie muss enkeltauglich sein."
Wie das funktioniert, erklärte der Leiter des Fachbereichs Umwelt, Detlef Gerdts: " Pro 100 Meter in der Tiefe steigt die Temperatur um drei Grad an. Wenn wir eine spezielle Flüssigkeit über Sonden in den Boden leiten und wieder herauspumpen, hat sich diese entsprechend erwärmt." Verläuft die Untersuchung an der Widukindland-Grundschule erfolgreich und Geothermie ist dort nutzbar, wolle die Stadt die Technik bei der Sanierung der Heizungsanlage der Schule nutzen, ergänzt Griesert.
Doch vorher gilt es den Wärmeleitungstest zu bestehen. Durch eine Sonde, die nach den Bohrungen in das Loch implantiert wird, fließt Wasser mit einer vorher gemessenen Temperatur. Sobald die Flüssigkeit wieder an der Oberfläche ist, halten die Forscher von LBEG den Temperaturunterschied fest und können so Rückschlüsse auf die Wärmeleitfähigkeit ziehen. Dabei komme es auf das Gestein ein, erklärte Michael Dominik vom LBEG. " Wir haben die Standorte nach speziellen Kriterien ausgesucht."
Bis zu 80 Meter tief stößt der Bohrkopf in den Boden an der Widukindland-Schule vor. Was an Gestein zutage gefördert wird, lagert in kleinen Häufchen neben der überdimensionalen Bohrmaschine je eine Schaufel voll für jeden gebohrten Meter. Das verleitete Detlef Gerdts zu einer Bemerkung: " Dinosaurierknochen haben wir noch nicht entdeckt."
Nicht nur die Stadt Osnabrück soll von der Bohrung profitieren. Die gesammelten Daten will das LBEG zu einer Art Geothermie-Atlas von Niedersachsen zusammenfassen. " In Osnabrück fiel der Startschuss für eine Reihe von Bohrungen", sagte Dominik, " als Nächstes sollen Untersuchungen in Göttingen stattfinden."
Bei Hausbauern in Osnabrück wird Geothermie immer beliebter. Zahlreiche Neubauten und sanierte Gebäude würden schon mit Erdwärme beheizt, verrät Mareike Weinert vom städtischen Fachbereich Umwelt. Auch der Dom werde neuerdings mit Geothermie versorgt. Für Fragen privater und gewerblicher Bauherren steht Weinert unter der Telefonnummer 05 41/ 323-32 61 zur Verfügung.

Bilduntertitel:

Nicht nur Dreck: Martin Kampmann von der Firma Bonhoff siebt die Steine, die bei der Bohrung an der Widukindland-Grundschule zutage gefördert werden. Fotos: Elvira Parton

Ab in die Tiefe: Mit dem Bohrgestänge wird das Gelände im Widukindland sondiert.
Autor:
tomb


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